Kritischer Mangel an Blutkonserven: ADAC und Hilfsdienste schlagen Alarm
Die medizinische Versorgung in deutschen Krankenhäusern gerät zunehmend unter Druck: In gleich mehreren Regionen sind die Vorräte an Blutkonserven auf einen besorgniserregend niedrigen Stand gesunken. Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC gemeinsam mit führenden Blutspendediensten vor Versorgungsengpässen und appelliert dringend an die Bevölkerung, sich an Spendenaktionen zu beteiligen.
Wenn jede Konserve über Leben und Tod entscheidet
Ob in der Notaufnahme, nach schweren Verkehrsunfällen oder während planbarer Operationen: Ohne gespendetes Blut gerät die klinische Akut- und Regelversorgung schnell an ihre Grenzen. Doch nicht nur in der Chirurgie sind die roten Beutel unverzichtbar. Ein erheblicher Teil aller Präparate wird für chronisch Kranke benötigt, insbesondere in der Krebstherapie, wo Patientinnen und Patienten oft über Wochen hinweg auf Blutbestandteile angewiesen sind.
Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Kliniken in manchen Gebieten Operationen verschieben müssten, sollte sich die Lage nicht zügig stabilisieren. Da Blut und seine Bestandteile nicht künstlich hergestellt werden können und zudem nur begrenzt haltbar sind, ist das Gesundheitssystem auf kontinuierliche Neuspenden angewiesen.
Demografischer Wandel verschärft das Spenderdefizit
Die Gründe für den aktuellen Rückgang sind vielschichtig. Neben saisonalen Schwankungen durch Erkältungswellen macht sich der demografische Wandel immer deutlicher bemerkbar. Ein beträchtlicher Teil der langjährigen, verlässlichen Spendergeneration erreicht die Altersgrenzen oder scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus. Gleichzeitig rücken zu wenige Erstspenderinnen und Erstspender nach, um diesen Verlust aufzufangen. Nach Einschätzung von Fachleuten spenden aktuell nur rund drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut.
Große Spendenkampagne startet im November
Um dem akuten Versorgungsloch entgegenzuwirken, verstärkt der Mobilitätsclub seine Zusammenarbeit mit den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes und lokalen Partnern. Unter dem Leitgedanken „Blut spenden. Leben schenken“ starten ab dem 10. November bundesweit neue Sonderaktionen. Durch mobile Stationen an leicht zugänglichen Orten sollen gezielt auch Menschen angesprochen werden, die bisher noch nie Blut gespendet haben.
Wer spenden kann und wie man profitiert
Grundsätzlich können fast alle gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 68 Jahren Blut spenden, sofern sie mindestens 50 Kilogramm wiegen. Bei der Registrierung vor Ort wird die Spendentauglichkeit durch einen kurzen Gesundheitscheck ärztlich überprüft.
- Sicherheit für Spender: Vorab werden Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und der Hämoglobinwert kontrolliert. Zudem wird jede Spende laborchemisch auf Infektionserreger getestet.
- Geringer Zeitaufwand: Die eigentliche Blutentnahme dauert meist kaum zehn Minuten, der gesamte Ablauf inklusive Untersuchung und Ruhepause liegt bei etwa einer Stunde.
- Direkte Hilfe: Eine einzige Vollblutspende kann aufgetrennt werden und somit bis zu drei schwer kranken oder verletzten Menschen das Leben retten.
Angesichts der angespannten Reserven zählt jede Unterstützung, um Engpässe in den Behandlungszentren und Pflegestrukturen abzuwenden und die Notfallversorgung bundesweit abzusichern.
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