Massive ePA-Störung: Millionen Versicherte ohne Zugriff auf Patientenakte
Ein herber Rückschlag für die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen: Seit dem heutigen Vormittag haben Millionen Versicherte mit erheblichen Problemen beim Zugriff auf ihre elektronische Patientenakte (ePA) zu kämpfen. Grund dafür ist eine massive technische Störung innerhalb der zentralen Telematikinfrastruktur (TI).
IBM-Komponente legt Patientenakte lahm
Wie die nationale Digitalagentur Gematik offiziell mitteilte, liegt der Fehler bei einer entscheidenden technischen Komponente, die von der IBM Deutschland GmbH betrieben wird. Dieser Teilausfall sorgt dafür, dass die reibungslose Nutzung der ePA derzeit stark eingeschränkt oder für viele Nutzer gar völlig unmöglich ist.
Laut Angaben der Gematik arbeitet das zuständige Technik-Team von IBM bereits unter Hochdruck an der Fehleranalyse. Das oberste Ziel sei es, die Ursache schnellstmöglich zu beheben und die Systeme wieder vollständig hochzufahren, um den Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten wiederherzustellen.
Diese Krankenkassen sind betroffen
Besonders brisant ist das Ausmaß der aktuellen IT-Störung. Da die betroffene Infrastruktur von mehreren der größten deutschen Krankenversicherungen genutzt wird, sind potenziell Millionen von Patienten von dem Ausfall betroffen. Zu den betroffenen Kassen gehören unter anderem:
- Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK)
- Techniker Krankenkasse (TK)
- Barmer
- Hanseatische Krankenkasse (HEK)
- Knappschaft-Bahn-See
Digitalisierung im Stresstest
Die elektronische Patientenakte gilt als das Herzstück der digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland. Sie soll Befunde, Arztbriefe und Medikamentenpläne bündeln und so die Behandlung für Patienten und Ärzte gleichermaßen erleichtern und sicherer machen. Ein Ausfall dieser Größenordnung zeigt jedoch, wie anfällig die hochkomplexe Telematikinfrastruktur in der Praxis noch immer ist.
Für Versicherte bedeutet dies vorerst: Geduld bewahren. Bis die Server von IBM wieder stabil laufen, kann es beim Abrufen und Speichern von Gesundheitsdaten in der ePA-App weiterhin zu Verzögerungen oder Fehlermeldungen kommen. Sobald die Störung vollumfänglich behoben ist, dürften die Dienste wieder wie gewohnt zur Verfügung stehen.
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