Die Fähigkeit, sich schmerzfrei und sicher fortzubewegen, ist einer der wichtigsten Faktoren für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Besonders in einer maritimen und weitläufigen Stadt wie Kiel, wo Spaziergänge an der Kiellinie, Ausflüge zum Falckensteiner Strand oder der alltägliche Einkauf auf dem Blücherplatz zum festen Bestandteil der Lebensqualität gehören, ist die körperliche Mobilität von unschätzbarem Wert. Wenn jedoch die Füße schmerzen, die Beine schwer werden oder Schwellungen den Alltag erschweren, ziehen sich viele Senioren zurück. Dies muss nicht sein. Mit den richtigen orthopädischen Hilfsmitteln – insbesondere orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen – lässt sich die Freude an der Bewegung oft vollständig wiederherstellen.
Dieser umfassende Ratgeber richtet sich an Senioren ab 65 Jahren sowie deren fürsorgliche Angehörige. Wir erklären Ihnen detailliert, wie Sie in Kiel und Umgebung an passgenaue, maßgefertigte Hilfsmittel gelangen, wie moderne 3D-Messtechnik funktioniert, welche Kosten die Krankenkasse im Jahr 2026 übernimmt und worauf Sie bei der Auswahl des richtigen Sanitätshauses achten müssen. Unser Ziel ist es, Ihnen einen klaren, verständlichen und direkt anwendbaren Leitfaden an die Hand zu geben, damit Sie oder Ihre Angehörigen schnellstmöglich wieder unbeschwert durchs Leben gehen können.
Der menschliche Körper verändert sich mit den Jahren. Knochen, Sehnen, Bänder und das Gefäßsystem unterliegen einem natürlichen Verschleißprozess. Die Füße, die unser gesamtes Körpergewicht ein Leben lang tragen, und die Venen, die das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen pumpen müssen, leisten dabei Schwerstarbeit. Wenn hier Probleme auftreten, betrifft das den gesamten Organismus. Eine Fehlstellung im Fuß kann zu Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen führen. Eine Venenschwäche kann gefährliche Thrombosen oder offene Beine (Ulcus cruris) nach sich ziehen.
Orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe sind daher weit mehr als nur Komfortprodukte. Sie sind medizinisch notwendige Hilfsmittel, die präventiv und therapeutisch wirken. Sie korrigieren Fehlstellungen, entlasten schmerzende Gelenke, fördern die Durchblutung und verhindern das Fortschreiten chronischer Erkrankungen. Besonders für Senioren in Kiel, die vielleicht in Stadtteilen mit vielen Steigungen wie Düsternbrook oder Elmschenhagen wohnen, ist diese Unterstützung essenziell, um die täglichen Wege zum Supermarkt, zum Arzt oder zur Apotheke sicher bewältigen zu können.
Jeder Fuß ist ein anatomisches Meisterwerk, bestehend aus 26 Knochen, über 30 Gelenken und mehr als 100 Bändern und Sehnen. Im Laufe der Jahrzehnte kann das Fußgewölbe absinken, das Fettpolster unter der Ferse wird dünner und die Elastizität der Bänder nimmt ab. Hier setzen orthopädische Einlagen an.
Häufige Fußfehlstellungen und Erkrankungen im Alter:
Knick-Senk-Fuß (Plattfuß): Das Längsgewölbe des Fußes sinkt ab, der Fuß knickt nach innen. Dies führt oft zu einer Überbelastung der Innenmenisken im Knie.
Spreizfuß: Das Quergewölbe sinkt ab, der Vorfuß wird breiter. Dies verursacht oft schmerzhafte Schwielen unter den Mittelfußköpfchen und begünstigt die Entstehung eines Hallux valgus (Ballenzeh).
Fersensporn (Plantarfasziitis): Eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle, oft begleitet von einem knöchernen Auswuchs am Fersenbein. Jeder Schritt fühlt sich an, als würde man in einen Nagel treten.
Arthrose: Gelenkverschleiß in den Fußwurzel- oder Zehengelenken, der zu massiven Bewegungseinschränkungen führt.
Welche Arten von Einlagen gibt es?
Nicht jede Einlage ist gleich. Je nach Diagnose des Facharztes (in der Regel eines Orthopäden) wird ein spezifischer Einlagentyp verschrieben:
Kopien- oder Formeinlagen: Diese stützen das Fußgewölbe und verteilen den Druck gleichmäßig. Sie bestehen oft aus flexiblen Materialien wie Kork, Leder oder leichten Kunststoffen.
Weichpolstereinlagen: Besonders wichtig für Menschen mit empfindlichen Füßen. Sie dämpfen den Auftritt und entlasten schmerzhafte Druckstellen.
Schaleneinlagen: Diese fassen die Ferse fest ein und geben dem gesamten Fuß im Schuh einen starken Halt. Sie werden oft bei starken Instabilitäten eingesetzt.
Sensomotorische (propriozeptive) Einlagen: Diese modernen Einlagen wirken nicht nur stützend, sondern stimulieren über gezielte Druckpunkte die Fußmuskulatur. Sie regen den Körper an, die Fehlstellung durch eigene Muskelkraft aktiv zu korrigieren.
Maßgefertigte Einlagen passen perfekt in moderne und bequeme Freizeitschuhe.
Ein besonders kritisches Thema für viele Senioren ist das Diabetische Fußsyndrom. Diabetes mellitus kann über die Jahre zu Nervenschäden (Polyneuropathie) und Durchblutungsstörungen (Mikroangiopathie) führen. Das Tückische daran: Betroffene spüren Schmerzen, Druckstellen oder kleine Verletzungen am Fuß nicht mehr. Ein kleiner Stein im Schuh oder eine drückende Naht kann zu tiefen Geschwüren führen, die schlecht heilen und im schlimmsten Fall eine Amputation erforderlich machen.
Für Diabetiker in Kiel ist die Versorgung mit diabetesadaptierten Fußbettungen absolut lebenswichtig. Diese speziellen Einlagen werden aus extrem weichen, dämpfenden und mehrschichtigen Schaumstoffen gefertigt. Sie verteilen den Druck so, dass keine Belastungsspitzen entstehen. Zudem müssen sie in speziellen Diabetikerschutzschuhen getragen werden, die keine harten Vorderkappen oder störenden Innennähte aufweisen. Die Vermessung für diese Einlagen erfordert höchste Expertise und wird in Kiel nur von speziell zertifizierten Orthopädieschuhtechnikern durchgeführt.
Erhalten Sie monatlich Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen im Wert von 40€ kostenlos bei Pflegegrad.
Jetzt Pflegebox anfordern
Während Einlagen das Fundament stützen, kümmern sich medizinische Kompressionsstrümpfe um den Rückfluss der Körperflüssigkeiten. Das menschliche Venensystem muss täglich etwa 7.000 Liter Blut gegen die Schwerkraft von den Beinen zurück zum Herzen transportieren. Dabei helfen die Wadenmuskelpumpe und feine Venenklappen, die wie Rückschlagventile funktionieren. Im Alter erschlafft das Bindegewebe oft, die Venen weiten sich und die Klappen schließen nicht mehr richtig. Das Blut versackt in den Beinen.
Wann werden Kompressionsstrümpfe verordnet?
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Die klassische Venenschwäche, die sich durch schwere, müde und geschwollene Beine, besonders am Abend, bemerkbar macht.
Krampfadern (Varikosis): Dauerhaft erweiterte, geschlängelte Venen, die nicht nur ein kosmetisches Problem darstellen, sondern zu Entzündungen führen können.
Thromboseprophylaxe und -nachsorge: Nach einer tiefen Beinvenenthrombose ist die Kompressionstherapie unerlässlich, um ein postthrombotisches Syndrom zu verhindern.
Lymphödem und Lipödem: Bei Störungen des Lymphabflusses oder chronischen Fettverteilungsstörungen staut sich Gewebeflüssigkeit. Hier ist eine hochspezialisierte Kompressionstherapie nötig.
Flachstrick vs. Rundstrick: Wo liegt der Unterschied?
In der Kompressionstherapie unterscheidet man grundlegend zwei Herstellungsverfahren, die für völlig unterschiedliche Krankheitsbilder eingesetzt werden. Dies ist ein Punkt, der bei der Beratung in Kieler Sanitätshäusern oft intensiv besprochen wird:
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch, relativ dünn und optisch kaum von normalen blickdichten Strumpfhosen zu unterscheiden. Sie werden hauptsächlich bei reinen Venenleiden (wie Krampfadern) eingesetzt. Durch ihre hohe Dehnbarkeit passen sie sich dem Bein gut an, können aber bei starken Schwellungen (Ödemen) in die Haut einschneiden.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe werden Masche für Masche flach gestrickt und anschließend mit einer flachen, weichen Naht zusammengenäht. Dieses Material ist deutlich fester, dicker und weniger elastisch (es hat eine hohe Arbeitssteifigkeit). Flachstrick wird zwingend bei Lymphödemen und Lipödemen eingesetzt. Das feste Gestrick legt sich wie eine Wand um das Bein und verhindert, dass neue Flüssigkeit in das Gewebe einströmt, sobald der Patient sich bewegt. Flachstrickversorgungen sind fast immer individuelle Maßanfertigungen.
Die Kompressionsklassen (CCL)
Der Druck, den ein Strumpf auf das Bein ausübt, wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und in vier Klassen eingeteilt:
CCL 1 (Leichte Kompression): Bei leichten Schweregefühlen, beginnenden Krampfadern oder zur Vorbeugung auf langen Reisen.
CCL 2 (Mittlere Kompression): Die am häufigsten verordnete Klasse. Eingesetzt bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venen-OPs, in der Schwangerschaft oder bei leichten Ödemen.
CCL 3 (Kräftige Kompression): Bei schweren Venenleiden, ausgeprägten Lymphödemen oder nach abgeheilten Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris).
CCL 4 (Sehr kräftige Kompression): Wird nur bei extremen Krankheitsbildern (sehr schwere Lymphödeme) eingesetzt und erfordert viel Kraft beim Anziehen.
Moderne Kompressionsstrümpfe sind optisch kaum von normalen Strumpfhosen zu unterscheiden.
Die Zeiten, in denen der Fuß in einen Trittschaum gedrückt wurde oder das Bein mühsam mit einem Maßband an zwanzig verschiedenen Stellen abgemessen wurde, sind in modernen Sanitätshäusern in Kiel weitgehend vorbei. Im Jahr 2026 ist die digitale 3D-Messtechnik der absolute Goldstandard. Diese Technologie garantiert eine bisher unerreichte Passgenauigkeit, was besonders bei Kompressionsstrümpfen entscheidend ist, da ein schlecht sitzender Strumpf einschnüren und medizinischen Schaden anrichten kann.
Wie funktioniert der 3D-Fußscan für Einlagen?
Wenn Sie ein Fachgeschäft für Orthopädietechnik in Kiel betreten (beispielsweise in der Holtenauer Straße, im Citti-Park oder in Wellingdorf), beginnt der Prozess mit einer ausführlichen Anamnese. Danach stellen Sie sich barfuß auf eine spezielle Glasplatte, den 3D-Scanner. Hochauflösende Kameras und Laser tasten die Fußsohle von unten ab. Innerhalb von Sekunden entsteht ein exaktes, dreidimensionales Modell Ihres Fußes auf dem Computermonitor.
Zusätzlich wird oft eine dynamische Fußdruckmessung (Pedographie) durchgeführt. Dabei gehen Sie über eine mit Sensoren ausgestattete Messplatte. Der Computer zeichnet auf, wie sich der Druck während der gesamten Abrollbewegung des Fußes verteilt. So erkennt der Orthopädieschuhtechniker genau, wo Überbelastungen entstehen (z.B. unter dem Ballen) und kann die Einlage am Computer virtuell konstruieren (CAD-Verfahren), bevor sie aus einem Materialblock hochpräzise CNC-gefräst wird.
Wie funktioniert die kontaktlose Beinvermessung für Kompressionsstrümpfe?
Für viele Senioren war das traditionelle Maßnehmen mit dem Maßband unangenehm, da es lange dauerte und mit viel Körperkontakt verbunden war. Moderne Kieler Sanitätshäuser nutzen heute berührungslose 3D-Messsysteme (wie beispielsweise die Bodytronic-Systeme).
Der Patient stellt sich auf eine kleine, sich langsam drehende Plattform. In einem Turm vor der Plattform sind Infrarotkameras installiert, die ein unsichtbares Lichtgitter auf die Beine projizieren. Während sich die Plattform einmal um 360 Grad dreht, berechnet der Computer aus der Verzerrung des Lichtgitters ein exaktes 3D-Modell der Beine. Das System ermittelt automatisch alle relevanten Umfangs- und Längenmaße bis auf den Millimeter genau. Dieser Vorgang dauert weniger als eine Minute, ist völlig schmerzfrei und absolut diskret.
Wichtiger Hinweis für die Terminplanung in Kiel: Wenn Sie einen Termin zur Vermessung von Kompressionsstrümpfen vereinbaren, achten Sie unbedingt darauf, dass dieser früh morgens stattfindet. Im Laufe des Tages sammelt sich durch das Stehen und Sitzen unweigerlich Flüssigkeit in den Beinen an. Werden die Beine am Nachmittag vermessen, sind sie bereits geschwollen. Der fertige Strumpf wäre dann zu weit und könnte seine medizinische Kompressionswirkung nicht erfüllen.
Die berührungslose 3D-Vermessung garantiert eine exakte Passgenauigkeit für Ihre Hilfsmittel.
Die Versorgung mit orthopädischen Einlagen und Kompressionsstrümpfen ist im deutschen Sozialgesetzbuch (§ 33 SGB V) klar geregelt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für medizinisch notwendige Hilfsmittel, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. Doch wie läuft der Prozess konkret ab?
Schritt 1: Der Arztbesuch und das e-Rezept
Der erste Weg führt immer zum Facharzt. Bei Fußproblemen ist dies der Orthopäde, bei Venenleiden der Phlebologe (Venenfacharzt) oder Angiologe (Gefäßspezialist). Auch der Hausarzt kann bei bekannten chronischen Leiden Folgeverordnungen ausstellen. Der Arzt untersucht Sie, stellt die Diagnose und verordnet das Hilfsmittel. Im Jahr 2026 erfolgt dies standardmäßig über das e-Rezept. Die Verordnung wird digital auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert oder Ihnen als QR-Code auf dem Smartphone (oder als Ausdruck) zur Verfügung gestellt.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Diagnose und das gewünschte Hilfsmittel so präzise wie möglich auf der Verordnung stehen (z.B. "1 Paar kompressive Unterschenkelstrümpfe, CCL 2, flachgestrickt, nach Maß, Diagnose: primäres Lymphödem"). Je genauer das Rezept, desto reibungsloser die Genehmigung durch die Krankenkasse.
Schritt 2: Das Sanitätshaus in Kiel aufsuchen
Mit der elektronischen Gesundheitskarte oder dem Rezept-Code gehen Sie in ein Sanitätshaus Ihrer Wahl. Dort wird das e-Rezept ausgelesen, die Beratung durchgeführt und die Vermessung vorgenommen. Das Sanitätshaus reicht anschließend einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse (z.B. AOK NordWest, TK, Barmer, DAK) ein. In der Regel haben die Sanitätshäuser Verträge mit den Kassen, sodass Standardversorgungen sofort genehmigt werden.
Schritt 3: Kosten, gesetzliche Zuzahlung und wirtschaftliche Aufzahlung
Viele Senioren sind unsicher, welche Kosten auf sie zukommen. Hier muss man strikt zwischen der gesetzlichen Zuzahlung und dem sogenannten Wirtschaftlichkeitsaufschlag unterscheiden:
Gesetzliche Zuzahlung: Für jedes Hilfsmittel, das von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird, muss der volljährige Patient eine Zuzahlung leisten. Diese beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Bei einem Paar Einlagen oder Strümpfe zahlen Sie also in der Regel maximal 10 Euro aus eigener Tasche.
Zuzahlungsbefreiung: Wenn Sie im Kalenderjahr bereits Zuzahlungen (für Medikamente, Krankenhaus, Hilfsmittel) geleistet haben, die 2 Prozent Ihres Bruttojahreseinkommens übersteigen, können Sie sich bei der Krankenkasse von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Für chronisch Kranke liegt diese Belastungsgrenze sogar bei nur 1 Prozent. Sammeln Sie daher alle Quittungen sorgfältig!
Wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt eine Pauschale für eine medizinisch ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Standardversorgung (Kassenmodell). Wenn Sie sich für ein Produkt entscheiden, das über dieses Maß hinausgeht – zum Beispiel Einlagen mit einem speziellen, atmungsaktiven Echtlederbezug statt Standard-Kunststoff, oder Kompressionsstrümpfe in modischen Trendfarben mit funkelnden Swarovski-Kristallen – müssen Sie die Differenz zwischen dem Kassenpreis und dem Preis des Premiumprodukts selbst tragen. Diese Aufzahlung ist freiwillig. Das Sanitätshaus ist verpflichtet, Ihnen immer auch eine aufzahlungsfreie Standardversorgung (bis auf die gesetzlichen 10 Euro) anzubieten.
Für detaillierte und tagesaktuelle rechtliche Informationen zu Zuzahlungen und Hilfsmittelrichtlinien empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Informationsseite des Bundesgesundheitsministeriums: Bundesministerium für Gesundheit - Zuzahlungen.
Wie oft habe ich Anspruch auf neue Hilfsmittel?
Aus hygienischen Gründen und aufgrund des natürlichen Materialverschleißes haben Sie in der Regel Anspruch auf regelmäßigen Ersatz:
Orthopädische Einlagen: Grundsätzlich zahlt die Kasse zwei Paar Einlagen pro Jahr. Dies ist besonders praktisch, da Sie so ein Paar für Ihre Straßenschuhe und ein Paar für die Hausschuhe nutzen können.
Kompressionsstrümpfe: Hier haben Sie bei Erstversorgung Anspruch auf eine Grundausstattung (ein Paar). Aus hygienischen Gründen (ein Paar am Bein, ein Paar in der Wäsche) wird oft zeitnah ein Wechselpaar verordnet. Danach haben Sie bei medizinischer Notwendigkeit und Verschleiß in der Regel Anspruch auf zwei Paar pro Kalenderjahr.
Ein Hilfsmittel nützt nur dann etwas, wenn es auch getragen wird. Besonders das Anziehen von medizinischen Kompressionsstrümpfen der Klassen CCL 2 oder höher erfordert enormen Kraftaufwand. Für Senioren mit Arthritis in den Händen, eingeschränkter Griffkraft oder Hüftproblemen, die das Bücken erschweren, kann das tägliche Anlegen der Strümpfe zu einer schier unüberwindbaren Hürde werden.
Hier bietet die moderne Orthopädietechnik geniale Lösungen in Form von Anziehhilfen. Auch diese können vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden!
Arten von Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe:
Gleitmatten und Gleitsocken (z.B. Easy-Slide): Diese bestehen aus einem extrem glatten Fallschirmseiden-Material. Sie werden über den Fuß gezogen, der Kompressionsstrumpf gleitet fast reibungslos darüber, und anschließend wird die Gleithilfe an einer Schlaufe einfach oben wieder herausgezogen.
Gestelle (z.B. Butler): Ein Metall- oder Kunststoffgestell, über das der Strumpf im Vorfeld aufgedehnt wird. Der Patient muss dann nur noch mit dem Fuß in den aufgedehnten Strumpf steigen und das Gestell an langen Griffen nach oben ziehen. Ideal für Menschen, die sich nicht mehr tief bücken können.
Spezialhandschuhe: Gummihandschuhe mit spezieller Noppenbeschichtung geben den Händen maximalen Grip. Sie erleichtern das Greifen des festen Gestricks enorm und verhindern gleichzeitig, dass spitze Fingernägel oder Ringe Laufmaschen in den teuren Strumpf reißen.
Sollte das Anziehen trotz aller Hilfsmittel aufgrund körperlicher Einschränkungen absolut nicht mehr möglich sein, kann der Arzt auch das "An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen" als Leistung der häuslichen Krankenpflege (Behandlungspflege nach SGB V) verordnen. Dann kommt morgens und abends ein ambulanter Pflegedienst zu Ihnen nach Hause in Kiel und übernimmt diese Aufgabe.
Das richtige Schuhwerk für Einlagen
Orthopädische Einlagen brauchen Platz. Wenn Sie Ihre neuen Einlagen in einen zu engen Schuh quetschen, wird der Fuß im Schuh nach oben gedrückt. Dies führt unweigerlich zu schmerzhaften Druckstellen an den Zehen oder am Spann. Achten Sie beim Schuhkauf in Kieler Schuhgeschäften darauf, dass der Schuh ein herausnehmbares Fußbett hat. Die werkseitige Sohle wird herausgenommen und durch Ihre maßgefertigte orthopädische Einlage ersetzt. So bleibt das Innenvolumen des Schuhs erhalten. Gute Sanitätshäuser bieten oft auch eine Auswahl an modischen Bequem- und Komfortschuhen an, die speziell für Einlagenträger konzipiert sind.
Mit der richtigen Anziehhilfe gelingt das Anlegen der Strümpfe völlig mühelos.
Damit Einlagen und Kompressionsstrümpfe ihre medizinische Funktion über Monate hinweg erfüllen können, ist die richtige Pflege unerlässlich. Falsche Behandlung kann die teuren Materialien innerhalb weniger Wochen zerstören.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliches Waschen ist Pflicht! Viele Senioren denken, sie schonen den Strumpf, wenn sie ihn nur einmal pro Woche waschen. Das Gegenteil ist der Fall. Hautschuppen, Schweiß und Körperfette greifen die feinen Elasthan-Fäden im Gestrick an und machen sie porös. Zudem leiern die Strümpfe beim Tragen aus. Nur durch das Waschen ziehen sich die Fäden wieder zusammen und der Strumpf erhält seine ursprüngliche Kompressionskraft (den Ruhedruck) zurück.
Maschinenwäsche oder Handwäsche: Sie können die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine waschen (Feinwaschgang). Nutzen Sie ein Wäschenetz, um Beschädigungen durch Reißverschlüsse anderer Kleidungsstücke zu vermeiden.
Absolutes Verbot von Weichspüler! Weichspüler verklebt die Poren der synthetischen Fasern und zerstört die Elastizität des Strumpfes irreparabel. Verwenden Sie ein mildes Feinwaschmittel oder spezielle Kompressionsstrumpf-Waschmittel aus dem Sanitätshaus.
Trocknen: Strümpfe niemals auf die Heizung legen oder in die pralle Sonne hängen (UV-Strahlung zerstört Elasthan). Auch der Wäschetrockner ist tabu. Legen Sie die Strümpfe nach dem Waschen flach auf ein Handtuch oder hängen Sie sie locker über einen Wäscheständer im Schatten.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen jeden Abend aus den Schuhen heraus, damit die aufgenommene Fußfeuchtigkeit über Nacht verdunsten kann.
Reinigung: Wischen Sie Einlagen mit Leder- oder Kunststoffbezug regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung kann eine milde Seifenlauge verwendet werden.
Keine Hitze: Legen Sie Einlagen niemals auf die Heizung zum Trocknen. Die thermoplastischen Kunststoffe, aus denen die Einlagen geformt sind, können sich bei Hitzeeinwirkung verformen. Die Einlage verliert dann ihre passgenaue Form.
Um Ihnen den Prozess so einfach wie möglich zu machen, haben wir die wichtigsten Schritte für Sie in einer Checkliste zusammengefasst. Wenn Sie diese Punkte beachten, steht einer erfolgreichen Versorgung nichts mehr im Wege:
Schritt 1: Symptome ernst nehmen. Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich werden. Suchen Sie frühzeitig einen Facharzt (Orthopäde, Phlebologe, Diabetologe) in Kiel auf.
Schritt 2: Das Rezept prüfen. Kontrollieren Sie (oder Ihre Angehörigen), ob auf dem e-Rezept alle wichtigen Details stehen. Bei Strümpfen: Kompressionsklasse (CCL), Länge (z.B. Kniestrumpf AD oder Oberschenkelstrumpf AG), Material (Flach- oder Rundstrick) und der Zusatz "nach Maß".
Schritt 3: Termin im Sanitätshaus vereinbaren. Rufen Sie vorab im Sanitätshaus an. Für Kompressionsstrümpfe vereinbaren Sie zwingend einen Termin am frühen Vormittag, solange die Beine noch schlank und ungeschwollen sind.
Schritt 4: Beratung einfordern. Lassen Sie sich die Unterschiede zwischen der aufzahlungsfreien Kassenversorgung und eventuellen Premium-Produkten genau erklären. Ein seriöses Sanitätshaus wird Ihnen niemals ein teures Produkt aufdrängen, sondern Sie objektiv über die Vor- und Nachteile der Materialien aufklären.
Schritt 5: Anprobe und Kontrolle. Wenn Sie Ihre Maßanfertigung abholen, probieren Sie diese direkt vor Ort an. Der Orthopädietechniker kontrolliert den Sitz der Einlage im Schuh oder den faltenfreien Sitz des Kompressionsstrumpfes am Bein. Lassen Sie sich auch gleich die Handhabung von Anziehhilfen zeigen.
Ein Aspekt, der für viele Senioren in Kiel von enormer Bedeutung ist, ist die Erreichbarkeit. Was tun, wenn man aufgrund von Krankheit, frisch überstandener Operation (z.B. Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks in der Lubinus Clinicum oder im UKSH) oder genereller Immobilität das Haus nicht mehr verlassen kann?
Viele etablierte Kieler Sanitätshäuser bieten in solchen Fällen einen professionellen Hausbesuch-Service an. Die Orthopädietechniker oder Fachberater kommen dann direkt zu Ihnen nach Hause ins Wohnzimmer, ins betreute Wohnen oder in die Pflegeeinrichtung. Sie bringen mobile Messgeräte mit, nehmen die Maße für Strümpfe oder Einlagen vor Ort und liefern die fertigen Hilfsmittel später auch direkt zu Ihnen nach Hause. Wenn Sie einen solchen Service benötigen, sprechen Sie das Sanitätshaus bei der telefonischen Kontaktaufnahme direkt darauf an. Oft reicht ein entsprechender Vermerk des Arztes auf dem Rezept ("Hausbesuch erforderlich"), damit auch diese Serviceleistung reibungslos abgewickelt werden kann.
Viele Kieler Sanitätshäuser bieten bequeme Hausbesuche für eine persönliche Beratung an.
Zahlt die Pflegekasse auch für Einlagen und Kompressionsstrümpfe? Nein. Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe fallen unter die medizinische Heilbehandlung und werden daher von der Krankenkasse (SGB V) bezahlt. Die Pflegekasse (SGB XI) ist für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (wie einen Treppenlift oder einen barrierefreien Badumbau) oder Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (wie Desinfektionsmittel oder Betteinlagen) zuständig.
Kann ich meine Kompressionsstrümpfe nachts anbehalten? Nein, medizinische Kompressionsstrümpfe sollten in der Regel nur tagsüber getragen werden. Wenn Sie liegen, muss das Blut nicht gegen die Schwerkraft ankämpfen. Das Herz kann das Blut aus den Beinen im Liegen problemlos zurückpumpen. Der Kompressionsdruck im Liegen könnte sogar die arterielle Durchblutung stören. Ziehen Sie die Strümpfe abends vor dem Zubettgehen aus.
Meine Einlagen quietschen im Schuh. Was kann ich tun? Ein Quietschen entsteht oft durch die Reibung zwischen dem Kunststoff der Einlage und dem Innenfutter des Schuhs. Ein einfacher Trick: Streuen Sie etwas Babypuder oder Talkum unter die Einlage in den Schuh. Das reduziert die Reibung und das Geräusch verschwindet in den meisten Fällen sofort.
Wie lange dauert die Anfertigung in Kiel? Nach der Vermessung und der Genehmigung durch die Krankenkasse dauert die Fertigung in der Regel nicht lange. Bei orthopädischen Einlagen, die in der hauseigenen Werkstatt des Sanitätshauses gefräst werden, können Sie meist nach etwa einer Woche mit der Fertigstellung rechnen. Maßgefertigte Kompressionsstrümpfe werden beim Hersteller (z.B. medi, Bauerfeind, Jobst) bestellt und sind meist ebenfalls innerhalb von 7 bis 10 Tagen abholbereit.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind unverzichtbare Begleiter für viele Senioren, um die Mobilität, Sicherheit und Schmerzfreiheit im Alltag zu erhalten. Dank modernster 3D-Messtechnik, die in Kieler Sanitätshäusern im Jahr 2026 zum Standard gehört, werden diese Hilfsmittel heute mit einer Präzision maßgefertigt, die höchsten Tragekomfort garantiert.
Lassen Sie sich von Fußschmerzen oder schweren Beinen nicht die Freude an Spaziergängen an der Kieler Förde nehmen. Der Weg über den Facharzt, das e-Rezept und das qualifizierte Sanitätshaus ist dank klarer gesetzlicher Regelungen und überschaubarer Zuzahlungen (maximal 10 Euro pro Hilfsmittel bei Standardversorgung) für jeden zugänglich. Nutzen Sie die Möglichkeiten der modernen Orthopädietechnik, scheuen Sie sich nicht, nach praktischen Anziehhilfen zu fragen, und achten Sie auf die richtige Pflege Ihrer Hilfsmittel. So bleiben Sie auch im fortgeschrittenen Alter aktiv, selbstständig und mobil.
Die wichtigsten Antworten rund um Einlagen und Kompressionsstrümpfe auf einen Blick.