Die Erhaltung der eigenen Mobilität und körperlichen Unabhängigkeit ist für Senioren ein zentrales Thema, um möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben zu können. Gerade in einer topografisch anspruchsvollen Stadt wie Pforzheim mit ihren vielen Hügeln, den Tälern an Enz, Nagold und Würm sowie den teils steilen Wegen in die umliegenden Wohngebiete des Enzkreises, ist ein sicherer Gang unerlässlich. Wenn die Beine schwer werden, die Füße schmerzen oder Venenleiden den Alltag erschweren, sind orthopädische Maßanfertigungen oft der Schlüssel zu neuer Lebensqualität. In diesem detaillierten Ratgeber erfahren Sie als Seniorin, Senior oder pflegender Angehöriger alles, was Sie im Jahr 2026 über die Vermessung, Anfertigung und Finanzierung von orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen in Pforzheim wissen müssen.
Wir beleuchten die modernsten 3D-Messtechniken, erklären Ihnen detailliert die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kompressionsklassen und Einlagen-Typen und führen Sie Schritt für Schritt durch den Prozess der Beantragung bei Ihrer Krankenkasse. Unser Ziel ist es, Ihnen fundiertes, sofort anwendbares Wissen an die Hand zu geben, damit Sie im Sanitätshaus vor Ort die bestmögliche Versorgung für Ihre individuellen Bedürfnisse erhalten.
Mit zunehmendem Alter verändert sich der menschliche Körper stetig. Die Muskulatur baut sich ab, Bänder und Sehnen verlieren an Elastizität und die Knochenstruktur kann durch Erkrankungen wie Osteoporose oder Arthrose geschwächt werden. Diese natürlichen Alterungsprozesse wirken sich massiv auf unsere Füße und Beine aus, die unser gesamtes Körpergewicht tragen müssen.
Das Fußgewölbe sinkt im Laufe der Jahrzehnte oft ab, was zu Fehlstellungen wie dem Knick-Senk-Fuß oder dem Spreizfuß führt. Das natürliche Fettpolster unter der Fußsohle, welches in jungen Jahren als Stoßdämpfer dient, wird dünner. Dadurch entstehen schmerzhafte Druckstellen, Hornhautschwielen oder der gefürchtete Fersensporn (eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein, oft begleitet von einer Plantarfasziitis).
Gleichzeitig lässt die Leistung des venösen Systems nach. Die Venenklappen, die dafür sorgen, dass das sauerstoffarme Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert wird, schließen oft nicht mehr richtig. Die Wadenmuskulatur, die als Muskelpumpe fungiert, verliert an Kraft. Die Folge sind geschwollene Beine, Krampfadern (Varizen), ein Schweregefühl und im schlimmsten Fall gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) oder chronische Wunden (Ulcus cruris, das "offene Bein").
Hier setzen orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe an. Sie sind keine reinen Komfortprodukte, sondern anerkannte und hochwirksame medizinische Hilfsmittel, die Schmerzen lindern, Folgeschäden verhindern und die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Pforzheim und Umgebung sichern.
Maßgefertigte Einlagen für ein schmerzfreies Gehen.
Eine orthopädische Einlage ist ein individuell gefertigtes Hilfsmittel, das in den Konfektionsschuh eingelegt wird. Es dient dazu, Fußfehlstellungen zu korrigieren, die Fußmuskulatur zu entlasten, den Gang zu stabilisieren und Schmerzpunkte weich zu betten. Standard-Einlegesohlen aus der Drogerie können diese medizinischen Aufgaben nicht erfüllen.
In Pforzheimer Sanitätshäusern und orthopädischen Schuhmacherwerkstätten werden verschiedene Arten von Einlagen angeboten, die je nach ärztlicher Diagnose (Indikation) zum Einsatz kommen:
Kopien- oder Bettungseinlagen: Diese werden häufig bei Senioren eingesetzt. Sie bestehen aus weichen Materialien wie speziellen Schaumstoffen (z.B. EVA-Schaum) und betten den Fuß großflächig. Sie verteilen den Druck gleichmäßig und lindern Schmerzen bei ausgedünnten Fettpolstern oder rheumatischen Erkrankungen.
Stützende Einlagen: Sie verfügen über einen festen Kern (oft aus Kork, Leder, Kunststoff oder modernem Carbon) und stützen das Längs- und Quergewölbe des Fußes. Sie kommen zum Einsatz, wenn das Fußgewölbe stark abgeflacht ist.
Sensomotorische (propriozeptive) Einlagen: Diese Einlagen wirken nicht primär durch mechanische Stützung, sondern stimulieren durch gezielte Druckpunkte (Pelotten) die Sensoren in der Fußsohle. Dies regt die Fußmuskulatur zur Eigenkorrektur an. Sie werden oft bei neurologischen Erkrankungen oder zur Sturzprophylaxe eingesetzt.
Schaleneinlagen: Diese umschließen die Ferse schalenförmig und geben dem Rückfuß extremen Halt. Sie sind wichtig bei starken Fehlstellungen der Ferse oder extremer Instabilität im Sprunggelenk.
Ein besonderes Augenmerk muss auf die Passform gelegt werden. Eine Einlage ist immer nur so gut wie der Schuh, in dem sie getragen wird. Senioren sollten darauf achten, Schuhe mit herausnehmbarer Innensohle zu kaufen, damit die Maßanfertigung genügend Platz findet, ohne den Fuß im Schuh einzuengen. Gute Fachgeschäfte in Pforzheim beraten Sie nicht nur zur Einlage, sondern auch zum passenden Schuhwerk.
Kompressionsstrümpfe fördern die Venengesundheit im Alltag.
Medizinische Kompressionsstrümpfe sind ein unverzichtbares Hilfsmittel in der Phlebologie (Venenheilkunde) und Lymphologie. Sie üben einen exakt definierten, von unten nach oben abnehmenden Druck auf das Bein aus. An der Fessel ist der Druck am höchsten und nimmt in Richtung Knie oder Oberschenkel kontinuierlich ab. Dieser gezielte Druck verengt den Durchmesser der erweiterten Venen. Die Venenklappen können wieder schließen, und das Blut fließt schneller und zielgerichteter zum Herzen zurück. Gewebeflüssigkeit, die Schwellungen verursacht, wird abtransportiert.
Es ist ein häufiges Missverständnis, dass Kompressionsstrümpfe mit einfachen "Stützstrümpfen" aus dem Supermarkt gleichzusetzen sind. Stützstrümpfe haben keine nachweisbare medizinische Wirkung und keinen definierten Druckverlauf. Medizinische Kompressionsstrümpfe hingegen unterliegen strengen RAL-Gütezeichen und werden in vier Kompressionsklassen (CCL) eingeteilt:
CCL 1 (Leichte Kompression): Wird meist bei beginnenden Venenproblemen, leichter Neigung zu geschwollenen Beinen oder zur Vorbeugung auf langen Reisen eingesetzt. Der Druck ist spürbar, aber relativ gering.
CCL 2 (Mittlere Kompression): Dies ist die am häufigsten verschriebene Klasse für Senioren. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venenoperationen, bei regelmäßigen Beinschwellungen (Ödemen) oder zur Vorbeugung von Thrombosen angewendet.
CCL 3 (Kräftige Kompression): Kommt bei schweren Venenerkrankungen, chronischer venöser Insuffizienz (CVI), nach abgeheilten Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris) oder bei ausgeprägten Lymphödemen zum Einsatz. Das Anziehen erfordert Kraft und oft Hilfsmittel.
CCL 4 (Sehr kräftige Kompression): Wird sehr selten und nur bei extremen Krankheitsbildern wie massiven Lymphödemen (Elephantiasis) verschrieben.
Zusätzlich wird zwischen zwei Herstellungsverfahren unterschieden, die für die Passform und Wirkung entscheidend sind:
Rundstrick-Verfahren: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch und eignen sich hervorragend für reine Venenleiden, bei denen die Beinform relativ normal und symmetrisch ist.
Flachstrick-Verfahren: Diese Strümpfe werden flach gestrickt und anschließend mit einer flachen, elastischen Naht zusammengenäht. Das Material ist fester, weniger dehnbar und arbeitet wie eine "Wand" gegen Schwellungen. Sie werden exakt auf Maß gefertigt und sind zwingend notwendig bei Lymphödemen, Lipödemen oder sehr unförmigen Beinen, bei denen ein Rundstrickstrumpf einschneiden würde.
Präzise 3D-Vermessung im modernen Sanitätshaus.
Die Qualität eines orthopädischen Hilfsmittels steht und fällt mit der exakten Vermessung. Die Zeiten, in denen ausschließlich mit Gipsabdrücken oder Maßbändern hantiert wurde, sind in modernen Pforzheimer Sanitätshäusern längst vorbei. Im Jahr 2026 dominiert digitale Präzision, die besonders für Senioren komfortabler, schneller und berührungsloser ist.
Die Vermessung für orthopädische Einlagen: Früher mussten Patienten in einen Trittschaum steigen oder einen Gipsabdruck anfertigen lassen. Zwar wird der Trittschaum bei bestimmten Krankheitsbildern auch heute noch verwendet, der Standard ist jedoch der digitale 2D- oder 3D-Fußscan. Dabei stellt sich der Patient auf eine Glasplatte. Ein optischer Scanner erfasst die Fußsohle hochauflösend. Gleichzeitig kommt oft die elektronische Fußdruckmessung (Pedobarographie) zum Einsatz. Hierbei geht der Patient über eine mit tausenden Sensoren ausgestattete Messplatte. Der Computer berechnet exakt, an welchen Stellen der Fuß beim Gehen und Stehen den höchsten Druck erfährt. Diese farbigen Druckbilder (Druckverteilungsmessung) zeigen dem Orthopädieschuhtechniker punktgenau, wo die Einlage entlasten oder stützen muss. Die Daten werden direkt an eine CNC-Fräse übertragen, die die Einlage aus einem Rohling millimetergenau herausfräst.
Die Vermessung für Kompressionsstrümpfe: Die Vermessung von Kompressionsstrümpfen muss äußerst akkurat erfolgen, da schon kleine Abweichungen dazu führen können, dass der Strumpf rutscht oder schmerzhaft einschneidet. Bei Senioren, deren Haut oft dünner und empfindlicher ist (Pergamenthaut), ist dies besonders kritisch.
Moderne Sanitätshäuser in der Pforzheimer Innenstadt oder den Stadtteilen nutzen hierfür digitale 3D-Beinscanner (wie beispielsweise das System Bodytronic). Der Patient steht dabei auf einer kleinen, sich langsam drehenden Plattform, während Infrarot- oder Lichtsensoren die Beine völlig berührungslos abscannen. Innerhalb von wenigen Sekunden erstellt der Computer ein exaktes 3D-Modell der Beine und berechnet alle relevanten Umfangs- und Längenmaße. Dies ist nicht nur hochpräzise, sondern auch sehr angenehm für Senioren, da das manuelle Abmessen mit dem Maßband an empfindlichen Stellen entfällt.
Wichtiger Hinweis für die Praxis: Die Vermessung für Kompressionsstrümpfe sollte immer morgens erfolgen. Im Laufe des Tages sackt Flüssigkeit in die Beine, sie schwellen an. Würde man nachmittags messen, wäre der Strumpf zu weit und könnte seine komprimierende Wirkung am Morgen nicht richtig entfalten.
Der Prozess von den ersten Beschwerden bis zum fertigen Hilfsmittel folgt in Deutschland strengen Regeln. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen den Bedarf für Einlagen oder Kompressionsstrümpfe feststellen, gehen Sie wie folgt vor:
Der Arztbesuch: Der erste Weg führt immer zum Hausarzt, Facharzt für Orthopädie oder zum Phlebologen (Venenfacharzt). Schildern Sie Ihre Beschwerden genau. Der Arzt stellt die Diagnose und prüft die medizinische Notwendigkeit. Ist diese gegeben, stellt er ein Kassenrezept (Muster 16) aus.
Die Rezeptangaben prüfen: Achten Sie darauf, dass auf dem Rezept genaue Angaben stehen. Bei Einlagen sollte die Diagnose (z.B. Senkfuß) und die Art der Einlage (z.B. bettend) vermerkt sein. Bei Kompressionsstrümpfen müssen die Kompressionsklasse (z.B. CCL 2), die Ausführung (z.B. Wadenstrumpf A-D oder Oberschenkelstrumpf A-G) und der Zusatz "Maßanfertigung" (falls Konfektionsgrößen nicht passen) aufgeführt sein.
Die Wahl des Sanitätshauses: Mit dem Rezept gehen Sie in ein zertifiziertes Sanitätshaus in Pforzheim. Achten Sie auf Barrierefreiheit und eine diskrete Beratung in separaten Kabinen.
Vermessung und Beratung: Das Fachpersonal führt die oben beschriebenen Messungen durch. Sie werden zu Materialien, Farben und Pflege beraten.
Beantragung bei der Krankenkasse: Das Sanitätshaus reicht das Rezept und einen Kostenvoranschlag (falls nötig) bei Ihrer Krankenkasse ein. Sie müssen sich um diese Bürokratie in der Regel nicht kümmern.
Anprobe und Abholung: Nach einigen Tagen bis Wochen (je nach Aufwand der Maßanfertigung) ist das Hilfsmittel fertig. Bei der Abholung wird zwingend eine Anprobe durchgeführt. Das Fachpersonal prüft den Sitz und zeigt Ihnen, wie Sie die Strümpfe richtig an- und ausziehen oder die Einlagen in den Schuh einpassen.
Nachkontrolle: Ein gutes Sanitätshaus bietet Ihnen an, nach einigen Wochen der Eingewöhnung noch einmal zur Kontrolle vorbeizukommen.
Die Finanzierung von orthopädischen Hilfsmitteln ist durch das Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt. Gemäß § 33 SGB V haben Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Anspruch auf die Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder eine Behinderung auszugleichen.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind im offiziellen Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen gelistet. Das bedeutet, dass die Krankenkasse die Kosten für die medizinisch notwendige Standardversorgung übernimmt. Offizielle Informationen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung finden Sie auch beim Bundesministerium für Gesundheit.
Dennoch kommen in der Praxis fast immer Kosten auf den Patienten zu. Man muss hier streng zwischen zwei Kostenarten unterscheiden:
1. Die gesetzliche Zuzahlung: Jeder gesetzlich Versicherte über 18 Jahren muss eine Zuzahlung leisten, sofern er nicht von der Zuzahlung befreit ist (Befreiungsausweis der Krankenkasse). Diese Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Abgabepreises des Hilfsmittels, mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro. Diese Regelung gilt pro Hilfsmittel. Bei einem Paar Einlagen zahlen Sie also in der Regel 5 bis 10 Euro gesetzliche Zuzahlung.
2. Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt dem Sanitätshaus einen festgelegten Festbetrag für eine funktionale, zweckmäßige Basisversorgung (das sogenannte "Kassenmodell"). Wenn Sie sich als Patient für ein Hilfsmittel entscheiden, das über dieses Maß des Notwendigen hinausgeht – beispielsweise durch weichere Materialien, extrem dünne Carbon-Kerne bei Einlagen, hautfreundlichere Mikrofasern, besondere Haftbänder oder modische Farben bei Kompressionsstrümpfen –, müssen Sie die Differenz zwischen dem Festbetrag der Kasse und dem tatsächlichen Preis des Premium-Produkts selbst tragen. Diese wirtschaftliche Aufzahlung kann bei Einlagen zwischen 20 Euro und 80 Euro liegen, bei speziellen Kompressionsstrümpfen auch höher. Ein seriöses Sanitätshaus in Pforzheim wird Sie vor der Anfertigung transparent über diese Aufzahlungen informieren und Ihnen immer auch das aufzahlungsfreie (bzw. nur zuzahlungspflichtige) Kassenmodell zeigen.
Wie oft habe ich Anspruch auf neue Hilfsmittel? Die Regelungen aus dem Jahr 2026 sehen bei Erwachsenen folgende Richtwerte vor:
Orthopädische Einlagen: Gesetzlich Versicherte haben in der Regel Anspruch auf zwei Paar Einlagen pro Jahr. Dies ist sinnvoll, da aus hygienischen Gründen ein Wechselpaar vorhanden sein sollte (z.B. ein Paar für Straßenschuhe, ein Paar für Hausschuhe).
Kompressionsstrümpfe: Hier gewähren die Krankenkassen in der Regel alle sechs Monate (also zweimal pro Jahr) eine Neuversorgung. Der Grund: Das elastische Material verliert durch das tägliche Tragen und Waschen nach etwa einem halben Jahr seine definierte Kompressionskraft. Bei der Erstversorgung (wenn Sie zum allerersten Mal Strümpfe verschrieben bekommen) haben Sie aus hygienischen Gründen oft direkt Anspruch auf eine Wechselversorgung (also zwei Paar auf einmal).
Regelmäßige und professionelle Fußkontrolle bei Diabetes.
Ein besonders kritisches Thema für viele Senioren ist das Diabetische Fußsyndrom (DFS). Langjähriger Diabetes mellitus führt häufig zu einer Schädigung der Nerven (diabetische Polyneuropathie) und der Blutgefäße (Mikroangiopathie). Die Betroffenen verlieren das Schmerz- und Temperaturempfinden in den Füßen.
Dies ist extrem gefährlich: Ein drückender Schuh, ein kleines Steinchen oder eine schlecht sitzende Standard-Einlage verursachen Druckstellen. Da der Schmerz nicht gespürt wird, läuft der Patient weiter. Es entstehen Wunden (Ulzera), die aufgrund der schlechten Durchblutung nicht heilen und sich infizieren. Im schlimmsten Fall drohen Amputationen.
Für Diabetiker mit Neuropathie gelten daher völlig andere Regeln: Standard-Einlagen mit harten Kernen oder festen Kanten sind strengstens verboten! Diabetiker benötigen spezielle diabetesadaptierte Fußbettungen. Diese bestehen aus mehreren Schichten extrem weicher, viskoelastischer Schaumstoffe (Sandwich-Bauweise), die den Druck großflächig verteilen. Sie dürfen keinerlei harte Elemente aufweisen. Zudem müssen diese Einlagen zwingend in speziellen Diabetikerschutzschuhen getragen werden. Diese Schuhe haben keine drückenden Innennähte, eine versteifte Sohle (um die Abrollbewegung zu erleichtern und den Vorfuß zu entlasten) und bieten extra viel Volumen für die dicken Bettungen.
Senioren in Pforzheim, die an Diabetes leiden, sollten sich ausschließlich an Sanitätshäuser oder Orthopädieschuhtechniker wenden, die explizit auf die Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms spezialisiert und zertifiziert sind. Eine regelmäßige Inspektion der Füße durch einen Podologen (medizinische Fußpflege) ist hierbei unerlässlich.
Bei einem Diabetischen Fußsyndrom und bestehendem Pflegegrad stehen Ihnen monatlich Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Bettschutzeinlagen im Wert von 40 Euro kostenfrei zu.
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Schonende Pflege für eine lange Haltbarkeit.
Damit Einlagen und Kompressionsstrümpfe ihre medizinische Funktion erfüllen und hygienisch einwandfrei bleiben, ist eine korrekte Pflege durch den Senior oder dessen Pflegekräfte zwingend erforderlich.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliches Waschen: Kompressionsstrümpfe müssen jeden Tag gewaschen werden. Hautschuppen, Schweiß und Körperfette greifen das elastische Gewebe (Elasthan) an. Nur durch das Waschen ziehen sich die Fäden wieder zusammen und der Strumpf erhält seine Kompressionskraft für den nächsten Tag zurück.
Das richtige Waschmittel: Verwenden Sie milde Feinwaschmittel oder spezielle Kompressionsstrumpf-Waschmittel aus dem Sanitätshaus. Niemals Weichspüler verwenden! Weichspüler verklebt die elastischen Fasern und zerstört die medizinische Wirkung sofort.
Temperatur: Waschen Sie die Strümpfe bei maximal 40 Grad Celsius im Schonwaschgang der Maschine (im Wäschenetz) oder per Handwäsche.
Trocknen: Strümpfe niemals auf die Heizung legen, nicht in die direkte Sonne hängen und nicht im Wäschetrockner trocknen (außer das Etikett erlaubt es ausdrücklich). Legen Sie die Strümpfe zum Trocknen flach auf ein Handtuch an einen schattigen, gut belüfteten Ort.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen jeden Abend aus den Schuhen heraus, damit sie auslüften und die aufgenommene Fußfeuchtigkeit abgeben können.
Reinigung: Einlagen dürfen nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. Wischen Sie sie bei Bedarf mit einem leicht feuchten Tuch und etwas milder Seife ab. Lederbezüge können mit speziellen Lederpflegemitteln geschmeidig gehalten werden.
Hitze vermeiden: Legen Sie Einlagen niemals zum Trocknen auf die Heizung. Die verwendeten Klebstoffe und Schaumstoffe können sich durch die Hitze verformen oder lösen.
In Pforzheim und dem Enzkreis gibt es zahlreiche Anbieter für medizinische Hilfsmittel. Für Senioren und Angehörige ist es wichtig, einen vertrauensvollen Partner zu finden. Ein exzellentes Sanitätshaus erkennen Sie im Jahr 2026 an folgenden Kriterien:
Barrierefreiheit: Das Geschäft muss für Rollatoren und Rollstühle problemlos zugänglich sein. Es sollte keine hohen Schwellen geben und die Gänge müssen breit genug sein.
Diskrete Beratungskabinen: Die Vermessung von Beinen für Kompressionsstrümpfe erfordert das Entkleiden. Ein gutes Sanitätshaus führt dies nicht im Verkaufsraum durch, sondern in blickdichten, geschlossenen Kabinen.
Hausbesuche: Viele Senioren im Pforzheimer Umland sind nicht mehr mobil genug, um in die Innenstadt zu fahren. Hochwertige Sanitätshäuser bieten für die Vermessung und Auslieferung von Hilfsmitteln Hausbesuche oder Besuche in Pflegeheimen an.
Zeit und Empathie: Das Personal nimmt sich Zeit, erklärt die Handhabung geduldig und drängt nicht zum Kauf von teuren Zusatzprodukten.
Zertifizierungen: Achten Sie auf Aushänge zur Präqualifizierung und Zertifizierung nach DIN EN ISO 13485 (Qualitätsmanagement für Medizinprodukte).
Erprobung von Anziehhilfen: Wer Kompressionsstrümpfe verschrieben bekommt, braucht oft eine Anziehhilfe (z.B. einen Strumpf-Butler oder Gleitsocken). Ein gutes Fachgeschäft lässt Sie diese Hilfsmittel vor Ort selbstständig ausprobieren.
Pflegende Angehörige übernehmen oft die Organisation und Überwachung der Hilfsmittelversorgung. Hier sind die wichtigsten Aufgaben, bei denen Sie unterstützen können:
1. Das An- und Ausziehen überwachen: Kompressionsstrümpfe müssen morgens vor dem Aufstehen oder direkt danach angezogen werden, wenn die Beine noch schlank sind. Abends vor dem Schlafengehen werden sie ausgezogen. Viele Senioren haben aufgrund von Arthrose in den Händen oder eingeschränkter Rumpfbeugefähigkeit Probleme beim Anziehen. Helfen Sie hier oder organisieren Sie über den Arzt eine Verordnung für einen ambulanten Pflegedienst, der das An- und Ausziehen der Strümpfe (als Behandlungspflege) übernimmt.
2. Hautkontrolle: Kontrollieren Sie beim abendlichen Ausziehen der Strümpfe die Beine der Senioren. Achten Sie auf tiefe Einschnürungen, Rötungen, trockene, schuppige Haut oder gar offene Stellen. Kompressionsstrümpfe entziehen der Haut Feuchtigkeit. Cremen Sie die Beine abends mit speziellen, ureahaltigen Pflegecremes ein (jedoch niemals morgens vor dem Anziehen der Strümpfe, da diese sonst rutschen oder das Material beschädigt wird).
3. Termine im Blick behalten: Notieren Sie sich, wann die Einlagen oder Strümpfe angeschafft wurden. Erinnern Sie den Senior daran, nach sechs Monaten (bei Strümpfen) oder einem Jahr (bei Einlagen) einen neuen Termin beim Hausarzt oder Orthopäden in Pforzheim zu vereinbaren, um ein Folgerezept zu erhalten.
Muss ich meine Einlagen den ganzen Tag tragen? In der Eingewöhnungsphase (die ersten ein bis zwei Wochen) sollten Sie die Einlagen nur stundenweise tragen, um die Fußmuskulatur langsam an die neue Position zu gewöhnen. Muskelkater ist in dieser Phase normal. Danach sollten die Einlagen so oft wie möglich getragen werden, idealerweise auch in Hausschuhen, da Senioren viel Zeit zu Hause verbringen.
Was tue ich, wenn der Kompressionsstrumpf rutscht? Ein rutschender Strumpf verliert seine Wirkung und kann in den Kniekehlen gefährliche Einschnürungen verursachen. Gründe können sein: Das Silikon-Haftband ist durch Hautschuppen verschmutzt (mit einem feuchten Tuch abreiben), der Strumpf wurde nicht täglich gewaschen, die Beine haben stark an Umfang verloren (z.B. durch erfolgreiche Entstauung), oder die Messung war fehlerhaft. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt das Sanitätshaus auf.
Zahlt die Kasse orthopädische Maßschuhe? Orthopädische Maßschuhe sind extrem aufwendige Handanfertigungen, die nur dann von der Krankenkasse genehmigt werden, wenn der Fuß so stark deformiert ist, dass keine Konfektionsschuhe mit Einlagen mehr getragen werden können. Die Zuzahlung ist hier deutlich höher (Eigenanteil für den Gebrauchswert eines normalen Schuhs, oft um die 76 Euro).
Kann ich mit Kompressionsstrümpfen schlafen? Nein. Medizinische Kompressionsstrümpfe sind in der Regel für das Tragen in aufrechter Position (Stehen, Gehen, Sitzen) konzipiert. Im Liegen arbeitet die Schwerkraft nicht gegen den Blutfluss, der starke Druck des Strumpfes könnte im Schlaf die arterielle Durchblutung stören. Ausnahmen gelten nur bei speziellen Anti-Thrombose-Strümpfen (klinischer Bereich) oder nach ausdrücklicher ärztlicher Anordnung.
Um Ihnen den Ablauf so einfach wie möglich zu machen, nutzen Sie diese praktischen Checklisten:
Checkliste für den Arztbesuch:
Haben Sie Schmerzen beim Gehen oder Stehen? (Notieren Sie sich genau, wo: Ferse, Ballen, Zehen).
Schwellen Ihre Beine im Laufe des Tages an?
Haben Sie ein Schweregefühl oder nächtliche Wadenkrämpfe?
Sind Sie Diabetiker? (Unbedingt erwähnen, Füße ansehen lassen!).
Bitten Sie gezielt um die Verordnung von Anziehhilfen, falls Sie sich nicht gut bücken können.
Checkliste für das Sanitätshaus:
Nehmen Sie Ihre am häufigsten getragenen Schuhe mit, wenn Sie Einlagen anpassen lassen.
Vereinbaren Sie für das Ausmessen von Kompressionsstrümpfen einen Termin am frühen Vormittag.
Fragen Sie aktiv nach den aufzahlungsfreien Kassenmodellen.
Lassen Sie sich die Pflegehinweise schriftlich mitgeben.
Klären Sie, ob das Geschäft im Bedarfsfall Hausbesuche in Pforzheim oder Ihrem Wohnort im Enzkreis anbietet.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind weit mehr als nur einfache Hilfsmittel – sie sind essenzielle Bausteine für ein aktives, schmerzfreies und selbstbestimmtes Leben im Alter. Gerade in einer Stadt wie Pforzheim, wo Wege oft mit Steigungen verbunden sind, ist ein stabiler Gang und ein gesundes Venensystem von unschätzbarem Wert für Senioren.
Dank modernster 3D-Messtechnik im Jahr 2026 ist die Anpassung in den lokalen Sanitätshäusern präziser und komfortabler denn je. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die medizinisch notwendige Basisversorgung, sodass lediglich eine geringe gesetzliche Zuzahlung von maximal 10 Euro anfällt, sofern keine Premium-Materialien gewünscht werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie aktiv werden: Sprechen Sie bei Fußschmerzen oder geschwollenen Beinen umgehend Ihren Hausarzt an, achten Sie auf eine fachgerechte Vermessung in den Morgenstunden und pflegen Sie Ihre Hilfsmittel täglich.
Pflegende Angehörige spielen eine Schlüsselrolle, indem sie bei der Organisation unterstützen, den Hautzustand kontrollieren und bei Bedarf Hilfe beim Anziehen organisieren. Mit dem richtigen Hilfsmittel, passgenau auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten, steht ausgedehnten Spaziergängen durch den Pforzheimer Stadtgarten oder entlang der Enz nichts mehr im Wege. Bleiben Sie mobil, achten Sie auf Ihre Fußgesundheit und nutzen Sie die professionelle Expertise der Fachgeschäfte vor Ort.
Alles Wichtige zu Einlagen und Kompressionsstrümpfen auf einen Blick