Tagespflege in Göttingen: Kosten, Finanzierung & Pflegegeld 2026

Tagespflege in Göttingen: Kosten, Finanzierung & Pflegegeld 2026

Tagespflege in Göttingen: Ein Gewinn für Senioren und pflegende Angehörige

Die Pflege eines geliebten Menschen in den eigenen vier Wänden ist eine Aufgabe, die höchsten Respekt verdient. Sie erfordert Zeit, emotionale Hingabe und oft auch enorme körperliche Kraft. Viele pflegende Angehörige in Göttingen und Umgebung stoßen irgendwann an ihre Belastungsgrenzen. Genau hier setzt die teilstationäre Pflege – besser bekannt als Tagespflege – an. Sie bietet die perfekte Balance: Der pflegebedürftige Mensch verbringt den Tag in einer professionellen, fördernden Gemeinschaft und kehrt am späten Nachmittag in sein vertrautes Zuhause zurück.

Doch sobald das Thema Tagespflege aufkommt, steht eine drängende Frage im Raum: "Wie soll ich das bezahlen? Und wird mir dann mein Pflegegeld gestrichen?"

Die gute Nachricht vorweg: Durch die aktuellen gesetzlichen Regelungen und die Leistungsanpassungen der Pflegeversicherung im Jahr 2026 ist es in vielen Fällen möglich, den Aufenthalt in einer Göttinger Tagespflegeeinrichtung komplett über die Pflegekasse zu finanzieren, ohne dass Ihr monatliches Pflegegeld auch nur um einen einzigen Cent gekürzt wird. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie detailliert, wie die separaten Budgets der Pflegekasse funktionieren, wie sich die Kosten in Göttingen zusammensetzen und mit welchen strategischen Schritten Sie die finanzielle Unterstützung optimal ausschöpfen.

Das größte Missverständnis: Warum Ihr Pflegegeld unangetastet bleibt

Einer der hartnäckigsten Mythen in der häuslichen Pflege lautet: Wer eine Tagespflege nutzt, verliert sein Pflegegeld. Diese Annahme führt leider dazu, dass unzählige Familien in Göttingen auf diese wertvolle Entlastung verzichten. Dabei ist die Rechtslage im Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) absolut eindeutig.

Die Tagespflege wird rechtlich als teilstationäre Leistung eingestuft und ist im § 41 SGB XI geregelt. Das Pflegegeld hingegen, welches Sie für die selbst organisierte Pflege zu Hause erhalten, fällt unter § 37 SGB XI. Der Gesetzgeber hat bewusst entschieden, dass diese beiden Töpfe völlig unabhängig voneinander existieren. Das bedeutet in der Praxis: Die Pflegekasse stellt Ihnen für die Tagespflege ein zusätzliches, separates Budget zur Verfügung.

Sie müssen sich also nicht zwischen der finanziellen Unterstützung für Ihre häusliche Pflegearbeit und der professionellen Betreuung in einer Tagesstätte entscheiden. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf beides in vollem Umfang. Solange die häusliche Pflege an den Abenden, am Morgen und an den Wochenenden sichergestellt ist, fließt das Pflegegeld zu 100 Prozent weiter auf Ihr Konto. Dies ist eine bewusste Strategie des Gesetzgebers, um pflegende Angehörige zu entlasten und die häusliche Pflege so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

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Die aktuellen Budgets der Pflegekasse für die Tagespflege im Jahr 2026

Um die Finanzierung zu verstehen, müssen wir uns die konkreten Zahlen ansehen. Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) wurden die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung spürbar angehoben. Diese erhöhten Sätze gelten in vollem Umfang für das Jahr 2026. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Budgets für die Tagespflege ist ein anerkannter Pflegegrad 2 bis 5.

Hier ist die Übersicht der monatlichen Budgets, die Ihnen 2026 ausschließlich für die Tagespflege zur Verfügung stehen:

  • Pflegegrad 1: Kein separates Budget für teilstationäre Pflege (hier kann nur der Entlastungsbetrag genutzt werden).

  • Pflegegrad 2: Ein monatliches Tagespflege-Budget von 721 Euro.

  • Pflegegrad 3: Ein monatliches Tagespflege-Budget von 1.357 Euro.

  • Pflegegrad 4: Ein monatliches Tagespflege-Budget von 1.685 Euro.

  • Pflegegrad 5: Ein monatliches Tagespflege-Budget von 2.085 Euro.

Zum Vergleich und zur Beruhigung hier noch einmal die Beträge des Pflegegeldes für das Jahr 2026, die Sie zusätzlich und ungekürzt auf Ihr Konto überwiesen bekommen, wenn Sie die Pflege zu Hause selbst organisieren:

  • Pflegegrad 2: 347 Euro monatlich.

  • Pflegegrad 3: 599 Euro monatlich.

  • Pflegegrad 4: 800 Euro monatlich.

  • Pflegegrad 5: 990 Euro monatlich.

Wenn ein Senior mit Pflegegrad 3 also an zwei Tagen in der Woche eine Tagespflege in Göttingen besucht, bezahlt die Pflegekasse die Einrichtung aus dem 1.357-Euro-Topf. Die 599 Euro Pflegegeld bleiben vollständig bei der Familie. Weitere verifizierte Informationen zu den gesetzlichen Leistungsbeträgen finden Sie auf der offiziellen Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ein älterer Herr sitzt entspannt in einem bequemen Sessel und liest ein Buch, während im Hintergrund andere Senioren an einem Tisch sitzen. Helles, freundliches Zimmer, realistische Szene, keine Schrift.

In der Tagespflege können Senioren entspannte Momente in Gemeinschaft genießen.

Kostenstruktur einer Tagespflege in Göttingen: Wer zahlt was?

Um zu verstehen, wie Sie den Aufenthalt komplett zuzahlungsfrei gestalten können, müssen wir die Rechnung einer Tagespflegeeinrichtung entschlüsseln. Ein Tag in einer Einrichtung in Göttingen (beispielsweise in Weende, Geismar oder im Umland wie Bovenden oder Rosdorf) kostet im Durchschnitt zwischen 90 Euro und 120 Euro. Dieser Tagessatz setzt sich aus vier verschiedenen Posten zusammen:

  1. Pflegebedingte Aufwendungen (Pflegesatz): Dies ist der größte Posten. Er deckt das Personal, die grundpflegerische Versorgung, die medizinische Behandlungspflege (wie Medikamentengabe) und die soziale Betreuung ab.

  2. Fahrtkosten: Fast alle Einrichtungen in Göttingen bieten einen eigenen Fahrdienst an, der die Gäste morgens abholt und nachmittags nach Hause bringt – oft auch rollstuhlgerecht.

  3. Ausbildungsumlage: Ein kleiner gesetzlicher Beitrag zur Finanzierung der Pflegeausbildung.

  4. Unterkunft und Verpflegung (U&V) sowie Investitionskosten: Dies umfasst die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee), Getränke, die Instandhaltung der Räumlichkeiten, Strom, Heizung und Pacht.

Die goldene Regel der Abrechnung: Das oben genannte Tagespflege-Budget der Pflegekasse (z. B. 1.357 Euro bei Pflegegrad 3) darf gesetzlich nur für die Punkte 1 bis 3 (Pflege, Fahrtkosten, Ausbildungsumlage) verwendet werden.

Der Punkt 4 – Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten – gilt als sogenannter Eigenanteil. Die Logik dahinter: Auch wenn der Senior zu Hause geblieben wäre, hätte er essen, trinken und heizen müssen. Dieser Eigenanteil liegt in Göttingen je nach Einrichtung meist zwischen 15 Euro und 25 Euro pro Tag.

Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als müssten Sie für jeden Besuchstag 15 bis 25 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Doch genau hier kommt ein weiteres Instrument der Pflegekasse ins Spiel, das eine 100-Prozent-Finanzierung ermöglicht.

Der Entlastungsbetrag: Ihr Schlüssel zur 100-Prozent-Finanzierung

Jeder Mensch mit einem anerkannten Pflegegrad (von 1 bis 5) hat in der häuslichen Pflege Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI. Dieser Betrag wurde im Rahmen der jüngsten Pflegereformen angehoben und liegt im Jahr 2026 bei 131 Euro pro Monat.

Dieser Betrag wird nicht direkt auf Ihr Konto ausgezahlt, sondern ist zweckgebunden. Er ist genau dafür gedacht, pflegende Angehörige zu entlasten. Und jetzt kommt der entscheidende strategische Vorteil: Sie dürfen diesen Entlastungsbetrag von 131 Euro nutzen, um den Eigenanteil (Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten) der Tagespflege zu bezahlen!

Wenn Sie der Tagespflegeeinrichtung eine sogenannte Abtretungserklärung unterschreiben, rechnet die Einrichtung nicht nur die Pflegekosten mit dem Tagespflege-Budget ab, sondern holt sich auch den Eigenanteil direkt aus Ihrem Entlastungsbetrag bei der Pflegekasse. Sie als Angehöriger erhalten im Idealfall am Ende des Monats eine Rechnung über 0,00 Euro.

Sollten Sie den Entlastungsbetrag in den Vormonaten nicht genutzt haben, verfällt dieser nicht sofort. Die Beträge sammeln sich an und können bis zum 30. Juni des Folgejahres genutzt werden. Wer also im Herbst mit der Tagespflege beginnt, hat oft ein sattes Guthaben auf dem Entlastungskonto der Pflegekasse, das den Eigenanteil für viele Monate komplett abdeckt.

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Beispielrechnungen für Göttingen: So sieht die Finanzierung in der Praxis aus

Theorie ist wichtig, aber die Praxis entscheidet. Lassen Sie uns anhand von drei typischen Szenarien aus dem Göttinger Raum durchrechnen, wie die Finanzierung im Jahr 2026 konkret aussieht.

Szenario 1: Erna (82 Jahre), Pflegegrad 3, besucht die Tagespflege an 2 Tagen pro Woche

Erna lebt bei ihrer Tochter in Göttingen-Geismar. Um die Tochter zu entlasten, besucht Erna zweimal wöchentlich eine nahegelegene Tagespflege. Das sind durchschnittlich 8 Besuchstage im Monat.

  • Die Einrichtung berechnet pro Tag 85 Euro für Pflege/Fahrt und 15 Euro für Unterkunft/Verpflegung (Eigenanteil).

  • Kosten für Pflege/Fahrt: 8 Tage x 85 Euro = 680 Euro.

  • Finanzierung: Diese 680 Euro werden komplett aus Ernas Tagespflege-Budget für Pflegegrad 3 (1.357 Euro) bezahlt. Das Budget reicht locker aus.

  • Kosten für Eigenanteil: 8 Tage x 15 Euro = 120 Euro.

  • Finanzierung: Diese 120 Euro werden über den monatlichen Entlastungsbetrag (131 Euro) abgerechnet.

  • Fazit für die Familie: Die Zuzahlung beträgt 0 Euro. Die Tochter erhält weiterhin jeden Monat die vollen 599 Euro Pflegegeld auf ihr Konto.

Szenario 2: Walter (78 Jahre), Pflegegrad 4, besucht die Tagespflege an 3 Tagen pro Woche

Walter leidet an fortgeschrittener Demenz und braucht viel Struktur. Er geht an drei Tagen (ca. 13 Tage im Monat) in eine Einrichtung in Göttingen-Weende.

  • Die Einrichtung berechnet 95 Euro für Pflege/Fahrt und 18 Euro Eigenanteil pro Tag.

  • Kosten für Pflege/Fahrt: 13 Tage x 95 Euro = 1.235 Euro.

  • Finanzierung: Wird vollständig vom Tagespflege-Budget für Pflegegrad 4 (1.685 Euro) abgedeckt.

  • Kosten für Eigenanteil: 13 Tage x 18 Euro = 234 Euro.

  • Finanzierung: Der Entlastungsbetrag deckt 131 Euro ab. Es bleibt eine Differenz von 103 Euro.

  • Lösung: Walter hat aus dem letzten halben Jahr noch über 700 Euro angesparten Entlastungsbetrag bei der Pflegekasse liegen. Die Einrichtung nutzt dieses Guthaben. Zuzahlung: 0 Euro. Selbst wenn das Guthaben aufgebraucht wäre, könnte die Familie die 103 Euro problemlos aus dem unangetasteten Pflegegeld von 800 Euro bezahlen und hätte immer noch 697 Euro zur freien Verfügung.

Szenario 3: Hildegard (85 Jahre), Pflegegrad 5, besucht die Tagespflege an 5 Tagen pro Woche

Hildegard benötigt intensive Betreuung und ist von Montag bis Freitag (ca. 21 Tage im Monat) in der Tagespflege.

  • Die Einrichtung berechnet 105 Euro für Pflege/Fahrt und 20 Euro Eigenanteil.

  • Kosten für Pflege/Fahrt: 21 Tage x 105 Euro = 2.205 Euro.

  • Finanzierung: Das Budget für Pflegegrad 5 liegt bei 2.085 Euro. Hier entsteht eine Deckungslücke bei den Pflegekosten von 120 Euro.

  • Kosten für Eigenanteil: 21 Tage x 20 Euro = 420 Euro.

  • Finanzierung: Abzüglich der 131 Euro Entlastungsbetrag bleiben 289 Euro Eigenanteil übrig.

  • Fazit für die Familie: Bei einer Vollzeitbetreuung (5 Tage) reicht das Budget oft nicht mehr für eine 100-Prozent-Finanzierung. Die Familie muss monatlich 409 Euro (120 € + 289 €) zuzahlen. Da Hildegard jedoch 990 Euro Pflegegeld erhält, kann diese Zuzahlung komplett aus dem Pflegegeld bestritten werden. Der Familie bleiben immer noch 581 Euro Pflegegeld übrig – ein hervorragender Deal für eine 5-Tage-Vollzeitbetreuung!

Zwei Seniorinnen backen gemeinsam einen Kuchen in einer modernen, sauberen Therapieküche. Sie lachen und kneten Teig. Helle Beleuchtung, gemütliche Atmosphäre, realistischer Fotostil.

Gemeinsames Backen und Kochen fördert die Motorik und weckt schöne Erinnerungen.

Tagespflege und ambulanter Pflegedienst: Die perfekte Kombination

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der Beratung oft zu kurz kommt: Sie können die Tagespflege nicht nur mit dem Pflegegeld kombinieren, sondern auch mit einem ambulanten Pflegedienst (den sogenannten Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI).

Stellen Sie sich vor, Sie sind berufstätig und verlassen das Haus in Göttingen morgens um 07:00 Uhr. Der Fahrdienst der Tagespflege kommt aber erst um 08:30 Uhr. Wer hilft Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen beim Aufstehen, Waschen und Anziehen?

Die Lösung ist die Kombinationsleistung. Sie können einen ambulanten Pflegedienst beauftragen, der morgens um 07:30 Uhr zu Ihnen nach Hause kommt und die Grundpflege übernimmt. Anschließend holt der Fahrdienst den Senior ab. Die Pflegekasse bezahlt den ambulanten Pflegedienst aus dem Budget der Pflegesachleistungen (z. B. 1.497 Euro bei Pflegegrad 3 im Jahr 2026) und die Tagespflege aus dem separaten Tagespflege-Budget (1.357 Euro). Beide Leistungen existieren nebeneinander, ohne sich gegenseitig aufzufressen. Dies ermöglicht eine lückenlose, hochprofessionelle Versorgungskette, die es Angehörigen erlaubt, beruhigt ihrem Beruf nachzugehen.

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Ein typischer Tag in einer Göttinger Tagespflegeeinrichtung

Um die Angst vor dem "Abschieben" zu nehmen, ist es wichtig zu verstehen, welch enormen Mehrwert eine Tagespflege für die Lebensqualität des Seniors bietet. Es geht hier nicht um bloße Aufbewahrung, sondern um Aktivierung, soziale Teilhabe und Lebensfreude.

Ein typischer Tag beginnt meist zwischen 08:00 und 09:00 Uhr. Der hauseigene Fahrdienst holt die Gäste direkt an der Haustür ab. In der Einrichtung angekommen, startet der Tag mit einem gemeinsamen, ausgiebigen Frühstück. Hier werden erste Gespräche geführt, man tauscht sich über Neuigkeiten aus Göttingen aus – vielleicht über den Wochenmarkt am Rathaus oder das Wetter am Kiessee.

Nach dem Frühstück folgt oft eine Zeitungsrunde, bei der die aktuelle Tagespresse (wie das Göttinger Tageblatt) gelesen und diskutiert wird. Dies hält den Geist wach und fördert die Orientierung. Anschließend stehen verschiedene, auf die Fähigkeiten der Gäste abgestimmte Aktivitäten auf dem Programm:

  • Gedächtnistraining und Biografiearbeit: Spielerische Übungen, um die kognitiven Fähigkeiten zu erhalten.

  • Sitzgymnastik und Sturzprophylaxe: Leichte körperliche Bewegung zur Erhaltung der Mobilität.

  • Kreatives Gestalten: Basteln, Malen oder gemeinsames Singen von bekannten Volksliedern.

  • Gemeinsames Kochen oder Backen: In vielen Einrichtungen gibt es Therapieküchen, in denen die Gäste beim Vorbereiten des Mittagessens helfen können – eine Tätigkeit, die tiefe Erinnerungen weckt und das Gefühl gibt, gebraucht zu werden.

Gegen Mittag wird gemeinsam warm gegessen. Danach gibt es eine ausgedehnte Mittagsruhe. Dafür stehen bequeme Ruhesessel oder sogar Betten in separaten, ruhigen Räumen zur Verfügung. Wer nicht schlafen möchte, kann lesen oder leise Musik hören.

Der Nachmittag wird mit einer gemütlichen Kaffee- und Kuchenrunde eingeläutet. Oft gibt es noch einen kleinen Spaziergang im Garten oder auf der Terrasse der Einrichtung, bevor der Fahrdienst die Gäste zwischen 15:30 und 16:30 Uhr wieder sicher nach Hause bringt. Der Senior kehrt mit neuen Eindrücken, gut versorgt und ausgeglichen in den Familienkreis zurück.

Eine einfühlsame Pflegekraft hält sanft die Hände einer älteren Dame mit grauem Haar. Beide lächeln sich vertrauensvoll an. Ruhige, sichere Umgebung mit warmen Farben, ohne Text im Bild.

Eine liebevolle und verständnisvolle Betreuung gibt Menschen mit Demenz Sicherheit.

Warum die Tagespflege besonders bei Demenz so wichtig ist

In Göttingen und der umliegenden Region steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen für Menschen mit demenziellen Veränderungen stetig. Für Angehörige ist die Pflege eines demenzkranken Menschen ein 24-Stunden-Job, der ständige Wachsamkeit erfordert (Stichwort: Hinlauftendenz oder nächtliche Unruhe).

Tagespflegeeinrichtungen sind architektonisch und konzeptionell genau auf diese Zielgruppe vorbereitet. Die Räume sind barrierefrei, farblich so gestaltet, dass sie Orientierung bieten, und vor allem ausbruchsicher, ohne dabei wie ein Gefängnis zu wirken. Das Pflegepersonal ist speziell in Konzepten wie der Validation geschult. Sie holen den demenzkranken Menschen in seiner eigenen Realität ab, anstatt ihn ständig zu korrigieren, was oft zu Frustration und Aggression führt.

Der feste Rhythmus der Tagespflege – gleiche Zeiten, gleiche Gesichter, gleiche Rituale – gibt Menschen mit Demenz ein enormes Gefühl von Sicherheit. Studien und Erfahrungswerte zeigen, dass Demenzpatienten, die regelmäßig eine Tagespflege besuchen, nachts besser durchschlafen, tagsüber ausgeglichener sind und der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann. Für den pflegenden Angehörigen bedeuten diese 8 Stunden "frei" die Rettung vor dem eigenen Burnout.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So beantragen Sie die Tagespflege in Göttingen

Der Weg in die Tagespflege ist unkompliziert, wenn man die richtige Reihenfolge einhält. So gehen Sie in Göttingen am besten vor:

  1. Pflegegrad prüfen: Stellen Sie sicher, dass ein Pflegegrad 2 oder höher vorliegt. Falls noch kein Pflegegrad existiert, beantragen Sie diesen umgehend bei Ihrer Pflegekasse. Der Medizinische Dienst (MD) wird dann die Begutachtung vornehmen.

  2. Einrichtungen recherchieren: Suchen Sie nach Tagespflegen in Ihrem direkten Umkreis in Göttingen (z.B. in der Nordstadt, Südstadt, Grone oder den umliegenden Gemeinden). Achten Sie auf den Einzugsbereich des Fahrdienstes.

  3. Kontakt aufnehmen und beraten lassen: Rufen Sie bei zwei bis drei Einrichtungen an. Fragen Sie nach freien Kapazitäten für Ihre Wunschtage.

  4. Den kostenlosen Schnuppertag nutzen: Fast jede seriöse Tagespflege in Göttingen bietet einen kostenlosen Probetag an. Nutzen Sie diesen! So kann Ihr Angehöriger prüfen, ob ihm die Atmosphäre, das Essen und das Personal zusagen.

  5. Vertrag schließen und Abtretungserklärung unterschreiben: Wenn alles passt, schließen Sie den Pflegevertrag ab. Unterschreiben Sie gleichzeitig die Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag, damit die Einrichtung den Eigenanteil direkt mit der Kasse abrechnen kann.

  6. Information an die Pflegekasse: Die Einrichtung reicht den Vertrag in der Regel direkt bei der Pflegekasse ein. Sie selbst müssen meist keine komplizierten Anträge mehr ausfüllen. Die Kasse richtet das Tagespflege-Budget dann automatisch ein.

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Checkliste: So finden Sie die perfekte Tagespflege in Göttingen und Umgebung

Nicht jede Einrichtung passt zu jedem Menschen. Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Sie beim Besichtigungstermin oder am Schnuppertag auf folgende Punkte achten:

  • Fahrdienst: Wird ein hauseigener Fahrdienst angeboten? Ist dieser für Rollstuhlfahrer geeignet (Hebebühne/Rampe)? Wie lang ist die durchschnittliche Fahrzeit von Ihrer Wohnung zur Einrichtung?

  • Öffnungszeiten: Passen die Bring- und Abholzeiten zu Ihren eigenen Arbeitszeiten oder Ihrem Rhythmus?

  • Räumlichkeiten: Sind die Räume hell, freundlich und absolut barrierefrei? Gibt es ausreichend Rückzugsorte und bequeme Ruhesessel für den Mittagsschlaf?

  • Außenbereich: Verfügt die Einrichtung über einen geschützten Garten oder eine große Terrasse, die im Sommer sicher genutzt werden kann?

  • Verpflegung: Wird in der Einrichtung frisch gekocht oder wird das Essen von einem Caterer geliefert? Können spezielle Diäten (z. B. bei Diabetes) oder Unverträglichkeiten berücksichtigt werden?

  • Spezialisierung: Ist das Personal speziell für den Umgang mit Demenzpatienten geschult? Gibt es eventuell sogar separate Gruppen für Menschen mit und ohne Demenz?

  • Atmosphäre: Wie ist der Umgangston zwischen dem Personal und den Gästen? Wirkt die Stimmung fröhlich und entspannt oder eher hektisch?

Ein moderner, rollstuhlgerechter Kleinbus steht mit geöffneter Rampe vor einem gepflegten Einfamilienhaus. Ein freundlicher Fahrer hilft einem Senior beim Einsteigen. Sonniges Wetter, realistische Vorstadtszene.

Der hauseigene Fahrdienst sorgt für eine bequeme und sichere Anreise.

Sicherheit zu Hause und unterwegs: Wie PflegeHelfer24 Ihren Alltag ergänzt

Während Ihr Angehöriger an mehreren Tagen in der Woche bestens in der Göttinger Tagespflege versorgt ist, rückt die Sicherheit in der eigenen Häuslichkeit an den restlichen Tagen in den Fokus. Als bundesweiter Spezialist für Seniorenpflege und Hilfsmittel unterstützt Sie PflegeHelfer24 dabei, das Zuhause altersgerecht und sicher zu gestalten – und das meist mit starker finanzieller Beteiligung der Pflegekasse.

Ein zentrales Element für alleinlebende Senioren oder für die Stunden, in denen Angehörige einkaufen sind, ist der Hausnotruf. Ein Knopfdruck am Handgelenk genügt, um im Falle eines Sturzes sofort Hilfe zu rufen. Die Pflegekasse bezuschusst einen Hausnotruf bei vorliegendem Pflegegrad mit 25,50 Euro monatlich, was die Basiskosten in der Regel komplett deckt. PflegeHelfer24 kümmert sich um die schnelle Bereitstellung und die direkte Abrechnung mit der Kasse.

Um die Mobilität zu erhalten – sei es für den Weg zum Fahrdienst der Tagespflege oder für den Ausflug in die Göttinger Innenstadt – beraten wir Sie zudem umfassend zu Elektromobilen, Elektrorollstühlen und leichten Rollatoren. Sollte das Treppensteigen im eigenen Haus zur Hürde werden, organisieren wir den Einbau eines maßgeschneiderten Treppenlifts. Auch hier gilt: Die Pflegekasse unterstützt wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (wie den Treppenlift oder einen barrierefreien Badumbau) mit bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person im Haushalt.

Durch die intelligente Kombination aus der Tagespflege außer Haus und den technischen Hilfsmitteln von PflegeHelfer24 innerhalb der Wohnung, schaffen Sie ein lückenloses Sicherheitsnetz für Ihre Liebsten.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Tagespflege

Macht eine Tagespflege auch schon bei Pflegegrad 1 Sinn? Bei Pflegegrad 1 stellt die Pflegekasse noch kein separates Tagespflege-Budget (§ 41 SGB XI) zur Verfügung. Sie können jedoch den monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro nutzen, um gelegentliche Besuche (z.B. einen Tag im Monat) zu finanzieren. Für eine regelmäßige, wöchentliche Betreuung müssen die Kosten bei Pflegegrad 1 größtenteils privat getragen werden.

Was passiert mit den Kosten, wenn mein Angehöriger krank wird und nicht in die Tagespflege gehen kann? In der Regel erheben Tagespflegeeinrichtungen keine Kosten, wenn der Gast rechtzeitig (meist 24 Stunden vorher) abgemeldet wird. Bei kurzfristigen Absagen am selben Morgen kann es sein, dass der Eigenanteil für das bestellte Essen (Verpflegung) in Rechnung gestellt wird. Die Pflege- und Fahrtkosten dürfen von der Einrichtung nicht abgerechnet werden, wenn der Gast nicht anwesend war.

Kann ich die Besuchstage flexibel tauschen? Das hängt von der Auslastung der jeweiligen Einrichtung in Göttingen ab. Grundsätzlich werden feste Wochentage vertraglich vereinbart (z. B. immer dienstags und donnerstags). Ein Tausch ist oft möglich, muss aber vorher mit der Pflegedienstleitung abgesprochen werden, um die Kapazitäten im Fahrdienst und in der Gruppe zu planen.

Muss ich die Tagespflege während meines Urlaubs weiterbezahlen? Nein. Wenn Sie als Angehöriger in den Urlaub fahren und Ihr pflegebedürftiger Angehöriger in dieser Zeit beispielsweise in eine Kurzzeitpflege geht, pausiert der Vertrag mit der Tagespflege. Sie zahlen nur für die Tage, an denen die Leistung auch tatsächlich in Anspruch genommen wird.

Gilt das zusätzliche Budget auch für die Nachtpflege? Ja. Das Gesetz spricht in § 41 SGB XI von teilstationärer Tages- und Nachtpflege. Das Budget kann also auch für Einrichtungen genutzt werden, die eine Betreuung über Nacht anbieten (z. B. um Angehörigen von nachtaktiven Demenzpatienten Schlaf zu ermöglichen). Das Budget bleibt dasselbe und wird nicht verdoppelt, sondern kann flexibel für Tages- oder Nachtpflege eingesetzt werden.

Fazit: Nutzen Sie Ihre gesetzlichen Ansprüche im Jahr 2026

Die Pflege eines Familienmitglieds ist ein Marathon, kein Sprint. Wer versucht, diese Aufgabe über Jahre hinweg völlig allein und ohne Pausen zu stemmen, riskiert seine eigene körperliche und seelische Gesundheit. Die Tagespflege ist eines der wirkungsvollsten Instrumente, die das deutsche Pflegesystem zu bieten hat.

Die Angst, durch die Inanspruchnahme einer Tagespflege in Göttingen finanzielle Nachteile zu erleiden oder das wichtige Pflegegeld zu verlieren, ist dank der klaren gesetzlichen Trennung der Budgets völlig unbegründet. Im Jahr 2026 stehen Ihnen für die teilstationäre Pflege großzügige Summen zur Verfügung, die exakt für diesen Zweck reserviert sind. Lassen Sie dieses Geld nicht ungenutzt bei der Pflegekasse liegen!

Indem Sie das Tagespflege-Budget für die Pflege- und Fahrtkosten nutzen und den Entlastungsbetrag von 131 Euro geschickt für den Eigenanteil (Unterkunft und Verpflegung) einsetzen, können Sie Ihrem Angehörigen an mehreren Tagen in der Woche eine professionelle, aktivierende und freudvolle Zeit in einer Gemeinschaft ermöglichen – komplett ohne private Zuzahlung und bei vollem Erhalt Ihres Pflegegeldes.

Machen Sie den ersten Schritt: Suchen Sie das Gespräch mit einer Einrichtung in Göttingen, vereinbaren Sie einen unverbindlichen Schnuppertag und erleben Sie selbst, wie die Tagespflege nicht nur den Alltag Ihres Angehörigen bereichert, sondern auch Ihnen die nötige Kraft und Zeit zurückgibt, um die häusliche Pflege langfristig und liebevoll fortzuführen.

Häufige Fragen zur Tagespflege

Die wichtigsten Antworten zur Finanzierung und Organisation auf einen Blick

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