Donanemab gegen Alzheimer: Das neue Demenz-Medikament 2026 im Check

Donanemab gegen Alzheimer: Das neue Demenz-Medikament 2026 im Check

Benedikt Hübenthal
Zuletzt aktualisiert:
Bildquellen: KI-generiert

Donanemab (Kisunla) gegen Alzheimer: Der aktuelle Stand 2026

Die Diagnose Alzheimer ist für Betroffene und ihre Angehörigen ein tiefer Einschnitt, der das Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Jahrelang beschränkte sich die Medizin vorwiegend darauf, die Symptome der Erkrankung zu lindern, ohne den eigentlichen Krankheitsverlauf maßgeblich aufhalten zu können. Im Jahr 2026 hat sich diese medizinische Landschaft grundlegend gewandelt. Mit dem Wirkstoff Donanemab, der vom Pharmaunternehmen Eli Lilly unter dem Handelsnamen Kisunla vertrieben wird, steht in Deutschland nun der zweite Antikörper zur Verfügung, der direkt in die zugrundeliegenden Mechanismen der Alzheimer-Krankheit eingreift.

Nach einem intensiven Prüfverfahren und einer anfänglichen Ablehnung erteilte die Europäische Kommission am 25. September 2025 die offizielle Zulassung für den europäischen Markt. Seit November 2025 ist das Medikament in Deutschland verfügbar. Doch was genau bedeutet diese Entwicklung für Patienten und ihre Familien? Ist Kisunla das erhoffte Wundermittel gegen das Vergessen? In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie als Angehörige alles, was Sie im Jahr 2026 über die Wirksamkeit, die strengen Zulassungskriterien, die Behandlungsabläufe und die potenziellen Risiken von Donanemab wissen müssen.

Wie wirkt Donanemab im Gehirn?

Um zu verstehen, warum Kisunla als medizinischer Durchbruch gefeiert wird, muss man einen Blick auf die Ursachen der Alzheimer-Krankheit werfen. Bei Betroffenen sammeln sich im Gehirn schädliche Eiweißablagerungen an, die sogenannten Amyloid-beta-Plaques. Diese verklumpten Proteine stören die Kommunikation zwischen den Nervenzellen massiv und führen letztendlich zum Absterben der Gehirnzellen. Dies äußert sich im Alltag durch den fortschreitenden Verlust von Gedächtnis, Orientierung und Sprachvermögen.

Der Antikörper-Mechanismus

Donanemab ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper. Er wird im Labor künstlich hergestellt und ist darauf programmiert, gezielt diese schädlichen Amyloid-Plaques im Gehirn aufzuspüren und sich an sie zu binden. Sobald der Antikörper an die Plaques angedockt hat, sendet er ein Signal an die Mikrogliazellen – die Immunzellen des Gehirns. Diese körpereigene "Müllabfuhr" wird dadurch aktiviert und beginnt, die schädlichen Ablagerungen abzubauen und aus dem Gehirn zu transportieren.

In der entscheidenden klinischen Phase-III-Studie (TRAILBLAZER-ALZ 2) konnte gezeigt werden, dass Donanemab den kognitiven und funktionellen Abbau bei Patienten im Frühstadium um bis zu 35 Prozent über einen Zeitraum von 18 Monaten verlangsamen kann. Das bedeutet konkret: Die Patienten behalten ihre Selbstständigkeit im Alltag – wie etwa das Verwalten der eigenen Finanzen, das Führen von Gesprächen oder die Ausübung von Hobbys – für einen längeren Zeitraum bei.

Die Besonderheit: Ein möglicher Behandlungsstopp

Ein einzigartiges Merkmal von Kisunla im Vergleich zu anderen Therapien ist die Möglichkeit, die Behandlung zu beenden, sobald das Therapieziel erreicht ist. Während andere Medikamente dauerhaft verabreicht werden müssen, sieht das Konzept von Donanemab vor, dass die Infusionen gestoppt werden können, sobald Kontrolluntersuchungen zeigen, dass die Amyloid-Plaques auf ein minimales Level reduziert wurden. Dies verringert nicht nur die Belastung für den Patienten durch ständige Krankenhausbesuche, sondern senkt auch die immensen Behandlungskosten für das Gesundheitssystem deutlich.

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Für wen ist Kisunla geeignet? (Strenge Zulassungskriterien)

Es ist wichtig zu betonen, dass Donanemab keine Heilung für Alzheimer bietet und zerstörte Nervenzellen nicht wiederherstellen kann. Aus diesem Grund ist das Medikament ausschließlich für eine sehr spezifische, eng umrissene Patientengruppe zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat hierfür strikte Vorgaben definiert.

1. Das frühe Krankheitsstadium

Die Behandlung kommt nur für Menschen infrage, die sich im absoluten Frühstadium der Erkrankung befinden. Mediziner sprechen hier von Mild Cognitive Impairment (MCI), also einer leichten kognitiven Beeinträchtigung, oder einer beginnenden, leichten Alzheimer-Demenz. Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium, bei denen die Krankheit bereits massive Schäden im Gehirn angerichtet hat, zeigt das Medikament keine ausreichende Wirkung mehr und die Risiken überwiegen den Nutzen.

2. Nachweis der Amyloid-Pathologie

Bevor eine Therapie überhaupt in Erwägung gezogen werden kann, muss zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Gedächtnisprobleme tatsächlich durch Amyloid-Ablagerungen verursacht werden. Nicht jede Demenz ist eine Alzheimer-Demenz. Dieser Nachweis erfolgt durch hochkomplexe und teure Diagnoseverfahren, auf die wir im nächsten Abschnitt detailliert eingehen.

3. Die entscheidende Rolle des ApoE4-Gens in Europa

Hier gibt es einen massiven Unterschied zwischen der Zulassung in den USA und in Europa. Das Gen Apolipoprotein E4 (ApoE4) gilt als der stärkste genetische Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Jeder Mensch erbt zwei Kopien dieses Gens (eine von jedem Elternteil). In der Europäischen Union ist Kisunlanur für Patienten zugelassen, die keine oder maximal eine Kopie des ApoE4-Gens tragen (sogenannte Heterozygote oder Nicht-Träger).

Patienten, die zwei Kopien dieses Gens in sich tragen (Homozygote), sind in Europa von der Behandlung ausgeschlossen. Der Grund dafür ist die Patientensicherheit: Klinische Studien haben gezeigt, dass bei dieser genetischen Konstellation das Risiko für lebensgefährliche Hirnschwellungen und Hirnblutungen unter der Therapie mit Donanemab überproportional hoch ist. Ein vorheriger Gentest ist vor Behandlungsbeginn in Deutschland daher gesetzlich und medizinisch zwingend vorgeschrieben.

Der Weg zur Therapie: Diagnostik und Voruntersuchungen

Der Weg bis zur ersten Infusion ist im Jahr 2026 lang, komplex und erfordert die Zusammenarbeit spezialisierter Gedächtnisambulanzen (Memory Clinics) und neurologischer Fachzentren. Wenn Sie bei einem Angehörigen erste Anzeichen von Vergesslichkeit bemerken, ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, der Sie an einen Neurologen überweist. Kommt Donanemab theoretisch infrage, beginnt ein umfassender Diagnose-Marathon.

Kognitive Tests und Basisuntersuchungen

Zunächst wird der geistige Zustand des Patienten durch standardisierte Tests (wie den Mini-Mental-Status-Test oder den Uhrentest) überprüft. Auch Blutuntersuchungen werden durchgeführt, um andere Ursachen für die Verwirrtheit (wie Vitamin-B12-Mangel oder Schilddrüsenerkrankungen) auszuschließen.

Der Nachweis der Plaques: Lumbalpunktion oder PET-Scan

Um die Amyloid-Plaques sichtbar zu machen, gibt es zwei Hauptverfahren:

  • Die Nervenwasseruntersuchung (Lumbalpunktion): Hierbei wird mit einer feinen Nadel im Bereich der unteren Wirbelsäule etwas Nervenwasser (Liquor) entnommen. Im Labor wird dieses Wasser auf typische Alzheimer-Biomarker untersucht. Das Verfahren gilt als sehr sicher, kann aber als unangenehm empfunden werden.

  • Der Amyloid-PET-Scan: Die Positronen-Emissions-Tomographie ist ein bildgebendes Verfahren. Dem Patienten wird eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die sich im Gehirn an die Amyloid-Plaques heftet. Im Scanner leuchten diese Bereiche dann auf. Dieses Verfahren ist schmerzfrei, aber sehr kostenintensiv (oft über 1.000 Euro) und wird derzeit nicht immer standardmäßig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

MRT-Scan und Gentest

Zusätzlich muss ein aktuelles Magnetresonanztomogramm (MRT) des Gehirns angefertigt werden. Der Arzt muss sicherstellen, dass der Patient nicht bereits unerkannte Mikroblutungen im Gehirn hat, die durch das Medikament verschlimmert werden könnten. Abschließend erfolgt der obligatorische Gentest zur Bestimmung des ApoE4-Status. Vor diesem Test müssen Patienten gemäß den deutschen Richtlinien umfassend genetisch beraten werden, da das Ergebnis auch Auswirkungen auf blutsverwandte Familienangehörige haben kann.

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Eine genaue ärztliche Diagnostik ist vor Behandlungsbeginn unerlässlich.

Ablauf der Behandlung: Was kommt auf Patienten zu?

Wenn alle Hürden genommen sind und der Patient für die Therapie geeignet ist, beginnt die eigentliche Behandlung. Kisunla wird nicht als Tablette eingenommen, sondern muss intravenös verabreicht werden.

  1. Der Infusionszyklus: Die Patienten müssen alle vier Wochen (also einmal im Monat) ein spezialisiertes neurologisches Zentrum oder eine Klinik aufsuchen.

  2. Dauer der Anwendung: Die Infusion selbst dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Danach muss der Patient zur Überwachung noch einige Zeit in der Praxis bleiben, um mögliche allergische Reaktionen sofort behandeln zu können.

  3. Engmaschige Überwachung: Besonders in den ersten sechs Monaten der Therapie ist das Risiko für Nebenwirkungen am höchsten. Daher sind regelmäßige MRT-Kontrolluntersuchungen zwingend vorgeschrieben (meist vor der 2., 3., 4. und 7. Infusion), um Veränderungen im Gehirn frühzeitig zu erkennen.

Sobald im Verlauf der Therapie durch einen erneuten PET-Scan oder andere validierte Verfahren nachgewiesen wird, dass die Plaques auf ein Minimum reduziert wurden, kann der behandelnde Arzt entscheiden, die Infusionen zu pausieren. Die Patienten werden danach jedoch weiterhin regelmäßig medizinisch überwacht.

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Die Infusionen finden regelmäßig in spezialisierten neurologischen Zentren statt.

Risiken und Nebenwirkungen: Das ARIA-Syndrom verständlich erklärt

Die Entscheidung für oder gegen Donanemab ist keine leichte. Als Angehörige müssen Sie gemeinsam mit dem Patienten und dem Arzt eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung treffen. Das größte Risiko dieser neuen Antikörper-Klasse ist das sogenannte ARIA-Syndrom (Amyloid-Related Imaging Abnormalities).

Wenn der Antikörper die Plaques aus den Blutgefäßen im Gehirn löst, können diese Gefäße vorübergehend undicht werden. Dies führt zu zwei möglichen Komplikationen:

  • ARIA-E (Ödeme): Hierbei tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen aus und es kommt zu einer Schwellung im Gehirn.

  • ARIA-H (Hämorrhagien): Es entstehen winzige, meist millimeterkleine Blutungen (Mikroblutungen) im Gehirngewebe.

In der Zulassungsstudie traten ARIA-Ereignisse bei fast 37 Prozent der behandelten Patienten auf. Die gute Nachricht: Bei den allermeisten Patienten verlaufen diese Veränderungen völlig asymptomatisch. Das bedeutet, der Patient spürt nichts davon, und die Schwellungen werden nur zufällig auf den obligatorischen Kontroll-MRTs entdeckt. In diesen Fällen wird die Therapie oft kurzzeitig pausiert, bis das Gehirn sich erholt hat.

In seltenen Fällen können ARIA jedoch schwerwiegende Symptome hervorrufen. Dazu gehören starke Kopfschmerzen, plötzliche Verwirrtheit, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit oder im schlimmsten Fall Krampfanfälle und lebensbedrohliche große Hirnblutungen. Aus diesem Grund ist die lückenlose Überwachung durch erfahrene Neurologen absolut überlebenswichtig. Blutverdünnende Medikamente (wie Marcumar) erhöhen das Risiko für schwere Blutungen zusätzlich, weshalb Patienten, die starke Blutverdünner einnehmen, oft von der Therapie ausgeschlossen werden.

Kosten, Erstattung und der G-BA-Beschluss 2026

Die Einführung von Donanemab hat in Deutschland eine intensive gesundheitspolitische Debatte ausgelöst. Die Kosten für die Therapie sind immens und belaufen sich auf geschätzte 25.000 bis 30.000 Euro pro Patient und Jahr – die teuren Voruntersuchungen und MRT-Kontrollen noch nicht einmal mitgerechnet.

Ein entscheidendes Ereignis für den deutschen Markt fand am 16. April 2026 statt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das höchste Gremium der ärztlichen Selbstverwaltung in Deutschland, veröffentlichte seinen Beschluss zur Nutzenbewertung von Kisunla. Der G-BA kam zu dem Ergebnis, dass die vom Hersteller vorgelegten Daten keinen Zusatznutzen im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie belegen. Diese Entscheidung sorgte bei Patientenverbänden wie der Deutschen Alzheimer Gesellschaft für Irritationen, hat aber weitreichende Folgen.

Die Einstufung "kein Zusatznutzen" bedeutet nicht, dass das Medikament seine Zulassung verliert oder nicht mehr verschrieben werden darf. Es bedeutet jedoch, dass der Hersteller Eli Lilly nun in harten Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband (dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen) steht. Der Erstattungspreis muss sich an den Kosten der bisherigen Standardtherapien orientieren, was für den Hersteller wirtschaftlich oft unattraktiv ist. Für gesetzlich versicherte Patienten bedeutet dies im Jahr 2026, dass die Verordnung durch den Arzt extrem streng geprüft wird und oft an strenge Budgets gebunden ist. Privatversicherte sollten vor Behandlungsbeginn zwingend eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung ihrer Versicherung einholen.

Lecanemab vs. Donanemab: Der Vergleich 2026

Neben Kisunla (Donanemab) ist in Europa auch das Medikament Leqembi (Lecanemab) zugelassen. Beide Medikamente sind Antikörper, die gegen Amyloid-Plaques gerichtet sind, weisen aber im Detail wichtige Unterschiede auf, die für die Therapieentscheidung relevant sind:

  • Verabreichungsintervall: Lecanemab muss alle zwei Wochen infundiert werden, Donanemab nur alle vier Wochen. Dies macht Donanemab logistisch für viele Familien etwas leichter handhabbar.

  • Therapiedauer: Lecanemab ist als Dauertherapie konzipiert. Bei Donanemab kann die Behandlung gestoppt werden, sobald die Plaques abgebaut sind.

  • Nebenwirkungsprofil: In klinischen Studien traten ARIA-Ereignisse unter Donanemab etwas häufiger auf als unter Lecanemab. Daher ist die genetische Einschränkung bezüglich des ApoE4-Gens bei Donanemab in Europa besonders strikt.

  • Wirkungsstärke: Beide Medikamente zeigen eine vergleichbare Verzögerung des kognitiven Abbaus (etwa 27 bis 35 Prozent), wobei direkte Vergleichsstudien (Head-to-Head) bisher fehlen.

Welches Medikament im Einzelfall besser geeignet ist, muss der behandelnde Spezialist anhand der individuellen Risikofaktoren und Lebensumstände des Patienten entscheiden.

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Wer braucht Unterstützung?

Pflege und Alltag: Wenn Medikamente allein nicht ausreichen

Auch wenn Donanemab den Verlauf der Alzheimer-Krankheit verlangsamen kann – es stoppt sie nicht. Die Betreuung eines demenzkranken Angehörigen bleibt eine immense Herausforderung, die Familien nicht alleine bewältigen sollten. Wir von PflegeHelfer24 wissen aus jahrelanger Erfahrung: Eine frühzeitige Organisation des Pflegealltags ist genauso wichtig wie die medizinische Therapie.

Nutzen Sie die gewonnene Zeit, die Ihnen das neue Medikament verschafft, um die Weichen für eine sichere und würdevolle Zukunft zu stellen. Folgende Hilfsmittel und Dienstleistungen sind für Demenzpatienten im Früh- und Mittelstadium besonders wichtig:

1. Sicherheit im eigenen Zuhause (Hausnotruf & Badumbau)

Mit fortschreitender Erkrankung steigt das Sturzrisiko. Ein Hausnotruf ist ein unverzichtbares Hilfsmittel. Er gibt dem Patienten die Sicherheit, im Notfall per Knopfdruck (als Armband oder Halskette getragen) sofort Hilfe rufen zu können. Viele moderne Systeme verfügen über GPS-Tracker und Fallsensoren – ideal für Demenzpatienten, die zu nächtlicher Unruhe oder Weglauftendenzen neigen.

Zudem sollte das Zuhause barrierefrei gestaltet werden. Ein barrierefreier Badumbau (z.B. der Einbau einer bodengleichen Dusche oder eines Badewannenlifts) minimiert Unfallgefahren drastisch. Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, bezuschusst die Pflegekasse wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme.

2. Mobilität erhalten (Treppenlift & Elektromobile)

Wenn neben der kognitiven auch die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, können Hilfsmittel wie ein Treppenlift oder ein Elektromobil die Eigenständigkeit enorm verlängern. Sie ermöglichen es dem Patienten, weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen und das eigene Haus sicher zu verlassen.

3. Entlastung für Angehörige (Alltagshilfe & 24-Stunden-Pflege)

Pflegende Angehörige brennen oft aus. Zögern Sie nicht, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • Ambulante Pflege und Alltagshilfen: Unterstützen bei der Grundpflege (Waschen, Anziehen) und helfen im Haushalt oder beim Einkaufen.

  • Tagespflege: Der Patient verbringt den Tag in einer betreuten Einrichtung und kehrt abends nach Hause zurück. Dies strukturiert den Tag des Patienten und entlastet die Angehörigen massiv.

  • 24-Stunden-Pflege: Im fortgeschrittenen Stadium, wenn eine Betreuung rund um die Uhr notwendig wird, ist die sogenannte 24-Stunden-Pflege durch osteuropäische Betreuungskräfte eine bezahlbare und liebevolle Alternative zum Pflegeheim. Der Patient kann in seiner vertrauten Umgebung bleiben, was bei Demenz besonders wichtig ist.

Eine fürsorgliche Pflegekraft reicht einem lächelnden älteren Mann eine Tasse Tee am Küchentisch. Die Küche ist hell, ordentlich und barrierefrei gestaltet. Eine warme, herzliche Interaktion zwischen den beiden Personen.

Liebevolle Unterstützung im Alltag bleibt neben der Medizin entscheidend.

Praktische Checkliste für Angehörige: Die nächsten Schritte

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Angehöriger an Alzheimer erkrankt sein könnte, oder wenn Sie prüfen möchten, ob Kisunla eine Option ist, gehen Sie systematisch vor:

  1. Arztgespräch vorbereiten: Notieren Sie konkrete Alltagssituationen, in denen die Vergesslichkeit aufgetreten ist. Begleiten Sie Ihren Angehörigen zum Arzt.

  2. Überweisung zum Spezialisten: Bitten Sie den Hausarzt um eine Überweisung an einen Neurologen, Psychiater oder direkt an eine spezialisierte Gedächtnisambulanz.

  3. Pflegegrad beantragen: Warten Sie nicht, bis die Situation unerträglich wird. Beantragen Sie frühzeitig einen Pflegegrad bei der Pflegekasse. Ab Pflegegrad 2 stehen Ihnen umfangreiche Leistungen zu (z.B. Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag).

  4. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: Klären Sie rechtliche Angelegenheiten, solange der Patient noch voll geschäfts- und einwilligungsfähig ist. Dies ist auch für die Einwilligung in komplexe Therapien wie Donanemab zwingend erforderlich.

  5. Pflegeberatung nutzen: Lassen Sie sich von Experten wie PflegeHelfer24 objektiv und kostenfrei zu Hilfsmitteln und Pflegekonzepten beraten.

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Fazit: Ein Meilenstein, aber kein Wundermittel

Die Einführung von Donanemab (Kisunla) im Jahr 2026 markiert zweifellos einen historischen Wendepunkt in der Alzheimer-Medizin. Zum ersten Mal sind wir nicht mehr völlig machtlos, sondern können aktiv in den zerstörerischen Prozess im Gehirn eingreifen und den geistigen Verfall spürbar verlangsamen. Für Patienten im Frühstadium bedeutet dies wertvolle Monate oder gar Jahre, in denen sie ihr Leben selbstbestimmt führen und bewusste Zeit mit ihren Familien verbringen können.

Dennoch ist Realismus geboten. Kisunla ist kein Wundermittel. Es heilt die Krankheit nicht, es ist mit einem massiven diagnostischen Aufwand verbunden und birgt das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen wie dem ARIA-Syndrom. Die strengen europäischen Zulassungskriterien (insbesondere der Ausschluss von ApoE4-Homozygoten) und die kritische Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zeigen, dass die Therapie nicht für jeden geeignet ist und das Gesundheitssystem vor große finanzielle und logistische Herausforderungen stellt.

Für Sie als Angehörige bedeutet das: Informieren Sie sich umfassend, suchen Sie das Gespräch mit spezialisierten Fachärzten und wägen Sie gemeinsam mit dem Patienten ab, ob der Nutzen die Belastungen der Therapie überwiegt. Vergessen Sie dabei nicht, dass Medizin nur ein Baustein ist. Ein liebevolles Umfeld, eine barrierefreie Wohnsituation, sinnvolle Hilfsmittel wie ein Hausnotruf und die professionelle Unterstützung durch Alltagshilfen oder eine 24-Stunden-Pflege sind ebenso entscheidend, um dem Vergessen mit Würde und Sicherheit zu begegnen.

Weitere offizielle Informationen zur Zulassung und Sicherheit von Kisunla finden Sie auf der Webseite der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) oder dem Bundesministerium für Gesundheit.

Häufige Fragen zu Donanemab (Kisunla)

Die wichtigsten Antworten für Patienten und Angehörige auf einen Blick

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