Hackerangriff auf Fresenius Medical Care: Patientensicherheit laut Konzern nicht gefährdet

Djamal Sadaghiani
Cyberangriff auf Fresenius Medical Care: Systeme attackiert, Versorgung läuft weiter

Der weltweit führende Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) ist Ziel einer Cyberattacke geworden. Wie der im DAX gelistete Gesundheitskonzern bekannt gab, kam es zu einem unbefugten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner IT-Systeme. Für Patientinnen und Patienten sowie Pflegeeinrichtungen gibt es jedoch vorerst Entwarnung: Die lebensnotwendige medizinische Versorgung bleibt ohne Einschränkungen gesichert.

Keine Auswirkungen auf Dialysebehandlungen und Medizinprodukte

Nach Angaben des Unternehmens hatte der Vorfall keine Auswirkungen auf die laufende Patientenversorgung, die Produktion oder den regulären Geschäftsbetrieb. Auch die eingesetzten Medizinprodukte und Dialysegeräte seien von dem unbefugten Zugriff nicht beeinträchtigt. Dies ist eine zentrale Erleichterung für die Hunderttausenden Menschen weltweit, die für ihre Nierenersatztherapie tagtäglich auf die Technik und Dienstleistungen des Anbieters angewiesen sind.

Sicherheitsmaßnahmen und Ermittlungen eingeleitet

Unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs hat Fresenius Medical Care nach eigenen Angaben umfassende Gegenmaßnahmen ergriffen, um den Vorfall einzugrenzen und die betroffenen Systeme abzusichern. Zur Aufklärung und Beseitigung der Sicherheitslücke wurden externe Cybersicherheitsexperten hinzugezogen. Zudem wurden die zuständigen Strafverfolgungs- und Datenschutzbehörden eingeschaltet.

Das Unternehmen betonte, dass der Schutz von Daten, IT-Infrastrukturen und der Privatsphäre von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden höchste Priorität genieße. Genaue Details zur Art des Angriffs oder zu möglichen Lösegeldforderungen wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.

Gesundheitssektor zunehmend im Visier von Cyberkriminellen

Der Vorfall verdeutlicht erneut, wie verwundbar die digitalisierte Infrastruktur des Gesundheits- und Pflegewesens ist. Krankenhäuser, Pflegeorganisationen und Medizintechnikhersteller geraten immer häufiger in den Fokus professioneller Hackerbanden. Da sensible Gesundheitsdaten einen hohen Schwarzmarktwert besitzen und Ausfälle unmittelbare Gefahren für Menschenleben bedeuten können, gelten medizinische Einrichtungen als besonders lohnende Ziele für Erpressungsversuche.

Experten für Informationssicherheit fordern daher seit Längerem eine kontinuierliche Härtung der IT-Netzwerke und regelmäßige Notfallübungen in allen Bereichen der pflegerischen und medizinischen Versorgung, um im Ernstfall Ausfälle von kritischen Systemen abzufedern.

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