Krankheitslast durch Herzkrankheiten: Neue Studie beziffert enorme Belastung für Deutschland

Benedikt Hübenthal
KHK-Krankheitslast in Deutschland: WifOR-Studie zeigt gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) gehört hierzulande weiterhin zu den häufigsten und folgenschwersten Volkskrankheiten. Eine neue Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) liefert nun erstmals eine ganzheitliche Betrachtung: Die Studie beziffert detailliert, wie stark die chronische Herzkrankheit nicht nur die individuelle Lebensqualität der Betroffenen einschränkt, sondern auch das gesamte Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft belastet.

Mehr als nur medizinische Kosten: Die verborgene Last der Erkrankung

Bislang konzentrierten sich viele Auswertungen vorrangig auf direkte Behandlungskosten in Kliniken und Praxen. Der integrierte Ansatz der WifOR-Studie geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Er verknüpft epidemiologische Daten mit volkswirtschaftlichen Kennzahlen und macht deutlich, welche weitreichenden Folgewirkungen die KHK nach sich zieht:

  • Erhöhter Pflege- und Unterstützungsbedarf: Viele Betroffene leiden durch Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt unter massiven Einschränkungen im Alltag und sind dauerhaft auf pflegerische Hilfe angewiesen.
  • Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz: Durch vorzeitige Verrentung, Arbeitsunfähigkeit und krankheitsbedingte Fehlzeiten gehen der Wirtschaft jährlich enorme Wertschöpfungspotenziale verloren.
  • Hohe Belastung für Angehörige: Die Betreuung und Pflege chronisch herzkranker Familienmitglieder bindet oft erhebliche zeitliche sowie emotionale Ressourcen im häuslichen Umfeld.

Häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte

Die Koronare Herzkrankheit entsteht durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, wodurch der Herzmuskel schlechter durchblutet wird. Häufig bleibt die Erkrankung lange unbemerkt, bis akute Komplikationen wie Angina Pectoris oder ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt auftreten. Nach wie vor ist die KHK einer der häufigsten Anlässe für stationäre Krankenhausaufnahmen in Deutschland.

Zwar haben moderne Therapiemethoden – von fortschrittlichen Stents bis hin zu innovativen Medikamenten – die Sterblichkeit in den vergangenen Jahren spürbar gesenkt, dennoch bleibt die Zahl der Neuerkrankungen und der chronisch Pflegebedürftigen auf einem besorgniserregend hohen Niveau.

Prävention und moderne Versorgung als Schlüssel

Experten fordern angesichts der Studienergebnisse ein Umdenken in der Gesundheitspolitik. Investitionen in eine frühzeitige Diagnose, die konsequente Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht sowie der breite Zugang zu modernen medizintechnischen Verfahren seien nicht nur lebensrettend, sondern zahlen sich auch ökonomisch aus. Eine gezielte Stärkung von Prävention und Rehabilitation könne dazu beitragen, schwere Folgeerkrankungen abzuwenden und Pflegebedürftigkeit im Alter wirksam zu verzögern.

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