Zigaretten für fast 12 Euro: Regierung plant drastische Erhöhung der Tabaksteuer

Dominik Hübenthal
Tabaksteuer 2030: Zigarettenpreis steigt auf fast 12 Euro

Rauchen wird in Deutschland in den kommenden Jahren zu einem immer teureren Luxus. Die schwarz-rote Koalition plant, die Tabaksteuer deutlich stärker anzuheben, als noch vor wenigen Tagen vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Ziel der Bundesregierung ist es dabei nicht nur, fehlende Milliarden im Bundeshaushalt auszugleichen, sondern auch den Schutz der öffentlichen Gesundheit konsequenter voranzutreiben.

Haushaltsloch durch Krankenkassen-Zuschuss

Hintergrund der überraschenden Kehrtwende sind die jüngsten Verhandlungen zum sogenannten Gesundheits-Sparpaket. Ursprünglich war vorgesehen, den Steuerzuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) deutlich zu kürzen. Die Koalitionsfraktionen entschieden sich jedoch letztlich dagegen, um die ohnehin angespannte finanzielle Lage der Krankenkassen nicht weiter zu verschärfen. Diese Entscheidung reißt ab dem Jahr 2027 allerdings eine Finanzierungslücke in den Etat des Bundesfinanzministeriums.

Um diese fehlenden Mittel zu kompensieren, soll nun die Tabaksteuer als Einnahmequelle stärker herangezogen werden. Laut einer Formulierungshilfe des Finanzministeriums erhofft sich der Bund durch die Anpassung jährliche Mehreinnahmen von rund 800 Millionen Euro. Bis 2030 könnten die Steuereinnahmen durch die schrittweise Erhöhung insgesamt um fast 4,5 Milliarden Euro anwachsen.

So teuer werden Zigaretten bis 2030

Für Raucher bedeutet dies einen spürbaren Einschnitt ins Portemonnaie. Der Preis für eine Standardpackung mit 20 Zigaretten, der aktuell bei rund acht Euro liegt, wird in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen. Die geplante stufenförmige Erhöhung sieht folgende Durchschnittspreise vor:

  • 2027: 9,10 Euro
  • 2028: 9,91 Euro
  • 2029: 10,81 Euro
  • 2030: 11,78 Euro

Damit würde der Preis pro Packung bis zum Ende des Jahrzehnts die Zwölf-Euro-Marke fast erreichen. Auch Konsumenten von Feinschnitt – also Tabak für selbstgedrehte Zigaretten – bleiben von den Plänen nicht verschont. Die Besteuerung soll hier analog zur klassischen Filterzigarette angehoben werden.

Gesundheitsschutz: Ärztekammer fordert noch strengere Regeln

Aus Regierungskreisen heißt es, die Maßnahme diene keineswegs nur der reinen Haushaltskonsolidierung. Die Anhebung unterstütze das erklärte Ziel der Bundesregierung als Mitglied der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Raucherquote bei Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltig zu senken. Hohe Preise gelten in der medizinischen Suchtprävention als eine der wirksamsten Hürden für den Einstieg in den Tabakkonsum.

Medizinischen Experten gehen die Pläne jedoch noch nicht weit genug. Die Bundesärztekammer hatte bereits beim ersten Gesetzesentwurf Kritik geäußert und eine deutlichere Anhebung gefordert. Der Verband plädiert zudem dafür, auch Liquids und Einweg-E-Zigaretten spürbar höher zu besteuern. Deren süße Aromen und farbenfrohe Designs seien besonders für Kinder und Jugendliche attraktiv und stünden im direkten Widerspruch zu einem effektiven Gesundheitsschutz.

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