Tödliche Gefahr im Meerwasser: Erster Vibrionen-Todesfall des Jahres bestätigt

Djamal Sadaghiani
Vibrionen-Infektion an der Ostsee: Erster Todesfall bei Senioren

Die Gesundheitsämter schlagen Alarm: In diesem Jahr forderten Vibrionen-Infektionen bereits das erste Todesopfer. Wie das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem aktuellen Wochenbericht mitteilt, wurden in der Hauptstadt bislang drei schwere Fälle registriert. Alle Betroffenen gehören zur Altersgruppe der über 75-Jährigen – eine eindringliche Warnung, insbesondere für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen.

Infektion durch kleine Wunden beim Baden

Laut den Angaben des Lageso zogen sich zwei der drei Patienten die gefährlichen Bakterien vermutlich bei einem Aufenthalt an der Küste in Mecklenburg-Vorpommern zu. Der Kontakt mit Meer- oder Brackwasser reichte aus, um über bestehende Hautverletzungen eine schwere Wundinfektion auszulösen. Der Verlauf war in zwei Fällen derart dramatisch, dass sich ein septisches Krankheitsbild – eine lebensgefährliche Blutvergiftung – entwickelte. Für einen der Patienten kam jede medizinische Hilfe zu spät.

Warum die Ostsee derzeit ein Risiko birgt

Vibrionen sind Bakterien, die natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommen. Zu einer ernsthaften Bedrohung werden sie jedoch erst unter bestimmten klimatischen Bedingungen. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) vermehren sich die Erreger ab einer Wassertemperatur von 20 Grad Celsius geradezu explosionsartig. Besonders flache und sich schnell erwärmende Küstengewässer bieten den Bakterien ein ideales Milieu.

Die Ostsee ist aufgrund ihres vergleichsweise niedrigen Salzgehaltes besonders stark betroffen. Durch die hohen Temperaturen und die damit verbundene frühe Erwärmung der Gewässer hat die Vibrionen-Saison in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Zum Vergleich: Bis zur 29. Kalenderwoche wurde in den Vorjahren durchschnittlich nur eine einzige Infektion gemeldet. Im gesamten Jahr 2025 registrierten die Behörden lediglich zwei Fälle.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Gesunde Menschen mit einem intakten Immunsystem haben in der Regel nichts zu befürchten. Gefährlich wird der Erreger jedoch für vulnerable Personengruppen. Wie die aktuellen Fälle verdeutlichen, sind vor allem ältere Menschen ab 75 Jahren stark gefährdet.

Zu den weiteren Risikogruppen zählen:

  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Menschen mit chronischen Leiden wie Diabetes mellitus
  • Patienten mit schweren Herz- oder Lebererkrankungen

Die Haupteintrittspforte für die Bakterien sind offene Wunden. Selbst kleinste Kratzer, Schürfwunden oder aufgekratzte Insektenstiche können ausreichen, damit die Erreger in den Körper eindringen.

Wichtige Schutzmaßnahmen für den Strandurlaub

Um sich und pflegebedürftige Angehörige zu schützen, sollten bei sommerlichen Ausflügen ans Meer unbedingt folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Wunden abdecken: Gehen Sie mit offenen Wunden oder frischen Verletzungen keinesfalls ins Meer- oder Brackwasser.
  • Baden überdenken: Bei bekannten Immunschwächen oder schweren Vorerkrankungen sollte bei Wassertemperaturen über 20 Grad auf das Baden in der Ostsee verzichtet werden.
  • Auf Warnsignale achten: Rötungen, starke Schwellungen, pochende Schmerzen an einer Wunde oder plötzliches Fieber nach dem Baden sind absolute Alarmsignale. Suchen Sie in diesen Fällen umgehend einen Arzt auf und erwähnen Sie zwingend den Kontakt mit Meerwasser.

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