Mehr Befugnisse für die Pflege: Neues Gesetz für Advanced Practice Nurses kommt 2026
Die Rolle der Pflege in Deutschland steht vor einem historischen Umbruch. Noch in diesem Jahr soll ein neues Gesetz auf den Weg gebracht werden, das die Funktionen und Befugnisse von sogenannten Advanced Practice Nurses (APN) verbindlich regelt. Damit erhalten Pflegefachkräfte mit erweiterten Kompetenzen endlich den rechtlichen Rahmen, der ihnen mehr eigenständige Entscheidungen im Berufsalltag ermöglicht.
BMG kündigt rechtliche Verankerung an
Die Ankündigung kommt direkt aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Laut Heike Hoffer, Leiterin des Referats Fachkräftesicherung Inland im BMG, steht das Gesetz ganz oben auf dem politischen Fahrplan für das laufende Jahr. Pflegefachpersonen sollen künftig nicht nur unterstützend, sondern vermehrt heilkundlich tätig werden dürfen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den Pflegeberuf deutlich aufzuwerten.
Was sind Advanced Practice Nurses?
Advanced Practice Nurses sind hochqualifizierte Pflegefachkräfte, die in der Regel über ein akademisches Studium verfügen. Sie bringen tiefgreifendes klinisches Wissen mit und sind in der Lage, komplexe pflegerische sowie medizinische Aufgaben zu übernehmen, die weit über das klassische Pflegeprofil hinausgehen.
- Eigenständige Diagnostik: APNs können pflegerische Diagnosen stellen und Behandlungspläne initiieren.
- Heilkundliche Aufgaben: Bestimmte Tätigkeiten, wie erweitertes Wundmanagement oder das Legen von Kathetern, können ohne ärztliche Anordnung durchgeführt werden.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit: Sie agieren auf Augenhöhe als Bindeglied zwischen Ärzteschaft, Pflegepersonal und Patienten.
Ein logischer Schritt nach der Befugniserweiterung
Bereits mit den jüngsten gesetzlichen Anpassungen zur Entbürokratisierung und Befugniserweiterung in der Pflege wurde der Grundstein für mehr Autonomie gelegt. Das geplante APN-Gesetz soll nun speziell für akademisch ausgebildete Pflegekräfte klare, bundeseinheitliche Strukturen schaffen. Ziel ist es, die Eigenverantwortung zu stärken und die starren Grenzen zwischen ärztlichen und pflegerischen Aufgaben zum Wohle der Patientenversorgung aufzubrechen.
Aus dem Gesundheitsministerium heißt es dazu deutlich, dass die Pflege dringend mehr Gestaltungsspielräume und keine engen Grenzen brauche. Durch die gesetzliche Regelung von Advanced Practice Nursing zieht Deutschland endlich mit internationalen Standards gleich, wo APNs längst ein unverzichtbarer Teil des Gesundheitssystems sind. Für die Praxis bedeutet das: Mehr Verantwortung, bessere Karrieremöglichkeiten und eine spürbare Entlastung des gesamten medizinischen Personals.
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