Präventionsgesetz: Neuer Gesetzentwurf für Anfang 2027 angekündigt
Das Gesundheitssystem in Deutschland steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Steigende Kosten, Fachkräftemangel und eine alternde Gesellschaft belasten die Strukturen zusehends. Um diesen Entwicklungen nachhaltig entgegenzuwirken, plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine grundlegende Überarbeitung der Vorsorgestrategien. Ein erster offizieller Gesetzentwurf für ein weiterentwickeltes Präventionsgesetz soll Anfang 2027 vorgelegt werden.
Vorsorge als tragende Säule des Gesundheitssystems
Ziel der Reform ist es, Prävention nicht mehr nur als Zusatzleistung, sondern als zentrale Säule der Gesundheits- und Pflegeversorgung zu verankern. Das Ministerium befindet sich hierzu bereits im intensiven Austausch mit Verbänden, den Trägern der Nationalen Präventionskonferenz sowie zahlreichen weiteren Akteuren aus dem Gesundheitswesen.
Nach Einschätzung des BMG gibt es in Deutschland zwar bereits zahlreiche Angebote zur Gesundheitsförderung, bei der tatsächlichen Wirksamkeit und Reichweite bestehe jedoch deutlicher Nachholbedarf. Die Reform soll sicherstellen, dass Maßnahmen der Verhaltensprävention – wie Bewegungskurse oder Ernährungsberatung – wesentlich besser mit der Verhältnisprävention verzahnt werden, die sich mit gesunden Lebens- und Arbeitsbedingungen befasst.

Schwerpunkte der geplanten Gesetzesreform
Mit dem neuen Gesetzesvorschlag sollen vor allem folgende Kernziele verfolgt werden:
- Mehr gesunde Lebensjahre: Krankheiten sollen früher vermieden oder in ihrem Verlauf verzögert werden, um die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu sichern.
- Bessere Vernetzung: Gesetzliche Krankenkassen, Pflegekassen, Kommunen und Betriebe sollen ihre Vorsorgeprogramme künftig enger aufeinander abstimmen.
- Gezielte Zielgruppenansprache: Bisher schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen und sozial benachteiligte Menschen sollen niedrigschwelligeren Zugang zu Präventionsangeboten erhalten.
- Entlastung der Pflege und Versorgungsstrukturen: Durch wirksame Vorbeugung chronischer Erkrankungen soll der langfristige Pflegebedarf gesenkt und das medizinische Fachpersonal entlastet werden.
Bedeutung für die Pflege und ältere Generationen
Gerade für den Pflegebereich birgt eine moderne Präventionspolitik enormes Potenzial. Effektive Vorsorgeprogramme, wie Sturzprophylaxe im Alter oder präventive Maßnahmen zur Erhaltung der geistigen und körperlichen Mobilität, können den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit oft um Jahre hinauszögern. Dies entlastet nicht nur die Pflegekassen, sondern stärkt vor allem die Selbstständigkeit der Betroffenen.
Bis zur Veröffentlichung des Referentenentwurfs Anfang 2027 wollen Politik und Fachverbände die genauen Förderkriterien und Finanzierungsmodelle weiter konkretisieren.
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