Der eigene Wohnraum ist für die meisten Menschen der wichtigste Rückzugsort. Er bedeutet Unabhängigkeit, Sicherheit und Geborgenheit. Doch wenn Gelenkerkrankungen wie die Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) oder die Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) fortschreiten, verwandelt sich das vertraute Zuhause schleichend in einen Hindernisparcours. Besonders zwei Bereiche bergen dann ein massives Sturzrisiko und werden zur täglichen Belastungsprobe: Das Badezimmer und die Treppen.
Als Betroffener oder pflegender Angehöriger kennen Sie die Situation vermutlich nur zu gut: Der einst mühelose Schritt über den hohen Rand der Badewanne erfordert plötzlich enorme Kraftanstrengung und Überwindung. Das Treppensteigen ins obere Stockwerk wird von stechenden Schmerzen begleitet und zwingt zu gefährlichen Ausweichbewegungen. Die Angst vor einem Sturz wächst mit jedem Tag – und diese Angst ist berechtigt. Stürze im häuslichen Umfeld sind bei Senioren die häufigste Ursache für schwere Verletzungen, Knochenbrüche und den plötzlichen Verlust der Selbstständigkeit.
Doch Sie müssen sich mit dieser Situation nicht abfinden. Durch gezielte, professionelle Wohnraumanpassungen können Sie Gefahrenquellen beseitigen, Schmerzen bei der täglichen Routine reduzieren und die Lebensqualität im Alter massiv steigern. Noch besser: Der Gesetzgeber unterstützt Sie dabei finanziell. Mit dem sogenannten Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können Sie bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse erhalten.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie detailliert, welche technischen und baulichen Lösungen es für Badezimmer und Treppen gibt, wie Sie die Umbauten optimal planen und wie Sie die maximalen Fördergelder für sich oder Ihre Angehörigen sichern. Wir von PflegeHelfer24 stehen Ihnen als Experten für Seniorenpflege, Hilfsmittel und barrierefreien Umbau zur Seite.
Um die richtigen Maßnahmen für einen sicheren Wohnraum zu treffen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich eine Arthrose auf die Biomechanik des Körpers auswirkt. Arthrose ist mehr als nur ein "Verschleiß" des Gelenkknorpels. Sie geht mit entzündlichen Episoden, Gelenkergüssen, Knochenveränderungen und einem zunehmenden Verlust der Muskelfunktion einher.
Beim Treppensteigen wirken enorme Kräfte auf die Gelenke. Wenn Sie eine Treppe hinabsteigen, muss das Kniegelenk des Standbeins kurzzeitig das bis zu Drei- bis Vierfache Ihres Körpergewichts abfedern. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose fehlt der dämpfende Knorpel. Knochen reibt auf Knochen, was zu einem stechenden Belastungsschmerz führt.
Um diesem Schmerz auszuweichen, nehmen Betroffene automatisch eine Schonhaltung ein. Der Fuß wird nicht mehr richtig abgerollt, das Bein wird steif gehalten, und der Körperschwerpunkt verlagert sich unnatürlich. Diese Kompensationsmechanismen führen zu einer extremen Instabilität. Ein kleiner Fehltritt, ein leichtes Hängenbleiben an der Teppichkante oder an der Treppenstufe reicht aus, um das Gleichgewicht komplett zu verlieren. Da die Reflexe im Alter oft verlangsamt sind und die stützende Muskulatur durch die Schonhaltung abgebaut hat, ist ein schwerer Sturz kaum noch abzufangen.
Im Badezimmer kommt zur eingeschränkten Beweglichkeit der Gelenke noch ein weiterer, lebensgefährlicher Faktor hinzu: Nässe. Feuchte Fliesen, Seifenreste und Kondenswasser machen das Bad zum rutschigsten Raum im ganzen Haus.
Für den Einstieg in eine Standard-Badewanne müssen Sie das Bein isoliert anheben und das Knie stark anwinkeln. Genau diese Bewegung – die sogenannte Flexion – ist bei Hüft- und Kniearthrose stark eingeschränkt. Das Gelenk "blockiert", der Schmerz schießt ein. Wenn Sie in diesem Moment auf einem nassen Fliesenboden stehen und versuchen, das Gleichgewicht auf einem Bein zu halten, befinden Sie sich in akuter Sturzgefahr. Auch das Aufstehen von einer tiefen Toilette erfordert ein hohes Maß an Kraft in der Oberschenkelmuskulatur und eine Beugung der Kniegelenke über 90 Grad hinaus – eine Bewegung, die für viele Arthrose-Patienten ohne fremde Hilfe oder Hilfsmittel schlichtweg unmöglich geworden ist.
Sichere Haltegriffe im Bad geben verlässlichen Halt.
Der Umbau des Badezimmers ist eine der effektivsten Maßnahmen, um die Eigenständigkeit im Alter zu erhalten. Ein barrierefreies Bad zeichnet sich durch ausreichend Bewegungsfläche, rutschhemmende Materialien und den gezielten Einsatz von Hilfsmitteln aus. Hier sind die wichtigsten Ansatzpunkte für Menschen mit Knie- und Hüftarthrose.
Die klassische Badewanne ist für Arthrose-Patienten oft das größte Hindernis. Wenn Sie nicht auf ein wohltuendes, schmerzlinderndes Vollbad verzichten möchten, gibt es verschiedene Lösungen, die den Einstieg und das Aufstehen erleichtern.
Der Badewannenlift: Dies ist die schnellste und oft kostengünstigste Lösung, da keine baulichen Veränderungen nötig sind. Ein Badewannenlift (meist ein Akku-betriebener Sitzlift) wird in die Wanne gestellt. Sie setzen sich auf Höhe des Wannenrandes auf den Sitz, schwenken die Beine in die Wanne und lassen sich per Knopfdruck sanft ins Wasser absenken. Nach dem Baden hebt der Lift Sie wieder sicher auf die Ausstiegshöhe. Es gibt verschiedene Modelle, darunter Tuchlifte, Luftkissenlifte und feste Sitzlifte. Tipp: Ein Badewannenlift ist ein anerkanntes Hilfsmittel und kann vom Arzt verschrieben werden!
Die Badewanne mit Tür: Eine bauliche Zwischenlösung ist der Einbau einer wasserdichten Tür in die bestehende Badewanne. Der extrem hohe Wannenrand wird dadurch auf eine kleine Schwelle von wenigen Zentimetern reduziert. Sie betreten die Wanne bequem, schließen die Tür und lassen dann das Wasser ein. Diese Lösung erfordert einen kleinen Umbau, ist aber deutlich günstiger als eine komplette Badsanierung.
Wanneneinstiegshilfen und Haltegriffe: Wenn die Arthrose noch im Anfangsstadium ist, können fest verschraubte Haltegriffe an der Wand und spezielle Trittstufen (mit rutschfester Oberfläche und Haltebügel) den Einstieg vorübergehend erleichtern. Sauggriffe sollten Sie niemals verwenden, da diese sich bei Belastung plötzlich lösen können!
Die sicherste, nachhaltigste und komfortabelste Lösung bei starken Gelenkbeschwerden ist der Umbau der alten Badewanne zu einer bodengleichen Dusche (Walk-in-Dusche). Dieser Umbau wird von der Pflegekasse im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen stark gefördert.
Eine bodengleiche Dusche zeichnet sich dadurch aus, dass sie absolut schwellenfrei betretbar ist. Sie müssen kein Bein mehr anheben, sondern können einfach in den Duschbereich hineingehen – bei Bedarf sogar mit einem Rollator oder einem Duschrollstuhl. Bei der Planung einer solchen Dusche sollten Sie folgende Aspekte zwingend beachten:
Rutschhemmende Fliesen: Im Duschbereich sollten Fliesen der Rutschhemmungsklasse R10B oder höher verlegt werden. Das "B" steht dabei für die Eignung im nassbelasteten Barfußbereich. Alternativ bieten sich durchgehende, rutschfeste Duschboards an, die fugenlos sind und somit auch die Reinigung erleichtern.
Ausreichende Größe: Nach der DIN 18040-2 (Barrierefreies Bauen) sollte der Duschplatz mindestens 120 x 120 cm groß sein. Wenn die Nutzung mit einem Rollstuhl geplant ist, sind 150 x 150 cm erforderlich.
Der Duschklappsitz: Langes Stehen unter der Dusche kann bei Arthrose schnell schmerzhaft werden. Ein fest an der Wand montierter Duschklappsitz bietet Sicherheit und Entlastung. Achten Sie auf eine ergonomische Form, eine rutschfeste Sitzfläche und bei Bedarf auf Armlehnen, die das Aufstehen erleichtern.
Thermostat-Armaturen: Um Verbrühungen zu vermeiden, wenn Sie bei einem Schmerzimpuls versehentlich an den Wasserhahn stoßen, sollten Armaturen mit einem integrierten Verbrühschutz (Thermostat, das bei 38 Grad Celsius abriegelt) installiert werden.
Standard-Toiletten sind oft zu niedrig montiert. Das Hinsetzen und vor allem das Aufstehen aus der tiefen Hocke belasten die arthrotischen Knie- und Hüftgelenke extrem. Hier gibt es zwei effektive Lösungsansätze:
Die schnelle Lösung ist eine Toilettensitzerhöhung. Diese wird auf das bestehende WC-Becken montiert und erhöht die Sitzfläche um 5 bis 15 Zentimeter. Viele Modelle verfügen über integrierte, hochklappbare Armlehnen, auf die Sie sich beim Aufstehen stützen können. Auch hier gilt: Die Toilettensitzerhöhung ist ein Hilfsmittel und kann auf Rezept von der Krankenkasse übernommen werden.
Bei einem umfassenden Badumbau sollte das WC-Becken direkt höher an der Wand angebracht werden. Die optimale Sitzhöhe für Senioren und Menschen mit Gelenkproblemen liegt bei etwa 46 bis 48 Zentimetern. Zusätzlich sollten beidseitig Stützklappgriffe an der Wand montiert werden. Diese Griffe müssen fest im Mauerwerk verankert sein, um das gesamte Körpergewicht tragen zu können. Sie lassen sich bei Nichtgebrauch platzsparend nach oben klappen.
Wenn das Stehen am Waschbecken Schmerzen verursacht, sollte die Möglichkeit bestehen, sich bei der Körperpflege hinzusetzen. Ein barrierefreies Waschbecken ist so konstruiert, dass es flach und unterfahrbar ist. Der Siphon (das Abflussrohr) ist dabei nach hinten an die Wand verlegt (Unterputz- oder Flachaufputzsiphon), sodass Sie mit einem Hocker oder einem Rollstuhl direkt an das Becken heranfahren können, ohne sich die Knie zu stoßen.
Zudem empfiehlt sich eine Einhebel-Mischbatterie mit einem verlängerten Hebel. Diese lässt sich auch mit eingeschränkter Handkraft oder dem Unterarm leicht bedienen.
Neben den großen Umbauten sollten Sie auch die kleinen Details nicht übersehen:
Badvorleger entfernen: Stoffmatten und Badvorleger sind klassische Stolperfallen. Entfernen Sie diese komplett oder ersetzen Sie sie durch extrem flache, fest gummierte Matten, die sich nicht wellen können.
Optimale Beleuchtung: Im Alter lässt die Sehkraft nach, Kontraste werden schlechter wahrgenommen. Sorgen Sie für eine helle, blendfreie Ausleuchtung des gesamten Badezimmers. Ein Bewegungsmelder, der nachts automatisch ein gedimmtes Orientierungslicht einschaltet, verhindert Stürze beim nächtlichen Toilettengang.
Kontrastreiche Gestaltung: Für Menschen mit Sehschwäche ist es hilfreich, wenn sich Haltegriffe, der Toilettensitz oder die Armaturen farblich deutlich vom Hintergrund abheben (z.B. rote oder blaue Griffe auf weißen Fliesen).
Eine bodengleiche Dusche bietet maximalen Komfort.
Mit einem Badewannenlift wird das Baden wieder schmerzfrei.
Treppen stellen bei Knie- und Hüftarthrose oft eine unüberwindbare Barriere dar. Wenn das Schlafzimmer oder das Hauptbadezimmer im ersten Stock liegen, wird das eigene Haus plötzlich zum Gefängnis. Viele Senioren beschränken ihr Leben dann auf das Erdgeschoss, was mit einem massiven Verlust an Lebensqualität einhergeht. Doch auch hier gibt es hervorragende technische Lösungen.
Die effektivste Methode, um Treppen wieder gefahrlos und schmerzfrei zu bewältigen, ist der Einbau eines Treppenlifts. Ein Treppenlift transportiert Sie sitzend oder stehend sicher von einer Etage in die nächste. Die Bedienung erfolgt intuitiv über einen Joystick in der Armlehne oder eine Fernbedienung. Wir von PflegeHelfer24 beraten Sie gerne zu den verschiedenen Modellen, die sich grob in folgende Kategorien unterteilen lassen:
Der Sitzlift: Dies ist das am häufigsten verbaute Modell im privaten Wohnraum. Er eignet sich ideal für Menschen, die noch selbstständig vom Rollstuhl oder Gehwagen auf den Liftsitz umsteigen können. Der Lift fährt auf einem Schienensystem, das direkt auf den Treppenstufen (nicht an der Wand) montiert wird. (kostengünstiger, schneller Einbau) und für kurvige Treppen (Maßanfertigung der Schienen notwendig, teurer). Moderne Sitzlifte verfügen über Sicherheitsgurte, Hindernissensoren (die den Lift stoppen, wenn z.B. ein Gegenstand auf der Treppe liegt) und einen Drehsitz, der das Aussteigen auf dem oberen Podest sicher und einfach macht.
Der Plattformlift: Wenn Sie dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind und das Umsetzen auf einen Sitzlift zu anstrengend oder unmöglich ist, ist ein Plattformlift die richtige Wahl. Sie fahren mit dem Rollstuhl direkt auf eine ausklappbare Plattform. Da diese Lifte mehr Platz benötigen, muss die Treppe eine gewisse Mindestbreite (in der Regel mind. 90 cm) aufweisen.
Der Hublift (Hebebühne): Hublifte überwinden Höhenunterschiede vertikal, ähnlich wie ein kleiner Aufzug. Sie eignen sich hervorragend für den Außenbereich, um beispielsweise die wenigen Stufen zur Haustür oder zur Terrasse mit einem Rollator oder Rollstuhl zu überwinden. Sie bewältigen in der Regel Förderhöhen von bis zu 3 Metern.
Was kostet ein Treppenlift?3.500 bis 5.000 Euro erhältlich. Ein Kurvenlift, der über mehrere Etagen führt und maßgefertigte Schienen benötigt, kann zwischen 8.000 und 15.000 Euro kosten. Wichtig: Hier greift der Pflegekassenzuschuss von bis zu 4.000 Euro, der die Eigenbeteiligung massiv senkt!
Wenn ein Treppenlift (noch) nicht notwendig oder baulich nicht realisierbar ist, können andere Anpassungen die Sicherheit auf der Treppe deutlich erhöhen:
Beidseitige Handläufe: Eine Treppe sollte immer über Handläufe auf beiden Seiten verfügen. So können Sie sich beim Auf- und Absteigen immer mit dem stärkeren oder schmerzfreien Arm abstützen oder sich mit beiden Händen hochziehen. Der Handlauf sollte griffsicher sein (Durchmesser ca. 3 bis 4,5 cm) und über die erste und letzte Stufe hinausgehen (mindestens 30 cm), um Ihnen Halt zu geben, bevor Sie die Treppe betreten.
Stufenmarkierungen und Antirutschstreifen: Die Kanten der Treppenstufen sollten optisch stark kontrastierend markiert werden, damit Sie jede Stufe genau erkennen. Zusätzlich verhindern selbstklebende Antirutschstreifen oder fest verschraubte Antirutschprofile an den Stufenkanten ein Abrutschen des Fußes – besonders wichtig bei glatten Holz- oder Steintreppen.
Setzstufen schließen: Offene Treppen (ohne Setzstufen zwischen den Trittstufen) stellen ein großes Risiko dar, da der Fuß durchrutschen kann oder man mit der Fußspitze hängen bleibt. Das Verschließen dieser Lücken ist eine wichtige Sicherheitsmaßnahme.
Rampen für kleine Hindernisse: Türschwellen oder einzelne Stufen im Innen- und Außenbereich lassen sich hervorragend mit fest installierten oder mobilen Rampen überwinden. Achten Sie darauf, dass die Steigung der Rampe nicht mehr als 6 Prozent beträgt, damit sie auch mit einem Rollator oder Rollstuhl kraftsparend und ohne Kippgefahr befahren werden kann.
Ein Treppenlift überwindet Hindernisse mühelos und sicher.
Der barrierefreie Umbau von Badezimmern und der Einbau von Treppenliften sind mit Kosten verbunden. Doch der deutsche Staat und die Kranken- sowie Pflegekassen lassen Sie damit nicht allein. Es gibt verschiedene Töpfe, aus denen Sie finanzielle Unterstützung schöpfen können. Die wichtigste Regel vorab lautet jedoch immer: Stellen Sie alle Anträge, BEVOR Sie einen Handwerker beauftragen oder etwas kaufen! Nachträgliche Kostenerstattungen sind in der Regel ausgeschlossen.
Die wichtigste finanzielle Säule für den barrierefreien Umbau ist der Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.000 Euro pro pflegebedürftiger Person für Maßnahmen, die das häusliche Umfeld verbessern, die Pflege erleichtern oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen.
Die Voraussetzungen:
Der Antragsteller muss einen anerkannten Pflegegrad (1 bis 5) haben. Tipp: Auch bei Pflegegrad 1, der oft schon bei leichten Mobilitätseinschränkungen durch Arthrose gewährt wird, steht Ihnen der volle Zuschuss von 4.000 Euro zu!
Die Maßnahme muss notwendig sein, um die häusliche Pflege zu ermöglichen, erheblich zu erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederherzustellen. Ein Badumbau (Wanne zu Dusche) oder ein Treppenlift erfüllen diese Kriterien bei Arthrose-Patienten fast immer.
Besonderheit bei Mehrpersonenhaushalten:16.000 Euro (4 x 4.000 Euro) für einen gemeinsamen Umbau zuschießt.
Was wird gefördert?
Einbau eines Treppenlifts, Plattformlifts oder Hublifts
Umbau der Wanne zur bodengleichen Dusche
Einbau einer Badewannentür
Höherlegung des WCs und Anpassung des Waschbeckens
Verbreiterung von Türen (z.B. für Rollstühle)
Fest installierte Rampen
Anbringen von beidseitigen Handläufen an Treppen
Weitere offizielle Informationen zu den Leistungen der Pflegeversicherung finden Sie auch auf dem Portal des Bundesministeriums für Gesundheit.
Während die Pflegekasse für fest verbaute Umbaumaßnahmen (wie die bodengleiche Dusche) zuständig ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für mobile Hilfsmittel. Diese sind im sogenannten Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen gelistet.
Für diese Hilfsmittel benötigen Sie keinen Pflegegrad. Es reicht eine ärztliche Verordnung (ein Rezept) von Ihrem behandelnden Orthopäden oder Hausarzt. Auf dem Rezept muss die genaue Indikation (z.B. starke Gonarthrose beidseitig) und das benötigte Hilfsmittel vermerkt sein.
Zu den Hilfsmitteln, die von der Krankenkasse in der Regel übernommen werden (abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von maximal 10 Euro pro Hilfsmittel), gehören:
Badewannenlifte (Sitzlifte für die Wanne)
Toilettensitzerhöhungen
Duschhocker und Duschstühle
Mobile Haltegriffe
Rollatoren und Gehhilfen
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt den Abbau von Barrieren im Wohnraum unabhängig vom Alter oder einem Pflegegrad. Das Programm "Altersgerecht Umbauen" bietet zwei Möglichkeiten:
KfW-Zuschuss 455-B: Hierbei handelt es sich um einen Investitionszuschuss von bis zu 10 Prozent der förderfähigen Kosten (maximal 6.250 Euro). Achtung: Die Fördermittel des Bundes für dieses Programm sind oft schnell ausgeschöpft. Informieren Sie sich rechtzeitig auf der KfW-Website, ob aktuell Anträge gestellt werden können.
KfW-Kredit 159: Alternativ bietet die KfW zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000 Euro an, um altersgerechte Umbauten zu finanzieren.
Wichtig zur Kombination: Sie können den KfW-Zuschuss und den Zuschuss der Pflegekasse kombinieren, jedoch nicht für dieselben Rechnungsposten. Wenn die Pflegekasse den Treppenlift bezahlt, können Sie die KfW-Förderung für den gleichzeitigen Badumbau nutzen.
Viele Bundesländer, Landkreise oder Kommunen bieten eigene Förderprogramme für barrierefreies Bauen an. Auch Stiftungen unterstützen in Härtefällen. Eine Beratung durch Wohnberatungsstellen oder uns bei PflegeHelfer24 kann Ihnen helfen, diese lokalen Töpfe ausfindig zu machen.
Wenn nach Abzug aller Zuschüsse noch ein Eigenanteil für Sie übrig bleibt, können Sie diesen in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Handwerkerleistungen (Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten) können nach § 35a EStG mit 20 Prozent (bis zu 1.200 Euro im Jahr) direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Alternativ können krankheitsbedingte Umbaukosten unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Sprechen Sie hierzu am besten mit Ihrem Steuerberater.
Gemeinsam die Zuschüsse der Pflegekasse entspannt planen.
Ein Fehler beim Beantragen der Gelder kann Sie viel Geld kosten. Halten Sie sich daher strikt an diesen Ablauf, um sich die 4.000 Euro der Pflegekasse zu sichern:
Pflegegrad prüfen: Stellen Sie sicher, dass ein Pflegegrad (mindestens Pflegegrad 1) vorliegt. Falls nicht, beantragen Sie diesen umgehend bei Ihrer Pflegekasse. Wir von PflegeHelfer24 unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD).
Bedarf ermitteln und beraten lassen: Überlegen Sie genau, welche Umbauten notwendig sind. Ziehen Sie Experten hinzu. Wir beraten Sie herstellerunabhängig zu Treppenliften und Badumbauten.
Kostenvoranschläge einholen: Holen Sie für die geplante Maßnahme (z.B. den Treppenlift oder den Badumbau) detaillierte Kostenvoranschläge von Fachfirmen ein. Meist verlangt die Pflegekasse ein bis zwei Vergleichsangebote.
Antrag stellen (VOR Baubeginn!): Reichen Sie den "Antrag auf finanzielle Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" zusammen mit den Kostenvoranschlägen, Fotos der aktuellen Situation (z.B. der steilen Treppe oder der hohen Badewanne) und einer kurzen Begründung bei der Pflegekasse ein.
Auf die Genehmigung warten: Warten Sie zwingend auf die schriftliche Zusage (den Bewilligungsbescheid) der Pflegekasse. Erst wenn Sie diesen in den Händen halten, dürfen Sie den Handwerker beauftragen oder den Kaufvertrag unterschreiben!
Umbau durchführen: Lassen Sie die Arbeiten von den Fachfirmen durchführen.
Rechnungen einreichen: Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie die Originalrechnungen bei der Pflegekasse ein. Der bewilligte Zuschuss wird dann an Sie (oder auf Wunsch direkt an das Handwerksunternehmen) überwiesen.
Damit Sie bei der Planung Ihres sicheren Zuhauses nichts vergessen, haben wir die wichtigsten Punkte in zwei Checklisten für Sie zusammengefasst.
Ist der Zugang zur Dusche oder Badewanne schwellenfrei oder mit Hilfsmitteln (Badewannenlift) gesichert?
Sind die Bodenfliesen rutschfest (mindestens Klasse R10B)?
Wurden alle losen Badvorleger und Teppiche entfernt?
Ist ein Duschklappsitz oder ein stabiler Duschhocker vorhanden?
Sind Halte- und Stützklappgriffe an Dusche, Wanne und WC fest im Mauerwerk verankert?
Ist die Toilette hoch genug (ca. 46-48 cm), um ein schmerzfreies Aufstehen zu ermöglichen?
Gibt es eine helle, blendfreie Beleuchtung und ein Nachtlicht mit Bewegungsmelder?
Sind Armaturen mit einem Verbrühschutz (Thermostat) ausgestattet?
Ist die Badezimmertür breit genug für einen Rollator (mindestens 80 cm, besser 90 cm) und lässt sie sich im Notfall von außen entriegeln?
Ist ein Treppenlift (Sitz-, Plattform- oder Hublift) zur Überwindung der Etagen vorhanden oder in Planung?
Sind auf beiden Seiten der Treppe stabile, gut greifbare Handläufe montiert?
Gehen die Handläufe über die erste und letzte Stufe hinaus?
Sind die Treppenstufenkanten optisch deutlich markiert?
Sind Antirutschstreifen auf glatten Stufen angebracht?
Sind offene Treppenstufen (Setzstufen) verschlossen, um ein Durchrutschen zu verhindern?
Ist das Treppenhaus optimal ausgeleuchtet, sodass keine Schatten auf die Stufen fallen?
Sind die Lichtschalter am Anfang und am Ende der Treppe gut erreichbar (oder durch Bewegungsmelder ersetzt)?
Knie- und Hüftarthrose sind schmerzhafte Begleiter im Alltag, doch sie müssen nicht bedeuten, dass Sie Ihr geliebtes Zuhause verlassen müssen. Die Anpassung des Wohnraums – insbesondere die Entschärfung der Gefahrenzonen Badezimmer und Treppe – ist eine Investition in Ihre Sicherheit, Ihre Unabhängigkeit und Ihre Lebensqualität.
Warten Sie nicht, bis es zu einem schweren Sturz kommt. Die Erfahrung zeigt leider, dass viele Betroffene und Angehörige erst dann handeln, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und ein Krankenhausaufenthalt die Folge war. Handeln Sie proaktiv. Nutzen Sie die großzügigen Fördermittel der Pflegekasse von bis zu 4.000 Euro und lassen Sie sich von der Krankenkasse mit den notwendigen Hilfsmitteln versorgen.
Der Einbau einer bodengleichen Dusche, die Nutzung eines Badewannenlifts oder die Installation eines Treppenlifts nehmen Ihnen die Angst vor dem nächsten Schritt. Sie geben Ihnen die Gewissheit, dass Sie sich in Ihren eigenen vier Wänden sicher und selbstbestimmt bewegen können – heute und in Zukunft.
Wir von PflegeHelfer24 verstehen, dass der Dschungel aus Anträgen, Kostenvoranschlägen und technischen Möglichkeiten überwältigend wirken kann. Deshalb lassen wir Sie damit nicht allein. Unsere Experten beraten Sie umfassend, organisieren die passenden Hilfsmittel und unterstützen Sie dabei, Ihr Zuhause wieder zu dem sicheren Rückzugsort zu machen, der er sein sollte.
Alles Wichtige zu Umbauten, Hilfsmitteln und Zuschüssen auf einen Blick