Grippeimpfung: Bereit­schaft in Deutschland steigt spürbar an

Benedikt Hübenthal
Grippesaison: Umfrage zeigt steigende Impfbereitschaft in Apotheken

Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit rückt der Schutz vor Infektionskrankheiten wieder verstärkt in den Fokus der Menschen. Eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bundesverbandes Pharma Deutschland belegt, dass der Wille zur Grippeschutzimpfung hierzulande seit drei Jahren kontinuierlich zulegt. Fast die Hälfte der Bevölkerung plant demnach in dieser Saison eine Immunisierung gegen Influenza.

Impfangebot in Apotheken hat sich im Bewusstsein etabliert

Besonders auffällig ist der Wandel bei der Wahrnehmung alternativer Anlaufstellen: Das Wissen darum, dass Schutzimpfungen nicht mehr ausschließlich in Arztpraxen, sondern auch unkompliziert vor Ort in öffentlichen Apotheken durchgeführt werden können, hat sprunghaft zugenommen. Wussten vor einigen Jahren nur rund die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger von dieser Möglichkeit, ist es mittlerweile eine deutliche Dreiviertelmehrheit. Knapp die Hälfte aller Befragten kann sich zudem konkret vorstellen, den eigenen Impfschutz direkt beim Gang in die Apotheke auffrischen zu lassen.

Für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung stellt diese Entwicklung eine spürbare Erleichterung dar. Niedrigschwellige Angebote ohne lange Vorlaufzeiten oder überfüllte Wartezimmer senken die Hürde für jene, die eine Immunisierung ansonsten aus Zeitmangel aufschieben würden.

Große Differenz zwischen Influenza und Corona

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen zugleich einen klaren Unterschied zwischen den verschiedenen Erregern. Während die Motivation für einen Grippeschutz stabil auf hohem Niveau liegt, verharrt die Impfabsicht bezüglich des Coronavirus auf einem merklich niedrigeren Stand. Lediglich knapp ein Viertel der Befragten plant aktuell eine Auffrischung gegen Covid-19. Die Influenza wird in der breiten Bevölkerung gegenwärtig wieder als die primäre saisonale Gesundheitsgefahr wahrgenommen.

Bedeutung für Pflegebedürftige und Pflegekräfte

Gerade in der Alten- und Krankenpflege spielt eine flächendeckende Immunisierung eine entscheidende Rolle. Ältere Menschen ab 60 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen sowie Pflegebedürftige tragen das höchste Risiko für schwere Verläufe und Folgeschäden einer echten Virusgrippe. Die Ständige Impfkommission betont daher regelmäßig die Notwendigkeit der Vorsorge für diese Risikogruppen.

Darüber hinaus kommt pflegenden Angehörigen sowie professionellem Pflegepersonal eine besondere Schutzfunktion zu: Eine rechtzeitige Impfung schützt nicht nur die eigene Gesundheit und vermeidet krankheitsbedingte Personalengpässe, sondern verhindert vor allem die unbemerkte Übertragung des Influenzavirus auf besonders gefährdete Menschen im häuslichen Umfeld oder in stationären Pflegeeinrichtungen.

Vorsorge rechtzeitig vor der Grippewelle treffen

Gesundheitsexperten raten dazu, die Monate Oktober und November für die Immunisierung zu nutzen, da der Körper etwa zehn bis vierzehn Tage benötigt, um einen belastbaren Antikörperschutz aufzubauen. Da die Hochphase der Grippewelle in Deutschland meist nach dem Jahreswechsel einsetzt, bietet eine Impfung im Spätherbst den optimalen Schutzzeitraum für den gesamten Winter.

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