Die Erhaltung der eigenen Mobilität ist für Seniorinnen und Senioren einer der wichtigsten Faktoren für ein selbstbestimmtes Leben und eine hohe Lebensqualität. Besonders in einer topografisch anspruchsvollen Stadt wie Stuttgart, die für ihre Kessellage, die zahlreichen Hügel und die berühmten Stuttgarter Stäffele bekannt ist, wird der Bewegungsapparat im Alltag stark gefordert. Jeder Gang zum Bäcker, jeder Spaziergang im Killesbergpark und jeder Weg zur Apotheke erfordert gesunde Füße und funktionierende Beine. Wenn im Alter die Kraft nachlässt, Gelenke schmerzen oder die Venenfunktion beeinträchtigt ist, können orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe entscheidend dazu beitragen, die Freude an der Bewegung zu erhalten.
Dieser umfassende Ratgeber richtet sich direkt an Sie als betroffene Senioren sowie an pflegende Angehörige. Er bietet Ihnen einen detaillierten, fachlich fundierten Überblick über die Vermessung, Maßanfertigung und Beantragung dieser wichtigen medizinischen Hilfsmittel im Jahr 2026. Sie erfahren, wie moderne 3D-Messtechnik in den Stuttgarter Sanitätshäusern funktioniert, welche Modelle von der Krankenkasse übernommen werden und worauf Sie bei der Auswahl und Pflege unbedingt achten müssen.
Der menschliche Fuß ist ein biomechanisches Meisterwerk, bestehend aus 26 Knochen, über 30 Gelenken sowie unzähligen Bändern, Muskeln und Sehnen. Im Laufe eines langen Lebens tragen unsere Füße uns im Durchschnitt etwa viermal um die Erde. Diese immense Belastung hinterlässt unweigerlich Spuren. Im Alter verändern sich die anatomischen Strukturen erheblich:
Rückgang des Fettpolsters: Das natürliche Dämpfungsmaterial unter der Fußsohle, insbesondere an der Ferse und dem Vorfuß, wird dünner. Dies führt zu einer erhöhten Druckempfindlichkeit.
Erschlaffung der Bänder und Sehnen: Das Bindegewebe verliert an Elastizität. Die Folge ist oft ein Absinken des Fußgewölbes, was zu einem Plattfuß, Senkfuß oder Spreizfuß führen kann.
Gelenkverschleiß (Arthrose): Der Knorpel in den Fuß- und Kniegelenken nutzt sich ab, was bei jedem Schritt Schmerzen verursachen kann.
Nachlassende Venenfunktion: Die Venenklappen in den Beinen, die das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren sollen, schließen oft nicht mehr richtig. Blut staut sich in den Beinen, was zu Schwellungen und Krampfadern führt.
Um diese altersbedingten Veränderungen auszugleichen, Schmerzen zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden, ist eine professionelle orthopädische und phlebologische (venenheilkundliche) Versorgung unerlässlich.
Eine orthopädische Einlage ist weit mehr als nur ein weiches Polster im Schuh. Es handelt sich um ein individuell gefertigtes medizinisches Hilfsmittel, das den Fuß stützt, führt, bettet und Fehlstellungen korrigiert. Die richtige Einlage verändert die Statik des gesamten Körpers positiv und kann Schmerzen in den Füßen, Knien, der Hüfte und sogar im Rücken signifikant lindern.
Je nach ärztlicher Diagnose (Indikation) kommen unterschiedliche Einlagentypen zum Einsatz:
Stützende Einlagen: Diese werden häufig bei einem Knick-Senk-Fuß eingesetzt. Sie stützen das Längsgewölbe des Fußes und verhindern ein Nach-innen-Knicken des Knöchels.
Bettungseinlagen (Weichpolstereinlagen): Sie bestehen aus modernen Schaumstoffen und verteilen den Druck gleichmäßig über die gesamte Fußsohle. Sie sind ideal für Senioren mit empfindlichen Füßen, starkem Rheuma oder schmerzhaften Verhornungen.
Schaleneinlagen: Diese fassen die Ferse fest ein und geben dem Fuß im Schuh einen sicheren, stabilen Halt. Sie werden oft bei starken Fehlstellungen oder Instabilitäten im Sprunggelenk verordnet.
Entlastungseinlagen: Bei spezifischen Problemen wie einem Fersensporn (Plantarfasziitis) wird die betroffene Stelle durch eine gezielte Aussparung oder ein besonders weiches Polster in der Einlage komplett druckentlastet.
Die Materialien haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Moderne Einlagen bestehen aus innovativen Kombinationen von EVA-Schaum (Ethylenvinylacetat), extrem leichtem Carbon, flexiblem Kork-Leder-Gemisch oder atmungsaktiven Mikrofasern. Ein erfahrenes Sanitätshaus in Stuttgart wird das Material exakt auf das Körpergewicht, den Aktivitätsgrad und das bevorzugte Schuhwerk des Patienten abstimmen.
Individuelle Einlagen stützen den Fuß und lindern Schmerzen im Alltag spürbar.
Eine besondere und hochsensible Patientengruppe sind Senioren, die an Diabetes mellitus erkrankt sind. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt über die Jahre die Nerven (Polyneuropathie) und die Blutgefäße (Mikroangiopathie) in den Beinen und Füßen.
Die Folgen sind fatal: Das Schmerzempfinden im Fuß nimmt ab. Ein drückender Schuh, ein kleines Steinchen oder eine reibende Naht werden nicht mehr gespürt. Gleichzeitig heilen Wunden aufgrund der schlechten Durchblutung extrem langsam. Aus einer winzigen Druckstelle kann sich schnell ein offenes, infiziertes Geschwür (Ulkus) entwickeln – das sogenannte Diabetische Fußsyndrom.
Für Diabetiker sind Standardeinlagen strengstens verboten. Sie benötigen eine diabetisch adaptierte Fußbettung. Diese speziellen Einlagen werden im sogenannten Sandwich-Verfahren aus mehreren Schichten unterschiedlich harter Schaumstoffe maßgefertigt. Sie verteilen den Druck extrem weich und flächig. Zudem werden sie meist in Verbindung mit speziellen Diabetikerschutzschuhen getragen, die im Zehenbereich absolut nahtfrei sind und extra viel Volumen bieten. Die Vermessung und Fertigung dieser Bettungen erfordert eine spezielle Zertifizierung des Orthopädieschuhmachers.
Die Qualität einer Einlage steht und fällt mit der Präzision der Vermessung. Die Zeiten, in denen ausschließlich ein einfacher Blauabdruck auf Papier gemacht wurde, sind lange vorbei. Wenn Sie heute ein modernes Sanitätshaus in Stuttgart-Mitte, Bad Cannstatt oder Vaihingen betreten, erwartet Sie modernste Diagnostik.
1. Der 2D- und 3D-Fußscan: Hierbei stellen Sie sich barfuß auf eine Glasplatte. Ein optischer Scanner erfasst die Fußsohle hochauflösend von unten. Bei einem 3D-Scan wird zusätzlich die räumliche Form des Fußes, einschließlich des Gewölbes und der Zehenstellung, per Laser oder Kamerasystem millimetergenau digitalisiert. Diese Daten werden direkt an eine CNC-Fräse übermittelt, die den Einlagenrohling aus einem Block fräst.
2. Die dynamische Innendruckmessung (Pedographie): Ein Fuß in Ruhe verhält sich völlig anders als ein Fuß in der Bewegung. Bei der Pedographie gehen Sie über eine mit Tausenden von Sensoren ausgestattete Messplatte oder tragen spezielle Messsohlen in Ihren Schuhen. Der Computer zeichnet auf, wie sich der Druck während der gesamten Abrollbewegung des Fußes verteilt. Rote Bereiche auf dem Bildschirm zeigen gefährliche Druckspitzen an, die die Einlage später gezielt entlasten muss. Diese Methode ist besonders für Diabetiker und Rheumatiker von unschätzbarem Wert.
3. Der klassische Trittschaum: Trotz aller Digitalisierung hat der traditionelle Trittschaumkasten noch immer seine Berechtigung. Besonders wenn Füße starke Deformitäten aufweisen oder der Patient nicht mehr sicher stehen kann, drückt der Orthopädietechniker den Fuß des sitzenden Patienten in einen speziellen Spezialschaum. So entsteht ein exaktes Negativmodell, das anschließend mit Gips ausgegossen wird.
Moderne 3D-Scanner ermöglichen eine millimetergenaue Anpassung Ihrer neuen orthopädischen Einlagen.
Neben den Füßen benötigen oft auch die Beine im Alter medizinische Unterstützung. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind das wichtigste Hilfsmittel in der phlebologischen und lymphologischen Therapie. Ihre Funktionsweise basiert auf einem einfachen, aber hochwirksamen physikalischen Prinzip: Sie üben einen exakt definierten, von unten nach oben abnehmenden Druck auf das Bein aus.
Am Knöchel ist der Druck am höchsten und nimmt in Richtung Knie oder Oberschenkel kontinuierlich ab. Dieser Druckverlauf presst die erweiterten Venen zusammen. Dadurch können die Venenklappen wieder schließen, das Blut fließt schneller und zielgerichteter zum Herzen zurück, und der Austritt von Flüssigkeit in das umliegende Gewebe (was zu geschwollenen Beinen führt) wird gestoppt.
Die häufigsten medizinischen Indikationen für Senioren sind:
Chronisch venöse Insuffizienz (CVI): Eine dauerhafte Schwäche der Venen, oft einhergehend mit schweren, müden Beinen und bräunlichen Hautverfärbungen.
Varikose (Krampfaderleiden): Krankhaft erweiterte, geschlängelte oberflächliche Venen.
Thromboseprophylaxe: Zur Vermeidung von Blutgerinnseln, besonders nach Operationen oder bei eingeschränkter Mobilität.
Lymphödem: Eine Störung des Lymphsystems, bei der sich eiweißreiche Flüssigkeit im Gewebe staut.
Lipödem: Eine chronische Fettverteilungsstörung, die mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit einhergeht.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass Kompressionsstrumpf gleich Kompressionsstrumpf sei. Fachleute unterscheiden streng zwischen zwei Herstellungsverfahren, die für völlig unterschiedliche Krankheitsbilder eingesetzt werden:
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind hochelastisch, relativ dünn und optisch oft kaum von einer eleganten blickdichten Strumpfhose zu unterscheiden. Sie haben einen hohen Ruhedruck und werden primär bei reinen Venenleiden (Krampfadern, schwere Beine) eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Dehnbarkeit passen sie sich normalen Beinformen gut an und werden häufig in Seriengrößen angeboten.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden Reihe für Reihe flach gestrickt und anschließend mit einer flachen Naht an der Rückseite zusammengenäht. Das Material ist deutlich dicker, fester und weniger elastisch. Flachstrickstrümpfe haben einen hohen Arbeitsdruck: Sie bilden eine feste Wand gegen die Muskulatur, wenn diese sich bewegt, was eine massierende Wirkung erzeugt. Sie werden fast ausschließlich nach Maß gefertigt und sind die einzige richtige Wahl bei Lymphödemen, Lipödemen und extremen Beinschwellungen, da sie nicht in tiefe Hautfalten einschneiden können.
Der Arzt legt auf dem Rezept nicht nur die Länge des Strumpfes (z. B. wadenlang, schenkellang oder als Strumpfhose) fest, sondern auch die Stärke des Drucks. In Deutschland werden medizinische Kompressionsstrümpfe in vier Kompressionsklassen (CCL oder KKL) eingeteilt:
KKL 1 (Leichte Kompression): Wird bei leichten Stauungsbeschwerden, beginnenden Krampfadern in der Schwangerschaft oder zur Vorbeugung bei langem Stehen oder Sitzen eingesetzt.
KKL 2 (Mittlere Kompression): Dies ist die mit Abstand am häufigsten verordnete Klasse für Senioren. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venenoperationen, bei geschwollenen Beinen und nach einer abgeheilten Venenentzündung verschrieben.
KKL 3 (Kräftige Kompression): Kommt bei schweren Venenleiden, ausgeprägten Lymphödemen, schwerer Neigung zu Ödemen und nach einer tiefen Beinvenenthrombose zum Einsatz. Das Anziehen dieser Strümpfe erfordert bereits deutlichen Kraftaufwand.
KKL 4 (Sehr kräftige Kompression): Wird nur bei extremen Krankheitsbildern, wie massiven Lymphödemen (Elephantiasis), verordnet und meist individuell maßgefertigt.
Ein Kompressionsstrumpf kann seine medizinische Wirkung nur entfalten, wenn er absolut perfekt sitzt. Ein zu weiter Strumpf rutscht und wirkt nicht, ein zu enger Strumpf schnürt ab und ist gefährlich. Daher ist die exakte Vermessung im Sanitätshaus der wichtigste Schritt.
WICHTIG: Die Vermessung der Beine sollte zwingend morgens erfolgen. Im Laufe des Tages sackt Flüssigkeit in die Beine, sie schwellen an. Würde man nachmittags messen, wäre der angefertigte Strumpf morgens nach dem Aufstehen, wenn das Bein abgeschwollen ist, zu weit.
Auch hier hat in Stuttgart die Digitalisierung Einzug gehalten. Anstatt das Bein mühsam mit einem Maßband an unzähligen Punkten zu vermessen, nutzen führende Sanitätshäuser heute digitale 3D-Messsysteme. Der Patient stellt sich dabei auf eine kleine Plattform. Sensoren scannen die Beine berührungslos mit Infrarotlicht oder Kameras in wenigen Sekunden. Das System erstellt ein exaktes 3D-Modell der Beine und berechnet alle relevanten Umfangs- und Längenmaße fehlerfrei. Aus diesen Daten wird ermittelt, ob eine Seriengröße ausreicht oder eine individuelle Maßanfertigung notwendig ist.
Medizinische Kompressionsstrümpfe fördern die Durchblutung und sorgen spürbar für leichte Beine.
Für viele Senioren und Angehörige wirkt der bürokratische Weg zum Hilfsmittel oft unübersichtlich. Hier ist der strukturierte Ablauf, wie Sie in Stuttgart im Jahr 2026 zu Ihren Einlagen oder Kompressionsstrümpfen kommen:
Der Arztbesuch: Der erste Weg führt zum Hausarzt, Orthopäden, Phlebologen (Venenfacharzt) oder Diabetologen. Dieser stellt die Diagnose und stellt ein Rezept (Verordnung) aus. Seit der flächendeckenden Einführung digitaler Prozesse kann dies auch als E-Rezept geschehen. Auf dem Rezept müssen die genaue Diagnose, das benötigte Hilfsmittel und eventuelle Besonderheiten (z.B. "Maßanfertigung erforderlich" oder "diabetisch adaptiert") vermerkt sein.
Gültigkeit des Rezepts beachten: Warten Sie nicht zu lange! Verordnungen für Hilfsmittel müssen in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellungsdatum bei einem Leistungserbringer (Sanitätshaus) eingereicht werden.
Die Wahl des Sanitätshauses: Suchen Sie ein qualifiziertes Sanitätshaus in Ihrer Nähe auf. Achten Sie darauf, dass das Geschäft barrierefrei ist, falls Sie einen Rollator oder Rollstuhl nutzen. Viele Stuttgarter Sanitätshäuser bieten für immobile Patienten auch Hausbesuche an.
Vermessung und Beratung: Das Fachpersonal nimmt sich Zeit für die Vermessung (morgens bei Strümpfen!) und bespricht mit Ihnen die Materialauswahl, Farben und eventuelle Zuzahlungen.
Genehmigung durch die Krankenkasse: Bei einfachen Standardversorgungen kann das Sanitätshaus direkt abrechnen. Bei aufwendigen Maßanfertigungen oder speziellen Materialien muss das Sanitätshaus vorab einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Die Genehmigung dauert meist wenige Tage bis Wochen.
Anprobe und Abgabe: Sobald das Hilfsmittel fertig ist, werden Sie benachrichtigt. Bei der Abholung wird der Sitz zwingend am Patienten kontrolliert. Einlagen werden in Ihre mitgebrachten Schuhe eingepasst. Bei Kompressionsstrümpfen wird das korrekte An- und Ausziehen geübt.
Das deutsche Gesundheitssystem und das Sozialgesetzbuch V (SGB V) regeln die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln sehr genau. Orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe sind im offiziellen Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gelistet. Das bedeutet: Wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Standardversorgung.
Dennoch kommen in der Regel Kosten auf Sie zu, die sich in zwei Kategorien aufteilen:
1. Die gesetzliche Zuzahlung: Jeder gesetzlich Versicherte über 18 Jahren muss eine gesetzliche Zuzahlung leisten, es sei denn, er besitzt einen gültigen Befreiungsausweis. Diese Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Bei einem Paar Einlagen zahlen Sie also in der Regel zwischen 5 und 10 Euro gesetzliche Zuzahlung. Für weiterführende offizielle Informationen zu den gesetzlichen Regelungen können Sie sich auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit informieren.
2. Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt einen festgelegten Festbetrag, der eine zweckmäßige und ausreichende Standardversorgung abdeckt. Wünschen Sie jedoch Extras, die über das medizinisch Notwendige hinausgehen, müssen Sie die Differenz selbst tragen. Dies nennt man wirtschaftliche Aufzahlung. Solche Extras können sein:
Besonders dünne, leichte Carbon-Einlagen, die in elegante Schuhe passen.
Spezielle, atmungsaktive Sportbezüge für Einlagen.
Kompressionsstrümpfe in modischen Trendfarben oder mit Mustern.
Besonders hautfreundliche, pflegende Materialien (z.B. mit eingearbeiteter Aloe Vera).
Haftbänder mit Spitzenmotiven bei Oberschenkelstrümpfen.
Diese Aufzahlungen können je nach Material und Sanitätshaus variieren und liegen meist zwischen 15 und 50 Euro pro Paar.
Wie oft haben Sie Anspruch auf neue Hilfsmittel? Aus hygienischen und medizinischen Gründen verliert das Material mit der Zeit seine stützende oder komprimierende Wirkung. Bei gesetzlich Versicherten gilt als Richtwert: Bei Einlagen übernimmt die Kasse in der Regel zwei Paar pro Jahr. Bei Kompressionsstrümpfen haben Sie Anspruch auf eine Erstversorgung und eine Wechselversorgung (also zwei Paar) aus hygienischen Gründen. Danach können in der Regel alle sechs Monate (also zwei Paar pro Jahr) neue Strümpfe verordnet werden, sofern der Arzt dies für notwendig erachtet.
Das Anziehen von Kompressionsstrümpfen, besonders ab der Kompressionsklasse 2, ist ein Kraftakt. Für Senioren, deren Handkraft nachlässt, die an Arthrose in den Fingern leiden oder die sich aufgrund von Rücken- oder Hüftproblemen nicht mehr tief bücken können, wird das tägliche Anlegen zur Qual oder gar zur Unmöglichkeit.
Hier bieten Anziehhilfen eine enorme Erleichterung. Auch diese können vom Arzt auf Rezept verordnet werden. Es gibt verschiedene Systeme:
Gleitmatten und Gleitsocken: Diese bestehen aus extrem glatter Fallschirmseide. Sie werden über den Fuß gezogen, der Strumpf gleitet mühelos darüber. Anschließend wird die Gleithilfe an einer Schlaufe vorne an den Zehen wieder herausgezogen. Diese eignen sich besonders für Strümpfe mit offener Fußspitze.
Drahtgestelle (Anziehgestelle): Der Strumpf wird über einen halbrunden Metall- oder Kunststoffrahmen gestülpt und vorgedehnt. Der Patient kann dann einfach mit dem Fuß hineinschlüpfen, ohne sich bücken zu müssen, und zieht den Strumpf an seitlichen Griffen nach oben.
Spezialhandschuhe: Gummihandschuhe mit speziellen Noppen sollten beim Anziehen immer getragen werden. Sie geben den nötigen Grip, um das feste Gestrick am Bein nach oben zu streichen und gleichmäßig zu verteilen, ohne den Strumpf mit den Fingernägeln zu beschädigen.
Mit praktischen Anziehhilfen und Spezialhandschuhen meistern Sie das Anlegen völlig mühelos.
Wenn trotz Anziehhilfen das An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe nicht mehr selbstständig bewältigt werden kann, ist Hilfe von außen nötig. Pflegende Angehörige übernehmen diese Aufgabe oft, müssen sich die richtige Technik jedoch im Sanitätshaus oder von einer Pflegekraft genau zeigen lassen, um die empfindliche Altershaut nicht zu verletzen.
Alternativ kann das An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe (ab Klasse 2) von einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Dies fällt unter den Bereich der medizinischen Behandlungspflege (nach SGB V) und wird vom Arzt separat verordnet ("Verordnung häuslicher Krankenpflege"). Die Kosten hierfür übernimmt die Krankenkasse, völlig unabhängig davon, ob ein Pflegegrad der Pflegekasse vorliegt oder nicht. Dies ist eine enorme Entlastung für den Alltag von Senioren, die ansonsten noch völlig selbstständig in ihrer Stuttgarter Wohnung leben.
Damit Ihre maßgefertigten Hilfsmittel ihre Funktion über die vorgesehenen sechs bis zwölf Monate behalten, ist die richtige Pflege essenziell. Falsche Reinigung zerstört die teuren Materialien oft schon nach wenigen Wochen.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliche Reinigung: Kompressionsstrümpfe müssen täglich nach dem Tragen gewaschen werden. Nur so ziehen sich die gedehnten Elasthan-Fäden wieder zusammen und der medizinische Druck bleibt erhalten. Zudem werden Hautschuppen, Schweiß und Cremereste entfernt, die das Material angreifen.
Waschmaschine oder Handwäsche: Sie können die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine waschen (Schonwaschgang). Schließen Sie bei Strumpfhosen vorher alle Reiß- oder Klettverschlüsse und nutzen Sie ein Wäschenetz.
Das absolute Weichspüler-Verbot: Verwenden Sie niemals Weichspüler! Weichspüler verklebt und zerstört die feinen Elasthan-Fasern sofort. Nutzen Sie ein mildes Feinwaschmittel oder spezielle Kompressionsstrumpf-Waschmittel aus dem Sanitätshaus.
Trocknen: Legen Sie die Strümpfe zum Trocknen flach auf ein Handtuch. Nicht auswringen! Legen Sie sie niemals direkt auf die Heizung oder in die pralle Sonne und geben Sie sie nicht in den Wäschetrockner (es sei denn, der Hersteller erlaubt dies ausdrücklich auf dem Etikett).
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen jeden Abend aus den Schuhen heraus, damit die aufgenommene Fußfeuchtigkeit verdunsten kann. Dies verhindert Geruchsbildung und Bakterienwachstum.
Reinigung: Wischen Sie Einlagen mit Leder- oder Synthetikbezug regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch und etwas milder Seife ab.
Trocknen: Auch Einlagen dürfen niemals auf der Heizung getrocknet werden, da sich das Material sonst verformt oder der Kleber löst.
Kontrolle: Prüfen Sie die Einlagen regelmäßig auf Risse oder stark abgenutzte Stellen. Wenn der Bezug durchgescheuert ist, kann das Sanitätshaus diesen oft für wenig Geld erneuern, ohne dass eine komplett neue Einlage gefertigt werden muss.
Die richtige und schonende Pflege verlängert die Lebensdauer Ihrer medizinischen Hilfsmittel enorm.
Um bestmöglich auf Ihren Termin vorbereitet zu sein, haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:
Rezept prüfen: Ist das Rezept noch gültig (nicht älter als 28 Tage)? Sind alle Diagnose-Angaben korrekt?
Termin vereinbaren: Rufen Sie vorher an. Für Maßanfertigungen und aufwendige Vermessungen ist ein Termin sinnvoll, um Wartezeiten zu vermeiden.
Uhrzeit beachten: Termine für Kompressionsstrümpfe immer vormittags vereinbaren, bevor die Beine anschwellen.
Die richtigen Schuhe mitbringen: Bringen Sie zur Einlagen-Anpassung genau die Schuhe mit, in denen Sie die Einlagen später am häufigsten tragen werden. Idealerweise haben diese Schuhe eine herausnehmbare Innensohle. Bringen Sie am besten zwei Paar Schuhe (z.B. Straßenschuhe und Hausschuhe) mit.
Körperpflege: Waschen Sie vor der Vermessung Füße und Beine, aber cremen Sie diese nicht ein. Cremes machen die Haut rutschig, was die Vermessung und das Anprobieren erschwert.
Fragen notieren: Überlegen Sie sich vorab, ob Sie Probleme mit den Händen haben und eventuell direkt nach einer Anziehhilfe fragen sollten.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind im Jahr 2026 hochmoderne, auf den Millimeter genau angepasste medizinische Meisterwerke. Dank innovativer 3D-Messtechnik und digitaler Analyseverfahren in den lokalen Sanitätshäusern in Stuttgart erhalten Sie eine Versorgung, die so individuell ist wie Ihr eigener Fingerabdruck.
Ob Sie das Diabetische Fußsyndrom behandeln lassen müssen, Unterstützung bei Arthrose benötigen oder Ihre Venen entlasten wollen: Der richtige Weg führt immer über eine fundierte ärztliche Diagnose und die handwerkliche Präzisionsarbeit der Orthopädie- und Rehatechnik. Scheuen Sie sich nicht, diese Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Mit der richtigen Beratung, der passenden Anziehhilfe und einer konsequenten Pflege der Materialien investieren Sie direkt in Ihre eigene Unabhängigkeit. Bleiben Sie aktiv, nutzen Sie die Möglichkeiten der modernen Medizin und genießen Sie Ihre Mobilität – ob bei einem Spaziergang am Neckar oder beim Bewältigen der Stuttgarter Stäffele.
Wichtige Antworten für Senioren und Angehörige im Überblick