Die Erhaltung der eigenen Mobilität ist einer der wichtigsten Faktoren für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben im Alter. Besonders in einer grünen und weitläufigen Stadt wie Hannover, die mit der Eilenriede, dem Maschsee und den Herrenhäuser Gärten zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt, möchten Senioren ihren Alltag aktiv gestalten. Doch mit zunehmendem Alter verändern sich unsere Körperstrukturen. Gelenke verschleißen, das Bindegewebe verliert an Elastizität und die Durchblutung der Beine kann nachlassen. Genau hier setzen orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe an. Diese beiden essenziellen Hilfsmittel sind oft der Schlüssel, um Schmerzen zu lindern, Folgeschäden zu vermeiden und die Freude an der Bewegung zurückzugewinnen.
In diesem detaillierten Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie als Seniorin, Senior oder als pflegender Angehöriger über die Vermessung, Maßanfertigung und Kostenübernahme dieser Hilfsmittel in Hannover wissen müssen. Wir beleuchten, wie moderne 3D-Messtechnik in den lokalen Sanitätshäusern funktioniert, welche gesetzlichen Regelungen die Krankenkassen im Jahr 2026 anwenden und wie Sie die optimalen Produkte für Ihre individuellen gesundheitlichen Bedürfnisse finden.
Der menschliche Fuß ist ein biomechanisches Meisterwerk, das im Laufe eines Lebens Tausende von Kilometern trägt. Im Alter von 65 Jahren und älter machen sich diese Belastungen oft bemerkbar. Die Fettpolster unter den Fußsohlen, die als natürliche Stoßdämpfer dienen, bilden sich allmählich zurück. Gleichzeitig erschlaffen Bänder und Sehnen, was dazu führt, dass das Fußgewölbe absinkt. Die Folge sind häufig Fußfehlstellungen wie der Knick-Senkfuß oder der Spreizfuß.
Orthopädische Maßeinlagen aus dem Sanitätshaus sind weit mehr als nur weiche Polster. Sie sind individuell gefertigte medizinische Hilfsmittel, die den Fuß stützen, entlasten und korrigieren. Durch die gezielte Umverteilung des Körpergewichts auf der Fußsohle können nicht nur Fußschmerzen, sondern auch Beschwerden in den Kniegelenken, der Hüfte und der Wirbelsäule signifikant gelindert werden. Wenn Sie beispielsweise beim Flanieren durch die historische Altstadt von Hannover auf dem unebenen Kopfsteinpflaster schnell ermüden oder Schmerzen verspüren, ist dies ein deutliches Warnsignal Ihres Körpers, das orthopädisch abgeklärt werden sollte.
Maßgefertigte Einlagen sorgen für schmerzfreies Gehen im Alltag.
Jeder Fuß ist einzigartig, und ebenso individuell muss die orthopädische Versorgung ausfallen. Fachärzte für Orthopädie verschreiben Einlagen meist für spezifische, altersbedingte Diagnosen. Hier sind die häufigsten Beschwerdebilder und die entsprechenden Lösungen:
Der Hallux valgus (Ballenzeh): Bei dieser schmerzhaften Fehlstellung neigt sich der große Zeh nach innen, während das Grundgelenk nach außen tritt. Spezielle Einlagen mit einer sogenannten Schmetterlingsrolle oder einer weichen Polsterung im Vorfußbereich nehmen den Druck vom empfindlichen Gelenk und verlangsamen das Fortschreiten der Fehlstellung.
Der Fersensporn (Plantarfasziitis): Ein stechender Schmerz unter der Ferse, besonders bei den ersten Schritten am Morgen, deutet oft auf eine Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle hin. Hier helfen Einlagen mit einer tiefen, weichen Fersenaussparung (Fersenbettung), die den Druck beim Auftreten dämpfen und die entzündete Struktur entlasten.
Arthrose in den Fuß- und Kniegelenken: Bei Gelenkverschleiß fehlt der natürliche Knorpel als Puffer. Stoßdämpfende Weichschaumeinlagen übernehmen diese Funktion teilweise und reduzieren die Erschütterungen, die bei jedem Schritt durch den Körper wandern.
Das Diabetische Fußsyndrom (DFS): Für Senioren mit Diabetes mellitus ist die Fußversorgung ein kritisches Thema. Durch Nervenschäden (Neuropathie) spüren Betroffene oft keine Schmerzen oder Druckstellen mehr. Gleichzeitig heilen Wunden aufgrund von Durchblutungsstörungen schlecht. Hier sind spezielle diabetesadaptierte Fußbettungen zwingend erforderlich. Diese extrem weichen, mehrschichtigen Einlagen verteilen den Druck absolut gleichmäßig und verhindern die Entstehung lebensgefährlicher Geschwüre (Ulcera).
Während orthopädische Einlagen das Fundament des Körpers stabilisieren, kümmern sich medizinische Kompressionsstrümpfe um das komplexe Leitungssystem unserer Beine – die Venen. Mit zunehmendem Alter verlieren die Venenwände an Elastizität. Die feinen Venenklappen, die normalerweise wie Rückschlagventile funktionieren und das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen pumpen, schließen nicht mehr richtig. Das Blut versackt in den Beinen, was zu Schwellungen (Ödemen), Schweregefühl, Besenreisern und ausgeprägten Krampfadern (Varizen) führt.
Medizinische Kompressionsstrümpfe üben einen exakt definierten, von unten nach oben abnehmenden Druck auf das Bein aus. Dieser mechanische Druck presst die erweiterten Venen zusammen. Die Venenklappen können wieder schließen, und die sogenannte Wadenmuskelpumpe arbeitet wieder effizient. Das Blut fließt schneller zum Herzen zurück, wodurch das Risiko für gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) drastisch gesenkt wird.
Moderne Kompressionsstrümpfe lindern das Schweregefühl in den Beinen spürbar.
Kompressionsstrümpfe werden nicht nach Belieben gekauft, sondern vom Arzt (oft einem Phlebologen oder Hausarzt) in einer spezifischen Kompressionsklasse (CCL oder KKL) verordnet. Diese Klassen definieren den Ruhedruck, den der Strumpf im Fesselbereich aufbaut:
Kompressionsklasse 1 (CCL 1): Leichter Druck. Diese Klasse wird häufig bei beginnenden Krampfadern, leichtem Schweregefühl in den Beinen oder zur Vorbeugung auf langen Reisen eingesetzt. Sie eignet sich für Senioren, die noch keine ausgeprägten Schwellungen haben, aber abends unter müden Beinen leiden.
Kompressionsklasse 2 (CCL 2): Mittlerer Druck. Dies ist die am häufigsten verordnete Klasse. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venenoperationen (wie dem Stripping), bei deutlichen Schwellungen nach Belastung und zur Abheilung von leichten Unterschenkelgeschwüren eingesetzt.
Kompressionsklasse 3 (CCL 3): Kräftiger Druck. Diese Klasse kommt bei chronischer venöser Insuffizienz (CVI), nach abgeheilten schweren offenen Beinen (Ulcus cruris venosum) und bei ausgeprägten Lymphödemen zum Einsatz. Das Anziehen erfordert hier oft bereits Hilfsmittel oder die Unterstützung durch einen Pflegedienst.
Kompressionsklasse 4 (CCL 4): Sehr kräftiger Druck. Diese Strümpfe werden ausschließlich bei schwersten, irreversiblen Lymphödemen oder der Elephantiasis verordnet und in der Regel als flachgestrickte Maßanfertigung hergestellt.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass alle Kompressionsstrümpfe gleich hergestellt werden. In den Fachgeschäften und Sanitätshäusern in Hannover wird strikt zwischen zwei Herstellungsverfahren unterschieden, die jeweils für unterschiedliche medizinische Indikationen gedacht sind:
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind hochelastisch, relativ dünn und optisch oft kaum von normalen, blickdichten Feinstrumpfhosen zu unterscheiden. Sie eignen sich hervorragend für reine Venenerkrankungen (wie Krampfadern) ohne extreme Schwellungen. Durch ihre hohe Dehnbarkeit passen sie sich gut an die Beinform an, können aber bei tiefen Hautfalten einschneiden.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden Reihe für Reihe flach gestrickt und anschließend mit einer flachen, elastischen Naht an der Rückseite zusammengenäht. Das Material ist deutlich dicker, fester und weniger dehnbar (hohe Wandstabilität). Flachstrick-Versorgungen sind zwingend erforderlich bei Lymphödemen und Lipödemen. Das feste Material verhindert, dass sich Ödemflüssigkeit in Gewebefalten ansammelt, und massiert das Gewebe bei jeder Bewegung. Flachstrickstrümpfe sind fast immer individuelle Maßanfertigungen.
Digitale 3D-Scans ermöglichen eine millimetergenaue Anpassung Ihrer Hilfsmittel.
Der Erfolg von orthopädischen Einlagen und Kompressionsstrümpfen steht und fällt mit der exakten Passform. Ein schlecht sitzender Strumpf kann das Blut abschnüren, statt den Fluss zu fördern; eine ungenaue Einlage kann neue Schmerzen provozieren. Glücklicherweise hat die Digitalisierung in den Sanitätshäusern in Hannover Einzug gehalten. Die Zeiten, in denen ausschließlich mit Gipsabdrücken, Trittschaum oder einfachen Maßbändern gearbeitet wurde, sind weitgehend vorbei.
Die digitale Fußvermessung (2D und 3D): Wenn Sie mit einem Rezept für Einlagen in ein modernes Sanitätshaus kommen, werden Ihre Füße heute digital erfasst. Bei der dynamischen Fußdruckmessung (Pedographie) gehen Sie über eine mit Tausenden von Sensoren ausgestattete Messplatte. Der Computer analysiert in Echtzeit, an welchen Stellen Ihr Fuß beim Abrollen den höchsten Druck ausübt. Zusätzlich wird oft ein 3D-Laserscan des Fußes im Stehen angefertigt. Aus diesen digitalen Daten fräst eine computergesteuerte CNC-Maschine (CAD/CAM-Technologie) den Rohling Ihrer Einlage auf den Millimeter genau aus einem speziellen Schaumstoffblock. Der Orthopädieschuhmacher übernimmt anschließend den finalen Feinschliff und bezieht die Einlage mit hautfreundlichen Materialien.
Die digitale Beinvermessung für Kompressionsstrümpfe: Das Vermessen von Beinen mit einem Maßband ist fehleranfällig, da der Zug am Maßband vom jeweiligen Mitarbeiter abhängt. In fortschrittlichen Sanitätshäusern in Hannover kommen daher heute 3D-Infrarot-Scanner (wie beispielsweise das Bodytronic-System) zum Einsatz. Sie stellen sich auf eine kleine, rotierende Plattform. Ein unsichtbares Infrarot-Lichtgitter tastet Ihre Beine von den Zehen bis zur Hüfte völlig berührungslos ab. Innerhalb von weniger als einer Minute erstellt der Computer ein exaktes, dreidimensionales Modell Ihrer Beine. Das System berechnet Hunderte von Messpunkten gleichzeitig und gleicht diese sofort mit den Datenbanken der Hersteller ab. So wird sofort klar, ob eine Seriengröße ausreicht oder ob eine individuelle Maßanfertigung gestrickt werden muss.
Für Senioren und ihre Angehörigen kann der bürokratische Weg zum fertigen Hilfsmittel manchmal unübersichtlich wirken. Befolgen Sie diese Schritte, um in Hannover schnell und reibungslos an Ihre Einlagen oder Strümpfe zu gelangen:
Der Arztbesuch: Der Prozess beginnt immer bei Ihrem behandelnden Arzt. Bei Fußproblemen ist der Orthopäde oder Hausarzt der richtige Ansprechpartner, bei Venenleiden der Phlebologe, Angiologe oder ebenfalls der Hausarzt. Der Arzt stellt die Diagnose und füllt ein Kassenrezept (Muster 16) aus. Wichtig: Auf dem Rezept muss genau vermerkt sein, was Sie benötigen (z.B. "1 Paar stützende Einlagen langsohlig" oder "1 Paar Kompressionsstrümpfe Oberschenkel lang, CCL 2, Maßanfertigung").
Die Wahl des Sanitätshauses: Suchen Sie ein zertifiziertes Sanitätshaus in Hannover auf. Achten Sie auf Barrierefreiheit, falls Sie einen Rollator nutzen. Viele große Anbieter haben Filialen in der Innenstadt (nahe Kröpcke oder Steintor) sowie in den Stadtteilen wie List, Linden oder Südstadt. Ein gutes Sanitätshaus erkennen Sie an abgetrennten, diskreten Kabinen für die Vermessung.
Der Vermessungstermin: Für Kompressionsstrümpfe ist das Timing entscheidend! Die Vermessung muss zwingend morgens stattfinden, idealerweise direkt nach dem Aufstehen. Im Laufe des Tages schwellen die Beine an. Würde man nachmittags messen, wäre der fertige Strumpf am nächsten Morgen viel zu weit und würde rutschen. Vereinbaren Sie daher immer einen Vormittagstermin im Sanitätshaus.
Genehmigung und Anfertigung: Bei Standardversorgungen kann das Sanitätshaus sofort tätig werden. Bei teuren Spezialanfertigungen (wie Flachstrick-Kompression oder diabetesadaptierten Fußbettungen) reicht das Sanitätshaus einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse ein. Die Genehmigung dauert meist einige Tage bis Wochen. Die Produktion einer Maßanfertigung beim Hersteller nimmt in der Regel 7 bis 14 Tage in Anspruch.
Anprobe und Abholung: Wenn das Hilfsmittel fertig ist, werden Sie benachrichtigt. Nehmen Sie sich Zeit für die Anprobe vor Ort. Bei Einlagen bringen Sie bitte die Schuhe mit, in denen Sie die Einlagen am häufigsten tragen werden (z.B. Ihre bequemen Straßenschuhe für Spaziergänge in der Eilenriede). Bei Kompressionsstrümpfen zeigt Ihnen das Fachpersonal die korrekte Anziehtechnik.
Die Finanzierung von medizinischen Hilfsmitteln ist im Sozialgesetzbuch (SGB V § 33) klar geregelt. Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht und ein ärztliches Rezept vorliegt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) den Großteil der Kosten. Dennoch gibt es finanzielle Aspekte, die Sie beachten müssen:
Die gesetzliche Zuzahlung: Grundsätzlich müssen erwachsene Versicherte eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Wenn ein Paar Kompressionsstrümpfe beispielsweise 150 Euro kostet, zahlen Sie nicht 15 Euro, sondern aufgrund der Deckelung nur die maximalen 10 Euro.
Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Hier kommt es oft zu Missverständnissen. Die Krankenkasse zahlt einen festgelegten Festbetrag, der eine "ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche" Versorgung abdeckt. Wenn Sie sich im Sanitätshaus für ein Produkt entscheiden, das über dieses Maß hinausgeht – zum Beispiel Kompressionsstrümpfe in einer modischen Trendfarbe, mit Haftband und Spitzenborte, oder Einlagen mit einem besonders hochwertigen Lederbezug –, müssen Sie die Differenz zwischen dem Kassenfestbetrag und dem tatsächlichen Preis selbst tragen. Diese wirtschaftliche Aufzahlung ist freiwillig. Das Sanitätshaus ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen immer auch ein aufzahlungsfreies Kassenmodell (lediglich gegen die gesetzliche Zuzahlung von max. 10 Euro) anzubieten.
Zuzahlungsbefreiung für Senioren: Viele Rentner in Hannover können sich von der gesetzlichen Zuzahlung befreien lassen. Die Belastungsgrenze liegt bei 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke (was bei vielen Senioren durch Bluthochdruck, Diabetes oder Arthrose der Fall ist) sinkt diese Grenze auf 1 Prozent. Ein Rechenbeispiel: Wenn Sie als alleinstehender, chronisch kranker Rentner über ein jährliches Bruttoeinkommen von 18.000 Euro verfügen, liegt Ihre Belastungsgrenze bei 180 Euro (1 Prozent). Sobald Sie in einem Kalenderjahr Quittungen über 180 Euro für Rezeptgebühren, Krankenhausaufenthalte und Hilfsmittelzuzahlungen gesammelt haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse die Befreiung für den Rest des Jahres beantragen. Bewahren Sie daher alle Quittungen sorgfältig auf! Detaillierte Informationen hierzu bietet das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner offiziellen Webseite.
Wie oft habe ich Anspruch auf neue Hilfsmittel? Der Körper verändert sich, und Materialien verschleißen. Die Krankenkassen erkennen dies an:
Orthopädische Einlagen: In der Regel haben Sie Anspruch auf zwei Paar Einlagen pro Jahr. Es empfiehlt sich, ein Erstpaar und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ein Wechselpaar verordnen zu lassen.
Kompressionsstrümpfe: Aus hygienischen Gründen und wegen des Materialermüdung haben Sie Anspruch auf eine Erstversorgung und eine Wechselversorgung (also zwei Paar pro Halbjahr oder Jahr, je nach Kasse und Verschleiß). Nach sechs Monaten Dauergebrauch verliert das Gestrick oft seine medizinisch notwendige Kompressionskraft, und der Arzt kann ein neues Rezept ausstellen.
Damit orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe ihre medizinische Wirkung nicht verlieren, ist die richtige Pflege unerlässlich. Falsche Reinigung ist der häufigste Grund für einen vorzeitigen Verschleiß.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliche Wäsche: Hautschuppen, Schweiß und Körperlotionen greifen die elastischen Fasern (Elasthan) an. Waschen Sie Ihre Strümpfe daher täglich, spätestens jedoch jeden zweiten Tag.
Waschmaschine oder Handwäsche: Sie können die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad Celsius im Schonwaschgang der Waschmaschine waschen. Verwenden Sie ein spezielles Kompressionsstrumpf-Waschmittel oder ein mildes Feinwaschmittel.
Absolutes Verbot von Weichspüler: Verwenden Sie niemals Weichspüler! Dieser verklebt die feinen Poren des Gestricks und zerstört die Elastizität sofort.
Trocknen: Legen Sie die Strümpfe zum Trocknen flach auf ein Handtuch. Hängen Sie sie nicht an die pralle Sonne, legen Sie sie nicht auf die Heizung und geben Sie sie keinesfalls in den Wäschetrockner. Die enorme Hitze würde die Fasern schmelzen lassen.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen jeden Abend aus den Schuhen heraus, damit sie auslüften und die aufgenommene Fußfeuchtigkeit abgeben können.
Reinigung: Wischen Sie die Oberfläche regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch und etwas milder Seife ab.
Keine direkte Hitze: Legen Sie auch Einlagen niemals zum Trocknen auf die Heizung. Der Kunststoffkern könnte sich verformen, und Lederbezüge werden hart und rissig.
Mit einer praktischen Anziehhilfe schonen Sie morgens Ihre Kräfte.
Das Anziehen von Kompressionsstrümpfen ist ein bekannter Kraftakt. Für Senioren, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, Arthrose in den Händen haben oder sich nicht mehr tief bücken können, scheint diese Aufgabe oft unmöglich. Doch es gibt hervorragende Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern:
Anziehhilfen (Gestelle): Es gibt spezielle Metall- oder Kunststoffgestelle (z.B. Butler). Der Strumpf wird über das Gestell gestülpt und vorgedehnt. Der Senior muss dann nur noch mit dem Fuß hineinschlüpfen und das Gestell an den langen Griffen hochziehen. Bücken ist dabei kaum noch nötig. Diese Anziehhilfen können vom Arzt separat verordnet werden und werden von der Krankenkasse bezahlt.
Gleitmatten und Gleitsocken: Bei Strümpfen mit offener Fußspitze wird eine rutschige Seidensocke (Gleiter) über den Fuß gezogen. Der raue Kompressionsstrumpf gleitet darüber völlig widerstandslos nach oben. Anschließend wird der Gleiter vorne an den Zehen einfach herausgezogen.
Gummihandschuhe nutzen: Ein absoluter Geheimtipp der Pflegeprofis! Tragen Sie beim Anziehen der Strümpfe handelsübliche Haushaltsgummihandschuhe (mit Noppen). Das Gummi haftet perfekt am Gestrick. Sie können das Material so viel leichter am Bein nach oben streichen und gleichmäßig verteilen, ohne mit den Fingernägeln Löcher in den teuren Strumpf zu reißen.
Hautpflege beachten: Kompressionsstrümpfe entziehen der Haut Feuchtigkeit. Trockene, schuppende Altershaut kann stark jucken. Pflegen Sie Ihre Beine abends nach dem Ausziehen der Strümpfe mit speziellen, feuchtigkeitsspendenden Schaumcremes (z.B. mit Urea). Tragen Sie morgens vor dem Anziehen jedoch keine fettigen Cremes auf, da diese das Gestrick angreifen und den Strumpf rutschen lassen.
In der täglichen Praxis in der Pflege und Beratung stoßen wir immer wieder auf dieselben Irrtümer. Um Sie bestmöglich vorzubereiten, klären wir die wichtigsten Missverständnisse auf:
"Einlagen passen in jeden Schuh." – Falsch! Orthopädische Einlagen benötigen Platz. Wenn Sie die Einlage in einen ohnehin schon engen Schuh legen, wird der Fußrücken gegen das Obermaterial gepresst, was zu Schmerzen und Durchblutungsstörungen führt. Sie müssen aus Ihren Schuhen die werksseitige Innensohle (das Fußbett) herausnehmen können, um Platz für die orthopädische Einlage zu schaffen. Kaufen Sie neue Schuhe idealerweise immer erst, wenn Sie die neuen Einlagen haben, und probieren Sie beides zusammen an.
"Kompressionsstrümpfe sind nur etwas für bettlägerige Menschen." – Falsch! Kompressionsstrümpfe entfalten ihre volle Wirkung erst in der Bewegung. Die Wadenmuskulatur muss arbeiten, um das Blut gegen den Druck des Strumpfes nach oben zu pumpen. Gerade aktive Senioren profitieren bei Spaziergängen massiv von der Unterstützung.
"Ich trage die Strümpfe nur, wenn meine Beine wehtun." – Falsch! Medizinische Kompression ist eine Dauertherapie. Wenn Sie die Strümpfe weglassen, schwellen die Beine wieder an. Das Ziel ist es, den Status quo zu erhalten und Verschlechterungen zu verhindern. Ziehen Sie die Strümpfe jeden Morgen konsequent an.
Die Versorgung mit orthopädischen Einlagen und Kompressionsstrümpfen in Hannover ist dank hervorragender ärztlicher Infrastruktur und moderner Sanitätshäuser auf höchstem Niveau. Um Ihre Mobilität im Alter zu sichern, sollten Sie folgende Kernpunkte im Gedächtnis behalten:
Symptome ernst nehmen: Schmerzen in den Füßen, schwere Beine oder geschwollene Knöchel am Abend sind keine normalen Alterserscheinungen, die man ignorieren sollte. Ein Arztbesuch bringt Klarheit.
Moderne Technik nutzen: Achten Sie darauf, dass Ihr Sanitätshaus in Hannover mit digitaler 3D-Messtechnik arbeitet. Dies garantiert eine berührungslose, schnelle und vor allem millimetergenaue Vermessung für Ihre Maßanfertigungen.
Morgens messen lassen: Termine für das Anmessen von Kompressionsstrümpfen müssen immer am frühen Vormittag stattfinden, wenn die Beine noch schlank und ungeschwollen sind.
Kosten im Blick behalten: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für medizinisch notwendige Standardversorgungen (bis auf die gesetzliche Zuzahlung von max. 10 Euro). Aufzahlungen für Premium-Materialien oder Farben sind freiwillig. Prüfen Sie zudem Ihren Anspruch auf Zuzahlungsbefreiung.
Hilfsmittel für Hilfsmittel: Scheuen Sie sich nicht, sich vom Arzt eine Anziehhilfe für Ihre Kompressionsstrümpfe verschreiben zu lassen, wenn Ihnen die Kraft in den Händen fehlt.
Richtige Pflege: Waschen Sie Kompressionsstrümpfe täglich ohne Weichspüler bei 30 bis 40 Grad und trocknen Sie Einlagen niemals auf der Heizung. So verlängern Sie die Lebensdauer Ihrer Hilfsmittel enorm.
Mit der richtigen orthopädischen und phlebologischen Unterstützung steht einem aktiven Alltag nichts mehr im Wege. Ob ein gemütlicher Einkaufsbummel in der hannoverschen Innenstadt oder ein ausgedehnter Spaziergang rund um den Maschsee – gut gestützte Füße und entlastete Beine sind Ihr Fundament für mehr Lebensqualität im Alter.
Die wichtigsten Antworten für Ihre Hilfsmittelversorgung auf einen Blick