Millionen nutzen die 116117: Wie der Patientenservice die Notaufnahmen entlastet

Dominik Hübenthal
116117: Fast 2 Millionen Ersteinschätzungen im 1. Halbjahr 2026

Immer mehr Menschen in Deutschland greifen bei gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der regulären ärztlichen Sprechzeiten zum Telefon oder Smartphone. Der Patientenservice unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 entwickelt sich zunehmend zur zentralen und verlässlichen Anlaufstelle für die medizinische Ersteinschätzung.

Beeindruckende Zahlen im ersten Halbjahr 2026

Die Akzeptanz für den Service der Kassenärztlichen Vereinigungen wächst kontinuierlich. Laut einer aktuellen Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bereits rund 1,85 Millionen medizinische Ersteinschätzungen durchgeführt. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, wie wichtig ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für die Bevölkerung ist.

Dabei bleibt das Telefon der bevorzugte Weg der Kontaktaufnahme: Etwa 1,4 Millionen Hilfesuchende wählten klassisch die Nummer 116117, um ihre Symptome mit medizinischem Fachpersonal zu besprechen und eine Handlungsempfehlung zu erhalten.

Das digitale Patienten-Navi auf dem Vormarsch

Neben dem telefonischen Service gewinnt auch die digitale Patientensteuerung massiv an Bedeutung. Rund 440.000 Menschen nutzten im selben Zeitraum das sogenannte Patienten-Navi über die offizielle Website der 116117. Dieses Online-Tool ermöglicht es Anwendern, durch die Beantwortung gezielter Fragen zu ihren Beschwerden eine schnelle und fundierte Einschätzung zu bekommen.

Entlastung für ein angespanntes Gesundheitssystem

Die strukturierte Ersteinschätzung erfüllt eine doppelte Funktion: Sie gibt verunsicherten Patienten rasch Orientierung und schützt gleichzeitig die Notaufnahmen der Krankenhäuser vor Überlastung. Durch die gezielte Steuerung wird sichergestellt, dass:

  • Patienten mit leichten Beschwerden an den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die reguläre Hausarztpraxis verwiesen werden.
  • lebensbedrohliche Notfälle sofort erkannt und an den Rettungsdienst (112) weitergeleitet werden.
  • Wartezeiten für alle Beteiligten reduziert werden.

Wann ist die 116117 die richtige Wahl?

Gesundheitsexperten betonen immer wieder die Wichtigkeit der richtigen Rufnummernwahl. Die 116117 ist immer dann zuständig, wenn die Beschwerden nicht lebensbedrohlich sind, aber auch nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde des Hausarztes warten können. Typische Beispiele hierfür sind akute Magen-Darm-Infekte, hohes Fieber oder starke Schmerzen am Wochenende oder in den späten Abendstunden.

Mit dem stetigen Ausbau und der hohen Nutzung des Patientenservices zeigt sich, dass intelligente und digital unterstützte Leitsysteme einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland leisten können.

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