Die Pflege eines geliebten Angehörigen in den eigenen vier Wänden ist eine Aufgabe, die von tiefer Zuneigung und großem Verantwortungsbewusstsein zeugt. Doch in der Realität bringt diese Entscheidung Familien in Kiel und ganz Schleswig-Holstein oft an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit. Die Lösung für dieses Dilemma ist so effektiv wie bewährt: die teilstationäre Tagespflege. Sie bietet Senioren einen strukturierten, geselligen Tag in sicherer Umgebung und schenkt pflegenden Angehörigen dringend benötigte Auszeiten. Dennoch zögern viele Familien an der Kieler Förde, dieses Angebot anzunehmen. Der Grund ist fast immer derselbe: die Angst vor unkalkulierbaren Kosten.
Als Experten für Seniorenpflege und Pflegeberatung bei PflegeHelfer24 wissen wir: Diese Sorge ist in den meisten Fällen unbegründet. Das deutsche Pflegesystem bietet im Jahr 2026 hervorragende finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Wenn Sie die Mechanismen der Pflegekasse verstehen und die Ihnen zustehenden Budgets intelligent miteinander kombinieren, ist es absolut realistisch, den Aufenthalt in einer Kieler Tagespflege für ein bis zwei Tage pro Woche komplett ohne private Zuzahlung zu finanzieren. In diesem umfassenden Ratgeber erklären wir Ihnen detailliert, wie das separate Budget für die Tagespflege funktioniert, welche Kostenblöcke es gibt und wie Sie durch clevere Planung eine 100-Prozent-Finanzierung erreichen.
Bevor wir tief in die Finanzierung einsteigen, ist es wichtig zu verstehen, was die Tagespflege eigentlich leistet. Im Gegensatz zu einem Pflegeheim, in dem der Senior dauerhaft lebt (vollstationäre Pflege), verbringen die Gäste der Tagespflege dort nur den Tag – meist in der Zeit zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr. Den Abend, die Nacht und das Wochenende verbringen sie wie gewohnt in ihrem vertrauten Zuhause in Kiel-Mettenhof, Elmschenhagen, Schilksee oder einem anderen Stadtteil.
Die Tagespflege richtet sich an Senioren, die tagsüber Betreuung, medizinische Versorgung oder einfach nur Gesellschaft benötigen, weil die Angehörigen arbeiten müssen oder Entlastung brauchen. Ein typischer Tag in einer Kieler Einrichtung beginnt mit dem hauseigenen Fahrdienst, der den Senior morgens rollstuhlgerecht an der Haustür abholt. In der Einrichtung angekommen, wird gemeinsam gefrühstückt. Danach folgen aktivierende Angebote: von Gedächtnistraining über Sitzgymnastik bis hin zu gemeinsamen Ausflügen an die Kieler Förde, gemeinsamem Kochen oder Basteln. Nach dem Mittagessen gibt es Ruhemöglichkeiten in bequemen Ruhesesseln, gefolgt vom Nachmittagskaffee, bevor der Fahrdienst die Gäste wieder sicher nach Hause bringt.
Dieser strukturierte Tagesablauf verhindert die soziale Isolation, fördert den Erhalt der kognitiven und motorischen Fähigkeiten und bietet eine lückenlose medizinische Versorgung (wie etwa die Medikamentengabe durch Fachpersonal). Für die Angehörigen bedeutet dies: Sie können beruhigt zur Arbeit gehen oder neue Kraft schöpfen, in dem sicheren Wissen, dass ihr Familienmitglied in besten Händen ist.
Der Fahrdienst holt Senioren sicher und bequem direkt an der Haustür ab.
Der wohl am weitesten verbreitete Irrtum in der Pflegeberatung lautet: "Wenn ich meinen Vater in die Tagespflege gebe, wird mir das Pflegegeld gekürzt." Diese Annahme ist schlichtweg falsch und hält leider viele Familien in Kiel davon ab, Hilfe anzunehmen.
Der Gesetzgeber hat erkannt, wie wichtig die Tagespflege zur Stabilisierung der häuslichen Pflegesituation ist. Daher wurde im Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) gesetzlich verankert, dass Leistungen der teilstationären Pflege zusätzlich zum Pflegegeld oder zu den Pflegesachleistungen (für einen ambulanten Pflegedienst) gewährt werden. Man spricht hierbei vom sogenannten separaten Budget für die Tagespflege.
Das bedeutet für Sie ganz konkret: Wenn Sie in Kiel einen Angehörigen mit Pflegegrad 2 zu Hause pflegen, erhalten Sie weiterhin Ihr volles monatliches Pflegegeld in Höhe von 332 Euro (Stand 2026). Zusätzlich – und ohne jegliche Kürzung des Pflegegeldes – stellt Ihnen die Pflegekasse ein separates Budget von 689 Euro zur Verfügung, das Sie ausschließlich für die Tagespflege nutzen können. Sie erhalten also faktisch eine 100-prozentige Leistungskombination. Sie müssen sich nicht zwischen dem Pflegegeld und der Tagespflege entscheiden; Ihnen steht beides in vollem Umfang zu.
Weitere offizielle und detaillierte Informationen zu den gesetzlichen Regelungen des SGB XI finden Sie stets aktuell auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit.
Die Höhe des Budgets, das Ihnen für die Tagespflege zur Verfügung steht, richtet sich ausschließlich nach dem anerkannten Pflegegrad der pflegebedürftigen Person. Je höher der Pflegegrad, desto höher ist der Betrag, den die Pflegekasse monatlich zweckgebunden bereitstellt. Hier sind die aktuellen, gesetzlich festgeschriebenen Beträge, die Sie für eine Einrichtung in Kiel nutzen können:
Pflegegrad 1:0 Euro spezifisches Tagespflege-Budget (Hier greift jedoch der Entlastungsbetrag von 125 Euro, auf den wir später detailliert eingehen).
Pflegegrad 2:689 Euro pro Monat
Pflegegrad 3:1.298 Euro pro Monat
Pflegegrad 4:1.612 Euro pro Monat
Pflegegrad 5:1.995 Euro pro Monat
Wichtig zu verstehen ist: Dieses Budget wird Ihnen nicht auf Ihr privates Girokonto überwiesen. Es handelt sich um eine Sachleistung. Das bedeutet, die Tagespflegeeinrichtung in Kiel rechnet die entstandenen Kosten am Ende des Monats direkt mit der zuständigen Pflegekasse ab. Sie müssen nicht in Vorleistung treten. Sie unterschreiben bei Vertragsabschluss lediglich eine sogenannte Abtretungserklärung, die es der Einrichtung erlaubt, das Geld direkt bei der Kasse abzurufen.
Um zu verstehen, wie Sie den Aufenthalt komplett über die Kasse finanzieren können, müssen Sie wissen, wie sich die Rechnung einer Tagespflege zusammensetzt. Der Tagessatz einer Einrichtung in Kiel besteht nicht aus einem einzigen Pauschalbetrag, sondern wird gesetzlich zwingend in vier separate Kostenblöcke (Säulen) aufgeteilt. Diese Aufteilung ist entscheidend, da die Pflegekasse nicht jeden dieser Blöcke aus dem Tagespflege-Budget bezahlt.
Pflegebedingte Aufwendungen (Pflegekosten): Dies ist der größte Kostenblock. Er umfasst die eigentliche Betreuung, die medizinische Behandlungspflege (z.B. Blutzuckermessen, Medikamentengabe) und die Gehälter des Fachpersonals. In Kiel liegen diese Kosten je nach Pflegegrad meist zwischen 50 Euro und 75 Euro pro Tag. Dieser Block wird zu 100 Prozent aus dem Tagespflege-Budget (z.B. den 689 Euro bei Pflegegrad 2) bezahlt.
Fahrtkosten (Fahrdienst): Wenn der Senior vom hauseigenen Fahrdienst oder einem kooperierenden Taxiunternehmen zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht wird, fallen Fahrtkosten an. Diese sind abhängig von der Entfernung innerhalb Kiels und belaufen sich im Durchschnitt auf 15 Euro bis 30 Euro pro Tag. Auch diese Kosten werden vollständig aus dem Tagespflege-Budget gedeckt.
Unterkunft und Verpflegung (U&V): Hierunter fallen die Kosten für die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee, Getränke) sowie die anteiligen Kosten für Strom, Wasser, Heizung und Reinigung der Räumlichkeiten. Da der Senior auch zu Hause essen und heizen müsste (sogenannte "ersparte Eigenaufwendungen"), betrachtet der Gesetzgeber dies als private Lebenshaltungskosten. In Kiel belaufen sich die U&V-Kosten auf etwa 15 Euro bis 25 Euro pro Tag. Das Tagespflege-Budget darf für diese Kosten rechtlich nicht verwendet werden! Diesen Teil müssen Sie theoretisch privat tragen – es sei denn, Sie nutzen einen legalen Trick, den wir Ihnen gleich zeigen.
Investitionskosten (Instandhaltung): Dieser Betrag dient der Einrichtung zur Refinanzierung ihrer Gebäude, der Miete, der Instandhaltung und der Anschaffung von Mobiliar (z.B. Pflegebetten, Ruhesessel). In Kiel liegen die Investitionskosten meist bei 10 Euro bis 18 Euro pro Tag. Auch diese Kosten dürfen nicht aus dem Tagespflege-Budget bezahlt werden. (Einige Bundesländer bieten hierfür Pflegewohngeld an, in Schleswig-Holstein ist dies für die Tagespflege jedoch meist privat zu tragen oder über den Entlastungsbetrag zu finanzieren).
Gemeinsame Aktivitäten in der Tagespflege fördern die geistige und körperliche Fitness.
Wir haben gelernt, dass das Tagespflege-Budget (z.B. 689 Euro bei PG 2) nur die Pflege- und Fahrtkosten abdeckt. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (U&V) sowie die Investitionskosten bleiben als sogenannter Eigenanteil auf der Rechnung stehen. Wie finanzieren wir diese nun, ohne das eigene Portemonnaie öffnen zu müssen?
Die Lösung ist der Entlastungsbetrag. Jeder Pflegebedürftige in Deutschland ab Pflegegrad 1 hat einen gesetzlichen Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat. Das entspricht 1.500 Euro im Jahr. Dieser Betrag ist zweckgebunden und dient genau dazu, pflegende Angehörige zu entlasten.
Das Geniale daran: Sie dürfen diesen Entlastungsbetrag ganz offiziell nutzen, um die Eigenanteile (U&V und Investitionskosten) der Tagespflege zu bezahlen! Viele Einrichtungen in Kiel bieten an, diese Verrechnung direkt für Sie mit der Pflegekasse vorzunehmen, sodass Sie sich um keinen Papierkram kümmern müssen.
Das Ansparprinzip: Ein weiterer enormer Vorteil des Entlastungsbetrages ist, dass er nicht verfällt, wenn Sie ihn in einem Monat nicht nutzen. Die Beträge sammeln sich auf einem virtuellen Konto bei Ihrer Pflegekasse an. Sie können ungenutzte Beträge aus dem Vorjahr sogar bis zum 30. Juni des Folgejahres ansparen und nutzen. Wenn Sie also die Tagespflege erst im Herbst beginnen und vorher keinen Entlastungsbetrag genutzt haben, verfügen Sie über ein stattliches Guthaben, das Sie für die Eigenanteile einsetzen können.
Lassen Sie uns die Theorie in die Praxis umsetzen. Wir nehmen für unsere Berechnungen realistische Durchschnittswerte für eine Tagespflege in Kiel im Jahr 2026 an. Bitte beachten Sie, dass die exakten Preise von Einrichtung zu Einrichtung leicht variieren können.
Angenommene Durchschnittskosten pro Tag in Kiel:
Pflegekosten: 60,00 Euro
Fahrtkosten: 20,00 Euro
Unterkunft & Verpflegung: 20,00 Euro
Investitionskosten: 15,00 Euro
Gesamtkosten pro Tag: 115,00 Euro
Von diesen 115,00 Euro übernimmt das Tagespflege-Budget 80,00 Euro (Pflege + Fahrt). Der anfängliche Eigenanteil liegt bei 35,00 Euro (U&V + Investition).
Mit der richtigen Planung sparen Angehörige bares Geld bei der Pflegefinanzierung.
Ein Tag pro Woche entspricht durchschnittlich 4,33 Tagen im Monat.
Kosten, die das Budget trägt: 4,33 Tage x 80,00 Euro = 346,40 Euro.
Verfügbares Budget bei PG 2: 689,00 Euro.
Ergebnis: Das Budget reicht völlig aus. Es verfallen sogar 342,60 Euro (dieser Restbetrag wird nicht ausgezahlt).
Kosten des Eigenanteils (U&V + Investition): 4,33 Tage x 35,00 Euro = 151,55 Euro.
Finanzierung des Eigenanteils: Sie setzen Ihren monatlichen Entlastungsbetrag von 125,00 Euro ein.
Verbleibende private Zuzahlung: 151,55 Euro - 125,00 Euro = 26,55 Euro im Monat.
Fazit zu Beispiel 1: Sie zahlen für vier bis fünf volle Betreuungstage im Monat inklusive Transport und Mahlzeiten lediglich rund 26 Euro privat. Wenn Sie nun noch angespartes Guthaben aus dem Entlastungsbetrag der Vormonate haben, beläuft sich Ihre Privatrechnung auf exakt 0,00 Euro. Eine echte 100-Prozent-Finanzierung!
Zwei Tage pro Woche entsprechen durchschnittlich 8,66 Tagen im Monat.
Kosten, die das Budget trägt: 8,66 Tage x 80,00 Euro = 692,80 Euro.
Verfügbares Budget bei PG 3: 1.298,00 Euro.
Ergebnis: Das Budget deckt die Pflege- und Fahrtkosten mühelos ab.
Kosten des Eigenanteils: 8,66 Tage x 35,00 Euro = 303,10 Euro.
Finanzierung des Eigenanteils: Sie nutzen den monatlichen Entlastungsbetrag von 125,00 Euro.
Verbleibende private Zuzahlung: 303,10 Euro - 125,00 Euro = 178,10 Euro im Monat.
Fazit zu Beispiel 2: Ohne angespartes Guthaben zahlen Sie rund 178 Euro privat. Bedenken Sie jedoch den enormen Gegenwert: Ihr Angehöriger ist an knapp 9 vollen Tagen im Monat bestens versorgt, erhält vier Mahlzeiten am Tag und wird von Tür zu Tür gefahren. Die Kosten für Strom und Lebensmittel, die Sie an diesen Tagen zu Hause sparen, gleichen diesen Betrag oft schon zur Hälfte wieder aus.
Fünf Tage pro Woche (Montag bis Freitag) entsprechen durchschnittlich 21,66 Tagen im Monat.
Kosten, die das Budget trägt: 21,66 Tage x 80,00 Euro = 1.732,80 Euro.
Verfügbares Budget bei PG 4: 1.612,00 Euro.
Ergebnis: Das Budget wird um 120,80 Euro überschritten. Diese Differenz müssen Sie selbst tragen.
Kosten des Eigenanteils: 21,66 Tage x 35,00 Euro = 758,10 Euro.
Finanzierung des Eigenanteils: Minus 125,00 Euro Entlastungsbetrag = 633,10 Euro.
Gesamte private Zuzahlung: 120,80 Euro (Budgetüberschreitung) + 633,10 Euro (Rest-Eigenanteil) = 753,90 Euro im Monat.
Fazit zu Beispiel 3: Bei einer Vollzeitbetreuung an 5 Tagen die Woche ist eine 100-Prozent-Finanzierung über die Pflegekasse faktisch nicht mehr möglich. Hier fallen private Zuzahlungen an. Sollten diese finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen, kann beim Sozialamt in Kiel ein Antrag auf Hilfe zur Pflege gestellt werden, sofern die Einkommens- und Vermögensgrenzen unterschritten werden.
Oft werden wir bei PflegeHelfer24 gefragt: "Mein Angehöriger hat erst Pflegegrad 1 bekommen. Können wir die Tagespflege in Kiel trotzdem nutzen?" Die klare Antwort lautet: Ja, Sie können. Allerdings gibt es hier eine Besonderheit in der Finanzierung.
Wie in der Budget-Aufstellung gezeigt, gewährt die Pflegekasse bei Pflegegrad 1 noch kein separates Budget für die Tagespflege (0 Euro). Das bedeutet, die Pflege- und Fahrtkosten werden nicht automatisch übernommen. Dennoch steht Ihnen auch hier der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich zu. Sie können diesen Betrag nutzen, um einzelne Tage in der Tagespflege zu finanzieren. Da die Gesamtkosten pro Tag bei etwa 115 Euro liegen, können Sie mit dem Entlastungsbetrag problemlos einen Tag pro Monat komplett kostenfrei in Anspruch nehmen. Sparen Sie den Betrag über das Jahr an, können Sie Ihrem Angehörigen beispielsweise eine intensive Betreuungswoche im Winter finanzieren, während Sie selbst in den Urlaub fahren.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Tagespflege ist der Transport. Die Verkehrssituation in Kiel, insbesondere rund um den Theodor-Heuss-Ring oder in den Stoßzeiten auf der B76, kann für private Fahrten sehr belastend sein. Deshalb ist der Fahrdienst ein zentrales Element des teilstationären Angebots.
Die meisten Einrichtungen in Kiel verfügen über eigene Kleinbusse oder arbeiten fest mit spezialisierten Transportunternehmen zusammen. Diese Fahrzeuge sind in der Regel barrierefrei und verfügen über Hebebühnen oder Rampen. Das bedeutet: Auch wenn Ihr Angehöriger auf einen Elektrorollstuhl oder einen manuellen Rollstuhl angewiesen ist, ist der Transport problemlos möglich. Der Senior wird sicher im Rollstuhl im Fahrzeug verankert und muss nicht mühsam umgesetzt werden.
Die Organisation übernimmt komplett die Tagespflegeeinrichtung. Sie vereinbaren lediglich ein Zeitfenster (z.B. Abholung zwischen 7:45 Uhr und 8:15 Uhr). Das geschulte Fahrpersonal hilft dem Senior an der Haustür, begleitet ihn zum Fahrzeug und sorgt für ein sicheres Ankommen. Auch diese Leistung ist, wie oben berechnet, in den Fahrtkosten enthalten und wird über das Tagespflege-Budget abgerechnet.
Wenn Sie sich nun entschieden haben, das Angebot der Tagespflege zu nutzen, fragen Sie sich vermutlich, wie der bürokratische Weg dorthin aussieht. Wir haben den Prozess für Sie in klare, nachvollziehbare Schritte unterteilt:
Pflegegrad sicherstellen: Voraussetzung für die Finanzierung ist ein anerkannter Pflegegrad (mindestens PG 2 für das separate Budget, PG 1 für den Entlastungsbetrag). Falls noch kein Pflegegrad vorliegt, stellen Sie umgehend einen Antrag bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen.
Recherche und Vergleich in Kiel: Suchen Sie nach Einrichtungen in Ihrer Nähe. Achten Sie auf die Lage. Eine Einrichtung in Kiel-Wik macht wenig Sinn, wenn Sie in Kiel-Gaarden wohnen, da die Fahrtzeiten für den Senior sonst zu lang werden.
Kontaktaufnahme und Beratung: Rufen Sie die favorisierte Einrichtung an. Die Pflegedienstleitungen (PDL) in Kiel sind sehr erfahren und bieten in der Regel ein unverbindliches, kostenloses Beratungsgespräch an.
Den Probetag vereinbaren: Buchen Sie niemals blind einen festen Platz. Seriöse Einrichtungen bieten immer einen kostenlosen Probetag an. So kann der Senior testen, ob ihm die Atmosphäre, das Personal und das Essen zusagen.
Vertragsabschluss und Abtretungserklärung: Wenn alles passt, schließen Sie den Pflegevertrag ab. Achten Sie darauf, dass Sie die Abtretungserklärung unterschreiben. Damit ermächtigen Sie die Einrichtung, die Kosten direkt mit der Pflegekasse abzurechnen, sodass Sie nicht in Vorleistung treten müssen.
Fahrdienst organisieren: Klären Sie im Aufnahmegespräch die genauen Abholzeiten und weisen Sie auf besondere Bedürfnisse hin (z.B. "Mein Vater benötigt Hilfe beim Treppensteigen" oder "Wir haben einen Rollstuhl").
Der Probetag ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihres Angehörigen. Nutzen Sie das Gespräch mit der Pflegedienstleitung, um folgende wichtige Punkte abzuklären:
Kosten: "Können Sie mir eine transparente Beispielrechnung für X Tage pro Woche auf Basis unseres Pflegegrades erstellen? Werden Eigenanteile direkt mit unserem Entlastungsbetrag verrechnet?"
Betreuungsschlüssel: "Wie viele Pflegekräfte und Betreuungskräfte sind für wie viele Tagesgäste zuständig?"
Medizinische Versorgung: "Dürfen Ihre Mitarbeiter ärztlich verordnete Leistungen wie Insulingaben, Medikamentenvergabe oder das Anziehen von Kompressionsstrümpfen übernehmen?"
Aktivitäten: "Wie sieht ein typischer Wochenplan aus? Gehen Sie mit den Gästen auch nach draußen, etwa in einen geschützten Garten oder spazieren?"
Ernährung: "Wird das Essen frisch gekocht oder geliefert? Können Diäten (z.B. für Diabetiker) oder Unverträglichkeiten berücksichtigt werden?"
Ruhephasen: "Gibt es ausreichend bequeme Ruhesessel oder Betten für den Mittagsschlaf? Ist ein Rückzugsort vorhanden, wenn es einem Gast zu laut wird?"
Kündigungsfristen: "Wie flexibel können wir die Betreuungstage anpassen oder kündigen, falls sich der Gesundheitszustand ändert?"
Ein kostenloser Probetag schafft Vertrauen und gibt Sicherheit bei der Entscheidung.
Trotz bester Planung und Nutzung aller Budgets kann es vorkommen, dass ein kleiner Eigenanteil verbleibt – etwa wenn der Entlastungsbetrag aufgebraucht ist oder Sie eine Betreuung an 5 Tagen pro Woche benötigen. Die gute Nachricht: Diese verbleibenden Kosten sind nicht verloren.
Sie können die selbst getragenen Kosten für die Tagespflege in Ihrer Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen (nach § 33 EStG) oder als haushaltsnahe Dienstleistungen (nach § 35a EStG) steuerlich geltend machen. Dies mindert Ihre Steuerlast und sorgt im Nachhinein für eine indirekte finanzielle Entlastung. Sammeln Sie daher alle Rechnungen der Einrichtung sorgfältig und besprechen Sie die optimale steuerliche Einordnung mit Ihrem Steuerberater oder dem Lohnsteuerhilfeverein in Kiel.
Neben den finanziellen Hürden stoßen wir in der Pflegeberatung oft auf eine massive emotionale Hürde: das schlechte Gewissen der Angehörigen. Aussagen wie "Ich schiebe meine Mutter doch nicht ab" sind an der Tagesordnung. Es ist immens wichtig, diese Sichtweise zu ändern.
Die Tagespflege ist kein "Abschieben", sondern eine professionelle Ergänzung der häuslichen Pflege. Pflegende Angehörige leisten Übermenschliches. Ohne regelmäßige Pausen drohen Erschöpfung, Burnout und eigene gesundheitliche Probleme. Wenn der pflegende Angehörige ausfällt, bricht das gesamte häusliche Pflegesystem zusammen. Die Tagespflege ist daher aktiver Selbstschutz.
Zudem profitiert auch der pflegebedürftige Senior enorm. Viele Senioren blühen in der Gemeinschaft wieder auf. Sie finden neue Bekanntschaften, erleben einen strukturierten Tag und werden durch gezielte Therapien kognitiv und motorisch gefördert. Oft verbessert sich das Verhältnis zwischen dem Pflegenden und dem Pflegebedürftigen spürbar, da die gemeinsame Zeit zu Hause wieder bewusster und entspannter genossen werden kann, weil die Grundanspannung gewichen ist.
Die Tagespflege deckt den Tag ab, doch die Sicherheit muss auch am Abend, in der Nacht und am Wochenende in den eigenen vier Wänden gewährleistet sein. Hier kommen wir von PflegeHelfer24 ins Spiel. Als Spezialisten für Seniorenpflege und Hilfsmittel beraten wir Sie gerne, wie Sie das Zuhause in Kiel optimal und sicher gestalten können.
Oftmals lässt sich die häusliche Situation durch gezielte Anpassungen drastisch verbessern. Ein Hausnotruf bietet die Gewissheit, dass im Falle eines Sturzes sofort Hilfe gerufen werden kann – ein beruhigendes Gefühl, besonders wenn der Senior nachmittags aus der Tagespflege zurückkehrt und einige Stunden allein ist. Wenn das Treppensteigen im Kieler Reihenhaus zur Qual wird, ermöglicht ein Treppenlift den sicheren Zugang zum Schlafzimmer. Für die Körperpflege bieten wir Lösungen wie einen Badewannenlift oder den kompletten barrierefreien Badumbau an (für den die Pflegekasse übrigens einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme gewährt!).
Auch die Mobilität außerhalb des Hauses lässt sich steigern. Mit einem modernen Elektromobil oder einem maßgeschneiderten Elektrorollstuhl gewinnt der Senior ein großes Stück Unabhängigkeit zurück und kann am Wochenende eigenständig Ausflüge an die Kiellinie unternehmen. Eine nachlassende Hörfähigkeit, die in der geselligen Runde der Tagespflege oft zu Isolation führt, lässt sich durch moderne Hörgeräte ausgleichen. Wir beraten Sie zu all diesen Hilfsmitteln herstellerunabhängig und unterstützen Sie bei der Beantragung der Kostenübernahme durch die Kassen.
Erhalten Sie monatlich zuzahlungsfreie Verbrauchsmaterialien wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen im Wert von 40 Euro über die Pflegekasse.
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Fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammen:
Die Tagespflege ist eine teilstationäre Einrichtung, die Senioren tagsüber betreut und pflegende Angehörige entlastet.
Ihr Pflegegeld wird nicht gekürzt, wenn Sie die Tagespflege in Anspruch nehmen. Sie erhalten ein separates, zusätzliches Budget.
Das Tagespflege-Budget deckt die Pflegekosten und die Fahrtkosten vollständig ab.
Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen (der Eigenanteil) können Sie legal über den Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich finanzieren.
Durch geschickte Kombination dieser Budgets ist in Kiel eine 100-Prozent-Finanzierung (komplett ohne private Zuzahlung) für ein bis zwei Betreuungstage pro Woche absolut realistisch.
Der hauseigene Fahrdienst holt den Senior sicher zu Hause ab und bringt ihn wieder zurück – auch im Rollstuhl.
Vereinbaren Sie immer einen kostenlosen Probetag, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Lassen Sie finanzielle Sorgen nicht der Grund dafür sein, dass Sie auf dringend benötigte Entlastung verzichten. Das deutsche Pflegesystem stellt im Jahr 2026 beträchtliche Mittel zur Verfügung, um Familien bei der häuslichen Pflege zu unterstützen. Nutzen Sie Ihr Recht, rufen Sie die Budgets ab und schenken Sie sich selbst eine Atempause, während Ihr Angehöriger in einer Kieler Tagespflege einen geselligen, sicheren und gut betreuten Tag verbringt. Mit der richtigen Beratung und Planung ist die komplette Finanzierung über die Pflegekasse kein Wunschdenken, sondern greifbare Realität.
Die wichtigsten Antworten rund um Budgets, Pflegekasse und Eigenanteile