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Pflegegrad 5: Die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung 2026

Pflegegrade · Grad 5 von 5 · Stand 2026

Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad und steht für die schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (90 bis 100 Punkte in der Begutachtung). Die Pflegekasse zahlt die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung: 990 € Pflegegeld monatlich bei Pflege durch Angehörige oder 2.299 € Pflegesachleistungen monatlich für den Pflegedienst.

90 bis 100 Punkte 990 € Pflegegeld / Monat 2.299 € Sachleistungen / Monat
12,5 Punkte · gering 100 Punkte · schwerst

Was zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 5?

Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad 5 die höchsten Leistungen der Pflegeversicherung: 990 € Pflegegeld monatlich bei Pflege durch Angehörige, bis 2.299 € Pflegesachleistungen monatlich für den Pflegedienst, auf Wunsch anteilig kombiniert. Den genauen Mix für Ihre Situation liefert der Pflegegeld-Rechner unter der Tabelle.

Pflegegeld

bei Pflege durch Angehörige

990 €

monatlich

§ 37 SGB XI

Pflegesachleistungen

für den ambulanten Pflegedienst

2.299 €

monatlich

§ 36 SGB XI

Entlastungsbetrag

für Alltagshilfe und Betreuung

131 €

monatlich

§ 45b SGB XI

Tages- und Nachtpflege

zusätzlich, ohne Anrechnung

2.085 €

monatlich

§ 41 SGB XI

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

gemeinsamer Jahresbetrag

3.539 €

jährlich

§ 42a SGB XI

Vollstationäre Pflege

Leistungsbetrag im Pflegeheim

2.096 €

monatlich

§ 43 SGB XI

Wohnumfeldverbesserung

Badumbau, Treppenlift und mehr

4.180 €

je Maßnahme

§ 40 Abs. 4 SGB XI

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Handschuhe, Desinfektion und mehr

42 €

monatlich

§ 40 Abs. 2 SGB XI

Hausnotruf-Zuschuss

seit April 2026 erhöht

27 €

monatlich

§ 40 Abs. 1 SGB XI

Wohngruppenzuschlag

für ambulant betreute Wohngruppen, mind. 3 Bewohner mit Pflegegrad

224 €

monatlich

§ 45f SGB XI

DiPA - Digitale Pflegeanwendungen

für zugelassene Pflege-Apps, zzgl. bis 30 € Unterstützungsleistung

bis 40 €

monatlich

§§ 39a, 40b SGB XI

Alle Beträge Stand 2026. Die Leistungsbeträge gelten unverändert seit der letzten Anpassung; die nächste reguläre Dynamisierung ist frühestens zum 01.01.2028 vorgesehen. Wohngruppenzuschlag und DiPA gelten unabhängig vom Pflegegrad in gleicher Höhe.

Was steht Ihnen davon konkret zu? Berechnen Sie Ihr persönliches Pflegebudget

Pflegegeld, Pflegesachleistungen und die Kombinationsleistung

Pflegegeld

990 € / Monat

Fließt, wenn Sie die Pflege privat organisieren, etwa durch Angehörige oder eine Betreuungskraft.

  • Voraussetzung ist der Beratungseinsatz nach § 37.3 SGB XI: seit dem 01.01.2026 genügt ein halbjährlicher Termin, das BEEP-Gesetz hat die frühere vierteljährliche Pflicht für Pflegegrad 4 und 5 abgeschafft.
  • Versäumter Termin: Die Pflegekasse kann das Pflegegeld kürzen, im Wiederholungsfall auch streichen.
  • Vierteljährliche Besuche bleiben freiwillig weiter möglich und sind bei so komplexer Versorgung oft sinnvoll.

Pflegesachleistungen

2.299 € / Monat

Fließt an einen ambulanten Pflegedienst statt an Sie selbst, der höchste Sachleistungsbetrag der Pflegeversicherung.

  • Wird direkt zwischen Pflegedienst und Pflegekasse abgerechnet.
  • Maßgeblich ist die tatsächliche Inanspruchnahme des Pflegedienstes im jeweiligen Monat.

Kombinationsleistung: beides mischen

Die meisten Familien mit Pflegegrad 5 mischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen über die Kombinationsleistung, statt sich für eines von beiden zu entscheiden.

  • Beispiel: Nutzen Sie 70 Prozent der Pflegesachleistungen für den Pflegedienst, bleiben Ihnen noch 30 Prozent des vollen Pflegegelds.
  • Abgerechnet wird jeweils anteilig vom vollen Monatsbetrag, nicht von einer bereits verringerten Summe.
  • An die einmal gewählte Grundaufteilung sind Sie in der Regel sechs Monate gebunden.
  • Das Pflegegeld bleibt dabei steuerfrei, egal wie hoch der gewählte Anteil ausfällt.

Praktisch heißt das: Ein Pflegedienst, der morgens und abends kommt und einen Teil der Behandlungspflege übernimmt, verbraucht vielleicht 60 bis 80 Prozent des Sachleistungsbudgets.

Pauschal- und Zusatzleistungen

Bei Pflegegrad 5 oft mit höherem praktischem Gewicht, weil die Versorgung durchgehend ist.

Entlastungsbetrag

131 € / Monat

Finanziert stundenweise Betreuung oder hauswirtschaftliche Hilfe. Steht zusätzlich zur Tages- und Nachtpflege zur Verfügung, unabhängig von deren Budget.

Tages- und Nachtpflege

2.085 € / Monat

Der höchste Betrag aller Pflegegrade, für Betreuung tagsüber oder nachts außer Haus. Wird ungekürzt zusätzlich zum Entlastungsbetrag gewährt, eine spürbare Entlastung bei intensivem Betreuungsaufwand.

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

3.539 € / Jahr

Gemeinsamer Jahresbetrag, frei zwischen häuslicher Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege in der Einrichtung aufteilbar.

  • Häufig genutzt, um einen Krankenhausaufenthalt der Pflegeperson zu überbrücken.
  • Oder um die Umstellung auf eine neue Betreuungskraft ohne Versorgungslücke zu organisieren.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

42 € / Monat

Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen und Desinfektionsmittel.

Hausnotruf

27 € / Monat

Zuschuss seit dem 01.04.2026 in dieser Höhe.

Wohnumfeldverbesserung

bis 4.180 € je Maßnahme

Je Maßnahme, etwa barrierefreie Dusche oder Deckenlifter.

Wohngruppenzuschlag

224 € / Monat

Ambulant betreute Wohngruppen mit mindestens drei pflegebedürftigen Bewohnern (§ 45f SGB XI).

DiPA

bis 40 € / Monat

Zuzüglich Unterstützungsleistung durch den Pflegedienst.

Technische Pflegehilfsmittel

Pflegebett, Rollstuhl oder Hebelifter laufen über die Krankenkasse: bei ärztlicher Verordnung bis auf ca. 10 € Zuzahlung übernommen — bei Pflegegrad 5 oft unverzichtbar.

Vollstationäre Pflege: Leistungsbetrag und Leistungszuschlag

Zieht ein Mensch mit Pflegegrad 5 ins Pflegeheim, zahlt die Pflegekasse 2.096 € monatlich, den höchsten stationären Leistungsbetrag der Pflegeversicherung. Zusätzlich übernimmt sie über den Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI einen wachsenden Teil des pflegebedingten Eigenanteils, gestaffelt nach der Wohndauer im Heim:

  • 15 Prozent in den ersten zwölf Monaten
  • 30 Prozent ab dem 13. Monat
  • 50 Prozent ab dem 25. Monat
  • 75 Prozent ab dem 37. Monat

Das entlastet vor allem langjährige Heimbewohner spürbar. Der Eigenanteil für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleibt davon unberührt; er hängt vom Bundesland und der einzelnen Einrichtung ab.

Intensive Betreuung organisieren

Bei Pflegegrad 5 ist durchgehende Versorgung die Regel, oft mit intensivpflegerischem Bedarf. Der Kosten-Rechner vergleicht die häusliche Betreuung mit dem Pflegeheim; für besonders intensive Pflege vermitteln wir spezialisierte Anbieter.

Wer bekommt Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 ist Menschen mit der schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorbehalten, verbunden mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung: 90 bis 100 Punkte in der Begutachtung oder die besondere Bedarfskonstellation. In unserem Pflegegradrechner erreichen ihn nur etwa zwei von hundert Durchläufen — passend dazu, wie selten der höchste Grad auch tatsächlich vergeben wird.

Typisch sind die vollständige Übernahme der Körperpflege, Hilfe bei jeder Bewegung, oft künstliche Ernährung oder aufwendige Behandlungspflege, Betreuung rund um die Uhr.

Typische Situationen

Wachkoma, hohe Querschnittlähmung, Endstadien schwerer Demenz oder neurologischer Erkrankungen wie ALS, schwerste Mehrfachbehinderung. Der Alltag ist ohne durchgehende pflegerische Versorgung nicht möglich.

Besondere Bedarfskonstellation

Pflegegrad 5 kann auch ohne 90 Punkte anerkannt werden: wenn beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig sind. Die Sonderregel existiert, damit extreme Einzelfälle wie eine hohe Querschnittlähmung nicht am Punkteraster scheitern.

Die frühere Härtefall-Pflegestufe

Vor 2017 endete das Punktesystem der Pflegeminuten offiziell bei Pflegestufe 3, eine eigene Stufe 4 gab es nicht. Wer heute Pflegegrad 5 erreicht, wäre damals meist in Pflegestufe 3 mit Härtefallregelung eingestuft worden: der höchsten Kategorie, reserviert für einen außergewöhnlich hohen und zeitlich kaum planbaren Pflegeaufwand.

  • Bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, etwa im Endstadium einer schweren Demenz mit vollständigem Orientierungsverlust, konnte schon die reguläre Pflegestufe 3 ohne Härtefall zu einer vergleichbaren Einstufung führen.
  • Die damalige Härtefallregelung lebt inhaltlich in der heutigen besonderen Bedarfskonstellation weiter: Beide sollen verhindern, dass extreme Einzelfälle allein am starren Zeit- beziehungsweise Punkteraster scheitern.
  • Der Begriff Härtefall selbst wird seit 2017 nicht mehr amtlich verwendet.

Pflegegrad 5 in Zahlen

4,3 % der Pflegebedürftigen hatten Ende 2023 Pflegegrad 5, der seltenste Grad. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023
5,7 Mio. Pflegebedürftige insgesamt Ende 2023. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 478 vom 18.12.2024
rund 30 % der Widersprüche gegen Erstgutachten hatten 2020–2022 Erfolg. Quelle: MD Bund
75 % des pflegebedingten Eigenanteils im Heim übernimmt die Kasse ab dem 37. Monat. § 43c SGB XI

Wie läuft die Begutachtung für Pflegegrad 5?

Der Medizinische Dienst prüft beim Hausbesuch sechs Lebensbereiche und vergibt bis zu 100 Punkte. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern wie selbstständig der Alltag noch gelingt. Für Pflegegrad 5 braucht es 90 bis 100 Punkte.
10 % Modul 1

Mobilität

Aufstehen, Treppensteigen, Fortbewegen in der Wohnung

15 %* Modul 2

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Orientierung, Erkennen von Personen, Verstehen von Sachverhalten

15 %* Modul 3

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Unruhe, Ängste, Abwehr pflegerischer Maßnahmen

40 % Modul 4

Selbstversorgung

Waschen, Ankleiden, Essen, Toilettengang

20 % Modul 5

Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen

Medikamente, Verbandswechsel, Arztbesuche

15 % Modul 6

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Tagesablauf planen, Kontakte pflegen, sich beschäftigen

* Von Modul 2 und Modul 3 fließt nur das Modul mit der höheren Punktzahl in das Ergebnis ein.

1
12,5 bis unter 27 Punkte

Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

2
27 bis unter 47,5 Punkte

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

3
47,5 bis unter 70 Punkte

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

4
70 bis unter 90 Punkte

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

5
90 bis 100 Punkte diese Seite

Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Selbsttest: Welcher Pflegegrad könnte es sein?

Schätzen Sie zu jedem der sechs Begutachtungsmodule ein, wie selbstständig die pflegebedürftige Person aktuell noch ist. Der Test rechnet grob nach der NBA-Gewichtung und zeigt eine erste Orientierung.

Modul 1 · Mobilität

Aufstehen, Gehen, Treppensteigen, Umsetzen im Bett

Modul 2 · Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Orientierung, Personen erkennen, Sachverhalte verstehen

Modul 3 · Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Nächtliche Unruhe, Ängste, Abwehr von Pflegehandlungen

Modul 4 · Selbstversorgung

Waschen, Ankleiden, Essen, Toilettengang

Modul 5 · Krankheits-/therapiebedingte Anforderungen

Medikamente, Verbandswechsel, Arztbesuche, Therapien

Modul 6 · Alltagsleben und soziale Kontakte

Tagesablauf gestalten, Kontakte pflegen, sich beschäftigen

Ihre grobe Ersteinschätzung

0 von 100 Punkten

Das ist eine grobe Ersteinschätzung auf Basis Ihrer eigenen Angaben. Sie ersetzt keine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst und ist rechtlich nicht bindend. Der tatsächliche Pflegegrad wird ausschließlich beim Hausbesuch anhand aller sechs Module ermittelt.

Zum kostenlosen Pflegegradrechner

Wie beantrage ich Pflegegrad 5?

Ein formloser Anruf oder Brief an die Pflegekasse genügt, ein Formular ist nicht nötig. Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung; über den Antrag entscheidet die Kasse in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen.
  1. Antrag bei der Pflegekasse

    Ein formloser Anruf oder Brief an die Pflegekasse (bei der Krankenkasse angesiedelt) genügt. Auch Angehörige können den Antrag stellen, eine Vollmacht reicht. Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung, deshalb zählt jeder Tag. Besteht bereits ein niedrigerer Pflegegrad, heißt der Weg Höherstufungsantrag.

  2. Begutachtung vorbereiten

    Der Medizinische Dienst kündigt einen Hausbesuch an. Führen Sie vorab zwei Wochen ein Pflegetagebuch und legen Sie Arztberichte sowie die Medikamentenliste bereit. Eine Vertrauensperson sollte beim Termin dabei sein.

  3. Bescheid prüfen

    Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden. Prüfen Sie die Punktevergabe im Gutachten; fällt die Einstufung zu niedrig aus, bleibt ein Monat Zeit für den Widerspruch.

Welcher Pflegegrad ist realistisch?

Der Pflegegradrechner simuliert die offizielle Begutachtung mit allen sechs Modulen, kostenlos und ohne Anmeldung.

Zum Pflegegradrechner

Was hat sich 2026 geändert?

  • Beratungseinsatz vereinheitlicht: Seit dem 01.01.2026 ist der Beratungseinsatz nach § 37.3 SGB XI für die Pflegegrade 2 bis 5 nur noch halbjährlich Pflicht, sofern Pflegegeld bezogen wird (BEEP-Gesetz). Wer ausschließlich Pflegesachleistungen erhält, kann ihn freiwillig nutzen. Bei Pflegegrad 4 und 5 war er zuvor vierteljährlich vorgeschrieben; vierteljährliche Termine bleiben freiwillig möglich.
  • Hausnotruf-Zuschuss erhöht: Seit dem 01.04.2026 zahlt die Pflegekasse 27 € statt 25,50 € monatlich, bereits ab Pflegegrad 1.
  • Verhinderungspflege ohne Wartezeit: Seit dem 01.07.2025 entfällt die frühere sechsmonatige Vorpflegezeit; der Anspruch auf den gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege besteht ab Pflegegrad 2 sofort.
  • Mehr Sicherheit für Pflegepersonen: Die soziale Absicherung pflegender Angehöriger läuft bei eigenem Urlaub jetzt bis zu acht Wochen im Jahr weiter, doppelt so lange wie zuvor.

Alle Änderungen im Detail erklärt die Pflegegrade-Übersicht.

Was unterscheidet Pflegegrad 5 von Pflegegrad 4?

Gegenüber Pflegegrad 4 steigen Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Tagespflege-Budget und der stationäre Leistungsbetrag noch einmal deutlich; die Pauschalleistungen bleiben unverändert.

Der eigentliche Unterschied liegt in der Versorgungsrealität: Bei Pflegegrad 5 ist durchgehende Betreuung die Regel, sei es durch Angehörige im Schichtbetrieb, eine Betreuungskraft im Haus oder das Pflegeheim.

Fallbeispiel: Pflegegrad 5 im Alltag

Sofia, 87, lebt mit schwerer Demenz im Endstadium. Sie erkennt ihre Familie nicht mehr, ist bettlägerig, wird im Rollstuhl mobilisiert und bei allen Verrichtungen vollständig versorgt. Die Begutachtung ergibt 93 Punkte: Pflegegrad 5.

Ihre Töchter organisieren die Pflege zu Hause mit einer Betreuungskraft und täglichen Pflegedienst-Einsätzen, finanziert aus Pflegegeld von 990 €, Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag. Was die Betreuung im Haus gegenüber dem Pflegeheim kostet, zeigt der 24h-Pflege-Kosten-Rechner im direkten Vergleich.

Entlastung für pflegende Angehörige

Wer einen Menschen mit Pflegegrad 5 zu Hause versorgt, pflegt in der Regel in Vollzeit. Die Pflegekasse zahlt dann Rentenbeiträge für die Pflegeperson, sofern mindestens zehn Stunden Pflege pro Woche anfallen, verteilt auf mindestens zwei Tage, neben höchstens 30 Stunden Erwerbstätigkeit. Welche Rente die Pflegezeit bringt, rechnet der Pflege-Rente-Rechner aus.

Für Auszeiten steht der Jahresbetrag von 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege bereit; seit 2026 läuft die soziale Absicherung der Pflegeperson bei eigenem Urlaub bis zu acht Wochen im Jahr weiter. Unterbricht eine akute Pflegesituation die Arbeit, zahlt die Pflegekasse außerdem Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatz, für bis zu zehn Arbeitstage je Kalenderjahr.

Wann gilt die besondere Bedarfskonstellation?

Als besondere Bedarfskonstellation ist bislang ausschließlich die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine anerkannt; der GKV-Spitzenverband legt in seinen Richtlinien nach § 17 Abs. 1 SGB XI fest, wann das im Einzelfall vorliegt. Eine vollständige Lähmung ist dafür nicht zwingend nötig:

  • Auch hochgradige Kontrakturen, Versteifungen, ein starker Tremor oder Rigor können darunterfallen.
  • Ebenso der Zustand im Wachkoma.
  • Eine minimale Restbeweglichkeit schließt die Einstufung nicht automatisch aus, etwa wenn nur noch ein unkontrollierbarer Greifreflex besteht oder der Ellenbogen gerade noch den Joystick eines Rollstuhls bedienen kann.

Der Zustand muss auf Dauer angelegt sein, in der Regel für mindestens sechs Monate; entscheidend ist dabei nicht ein bereits sechs Monate zurückliegender Befund, sondern die Prognose des Gutachters zum Zeitpunkt der Begutachtung. Bestehen Zweifel, lohnt es sich, diese Konstellation im Vorfeld des Hausbesuchs gezielt zu dokumentieren, etwa mit ärztlichen Befunden zur Beweglichkeit von Armen und Beinen.

Wichtig für die Praxis: Wird die besondere Bedarfskonstellation anerkannt, stehen exakt dieselben Leistungen zu wie bei einer Einstufung über die reguläre Punkteschwelle von 90 Punkten. Es gibt keine abgeschwächte Variante von Pflegegrad 5. Die Sonderregel öffnet lediglich einen zweiten Zugangsweg für Fälle, die das starre Punkteraster sonst nicht abbilden würde.

Was gilt bei Intensivpflege und außerklinischer Versorgung?

In der Praxis geht der Bedarf bei Pflegegrad 5 häufig über die klassische Grundpflege hinaus: Beatmung, eine Trachealkanüle, eine PEG-Sonde oder eine engmaschige medizinische Überwachung sind keine Seltenheit. Für diese außerklinische Intensivpflege reichen die Leistungen der Pflegeversicherung allein selten aus; hinzu kommt meist Behandlungspflege nach § 37 SGB V, die die Krankenkasse zusätzlich trägt.

Auch ohne intensivpflegerischen Bedarf deckt das Budget von Pflegegrad 5 selten die vollen Kosten einer durchgehenden Betreuung im eigenen Zuhause. Realistisch finanzierbar ist meist eine Kombination: Grundversorgung durch Angehörige, ergänzt um eine Betreuungskraft im Haus oder einen Pflegedienst für die medizinischen Anteile. Wie weit Ihr Budget dabei reicht und was das im Vergleich zum Pflegeheim kostet, rechnet der 24h-Pflege-Kosten-Rechner vor. Auf Intensivpflege oder palliative Versorgung spezialisierte Anbieter vermitteln wir über unseren Intensivpflege-Vergleich.

Wahlrecht beim Versorgungsort: Seit dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG), das zum 01.01.2023 in Kraft trat, kann außerklinische Intensivpflege in der eigenen Häuslichkeit, einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft oder vollstationär erbracht werden. Der Medizinische Dienst prüft, ob der gewünschte Ort dafür geeignet ist.

Warum sich Widerspruch an der Schwelle zu Pflegegrad 5 besonders lohnt

Die Grenze zwischen Pflegegrad 4 und 5 liegt bei genau 90 Punkten. Schon wenige unterschätzte Punkte in einem stark gewichteten Modul entscheiden über mehrere hundert Euro im Monat. Ab Zugang des Bescheids bleibt ein Monat Zeit für den Widerspruch.

Die sechs Module der Begutachtung wiegen unterschiedlich schwer: Schon wenige unterschätzte Punkte bei der Selbstversorgung, die mit 40 Prozent am stärksten zählt, oder beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen können über die Schwelle entscheiden. Wird trotz sehr hohem Hilfebedarf nur Pflegegrad 4 anerkannt, lohnt sich ein genauer Blick ins Gutachten. Bei knappen Fällen zählt zusätzlich die besondere Bedarfskonstellation, wenn beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig sind.

Die Frist dafür ist kurz: Ab Zugang des Bescheids bleibt ein Monat Zeit. Für die Fristwahrung genügt zunächst ein formloses Schreiben an die Pflegekasse, eine ausführliche Begründung lässt sich nachreichen, sobald das vollständige Gutachten vorliegt.

  • Fordern Sie das Gutachten an und prüfen Sie die Punktevergabe je Modul.
  • Führen Sie idealerweise zwei Wochen lang ein Pflegetagebuch über den tatsächlichen Hilfebedarf, das stärkste Beweismittel im Verfahren.
  • Für die Begründung hilft unsere kostenlose Widerspruch-Vorlage weiter unten; das genaue Vorgehen erklärt unser Ratgeber Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid Schritt für Schritt.

Frist bereits verstrichen? Dann ist noch nichts verloren: Statt eines Widerspruchs stellen Sie einen Höherstufungsantrag mit erneuter Begutachtung. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt: Der Widerspruch richtet sich gegen einen konkreten, noch nicht bestandskräftigen Bescheid, der Höherstufungsantrag gegen eine als aktuell zutreffend akzeptierte, aber inzwischen überholte Einstufung. Bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustands seit dem letzten Gutachten ist er der richtige Weg, unabhängig davon, ob die alte Frist noch läuft.

Zu niedrig eingestuft? So funktioniert der Widerspruch

Ein erheblicher Teil der Widersprüche gegen Pflegegrad-Bescheide hat Erfolg. Wichtig ist die Frist: Ab Zugang des Bescheids bleibt ein Monat Zeit.

Fordern Sie das Gutachten an, prüfen Sie die Punkte je Modul und dokumentieren Sie den tatsächlichen Hilfebedarf. Das Vorgehen im Detail erklärt unser Ratgeber Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid.

Welche Vorlagen helfen beim Antrag?

Den Pflegegrad-Antrag stellen Sie am schnellsten über unseren geführten Online-Assistenten. Dagegen schicken wir Ihnen Pflegetagebuch und Widerspruch-Musterbrief als kostenlose PDF per E-Mail zu, sobald Sie die Bestätigung per Double-Opt-in abgeschlossen haben.

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Häufige Fragen zu Pflegegrad 5

Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 5?

990 € Pflegegeld monatlich bei Pflege durch Angehörige oder 2.299 € Pflegesachleistungen monatlich für den Pflegedienst, die höchsten Beträge der Pflegeversicherung.

Welche Leistungen stehen mir bei Pflegegrad 5 insgesamt zu?

Pflegegeld von 990 € oder Pflegesachleistungen von 2.299 € monatlich, Entlastungsbetrag von 131 € monatlich, Tages- und Nachtpflege bis 2.085 € monatlich, 3.539 € jährlich für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Pflegehilfsmittel, Hausnotruf und bis zu 4.180 € je Umbau-Maßnahme.

Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 5?

90 bis 100 Punkte in der Begutachtung. Pflegegrad 5 steht für die schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Geht Pflegegrad 5 auch mit weniger als 90 Punkten?

Ja, über die besondere Bedarfskonstellation: Sind beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig, wird Pflegegrad 5 unabhängig von der Punktzahl anerkannt. Das betrifft etwa Menschen mit hoher Querschnittlähmung oder im Wachkoma.

Was zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 5 im Pflegeheim?

2.096 € monatlich für die vollstationäre Pflege, den höchsten stationären Leistungsbetrag. Dazu kommt der Leistungszuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil, der mit jedem Aufenthaltsjahr steigt.

Wie lässt sich eine 24-Stunden-Betreuung bei Pflegegrad 5 finanzieren?

Über die Kombination aus Pflegegeld, Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag und Steuervorteilen. Die tatsächlichen Agenturpreise und Ihren Eigenanteil zeigt unser Kosten-Rechner für die 24-Stunden-Pflege; alternativ vergleicht er die Kosten mit dem Pflegeheim in Ihrem Bundesland.

Welche Entlastung gibt es für pflegende Angehörige?

Neben Verhinderungs- und Kurzzeitpflege zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge für die Pflegeperson. Seit 2026 läuft die soziale Absicherung der Pflegeperson bei eigenem Urlaub bis zu acht Wochen im Jahr weiter, doppelt so lange wie zuvor.

Muss der Beratungseinsatz bei Pflegegrad 5 vierteljährlich stattfinden?

Nein, seit Januar 2026 ist er nur noch halbjährlich Pflicht. Vierteljährliche Beratungseinsätze bleiben freiwillig möglich und sind bei komplexen Pflegesituationen weiterhin sinnvoll.

Ist Pflegegrad 5 dasselbe wie die frühere Pflegestufe 3 mit Härtefall?

Weitgehend ja. Pflegegrad 5 entspricht meist der früheren Pflegestufe 3 mit Härtefallregelung bei überwiegend körperlichem Bedarf oder der Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz, etwa im fortgeschrittenen Demenzstadium. Eine eigene Pflegestufe 4 gab es im alten System nicht.

Darf man mit Pflegegrad 5 noch Auto fahren?

Formal entzieht der Pflegegrad keine Fahrerlaubnis. Bei der für Pflegegrad 5 typischen Schwere der Beeinträchtigung ist eigenständiges Fahren aber in aller Regel ohnehin nicht mehr möglich oder medizinisch nicht mehr vertretbar.

Kann man mit Pflegegrad 5 noch arbeiten?

Die pflegebedürftige Person ist rechtlich nicht von einer Erwerbstätigkeit ausgeschlossen, auch wenn das bei diesem Schweregrad selten praktikabel ist. Für pflegende Angehörige zahlt die Pflegekasse dagegen Rentenbeiträge, wenn sie mindestens zehn Stunden wöchentlich pflegen und höchstens 30 Stunden selbst erwerbstätig sind.

Was bedeutet die Härtefallregelung bei Pflegegrad 5 heute noch?

Den Begriff Härtefall gibt es amtlich nicht mehr, seine Funktion lebt in der besonderen Bedarfskonstellation weiter: Sind beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig, wird Pflegegrad 5 unabhängig von der Punktzahl anerkannt, so wie früher die Pflegestufe 3 mit Härtefall unabhängig vom Zeitaufwand galt.

Gilt der Wohngruppenzuschlag auch bei Pflegegrad 5?

Ja, der Wohngruppenzuschlag von 224 € monatlich gilt unabhängig von der Höhe des Pflegegrads, sofern mindestens drei Personen mit Pflegegrad in einer ambulant betreuten Wohngruppe zusammenleben und eine Pflegeleistung wie Pflegegeld oder Pflegesachleistungen bezogen wird.

Die anderen Pflegegrade im Vergleich

Alle fünf Grade mit Punkten und Leistungen nebeneinander zeigt die Pflegegrade-Übersicht.

Vertiefende Ratgeber

Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid

Nur ein Monat Zeit: So gehen Sie erfolgreich gegen eine zu niedrige Einstufung vor.

Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung: Treppenlift

Ihnen steht ab Pflegegrad 1 ein Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 € für einen Treppenlift zu. So beantragen Sie ihn und sichern sich die volle Förderung.

Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung: Badumbau

Ihnen steht ab Pflegegrad 1 ein Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 € (bei Ehepaaren 8.360 €) für den barrierefreien Badumbau zu. So nutzen Sie ihn optimal.

Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittel

So schöpfen Sie die monatlichen Pauschalleistungen voll aus.

Beratungseinsatz nach § 37.3

Pflichttermine für Pflegegeld-Bezieher: die Regeln seit 2026.

Porträt von Benedikt Hübenthal Redaktionell geprüft von Benedikt Hübenthal · Zuletzt aktualisiert: 28.08.2026
Quellen & rechtliche Grundlagen
  1. § 15 SGB XI: Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit (Begutachtung): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__15.html
  2. § 36 SGB XI: Pflegesachleistung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__36.html
  3. § 37 SGB XI: Pflegegeld und Beratungseinsatz: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__37.html
  4. § 40 SGB XI: Pflegehilfsmittel und Wohnumfeldverbesserung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html
  5. § 42a SGB XI: Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__42a.html
  6. § 43 SGB XI: Vollstationäre Pflege: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__43.html
  7. § 45b SGB XI: Entlastungsbetrag: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45b.html
  8. Bundesgesundheitsministerium: Leistungen der Pflegeversicherung: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung.html