Prädiabetes früh erkennen: Experten fordern rechtzeitigen Blutzucker-Check

Benedikt Hübenthal
Prädiabetes rechtzeitig erkennen: DDG rät zum Blutzucker-Check

Ein unbemerkt erhöhter Blutzuckerspiegel kann schleichend die Gefäße und Organe schädigen, lange bevor ein manifester Diabetes mellitus diagnostiziert wird. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) betont daher die enorme Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung von Prädiabetes. Wer sein individuelles Risiko frühzeitig kennt und ärztlich abklären lässt, hat beste Chancen, den Ausbruch von Typ-2-Diabetes aktiv zu verhindern oder zumindest deutlich hinauszuzögern.

Was ist Prädiabetes und warum ist er so gefährlich?

Von einem Prädiabetes spricht man, wenn die Blutzuckerwerte bereits messbar über dem Normbereich liegen, die Grenzwerte für einen vollwertigen Diabetes Typ 2 jedoch noch nicht erreicht sind. Diese Vorstufe verläuft in der Regel völlig schmerzfrei und ohne spürbare Symptome. Dennoch können bereits in dieser Phase Gefäße, Herz und Nieren geschädigt werden.

Häufig vergehen Jahre, bis Betroffene von ihren erhöhten Werten erfahren. Genau hier setzt der Appell der Fachleute an: Prävention darf nicht erst beginnen, wenn die Diagnose Diabetes bereits feststeht, sondern muss im Stadium des Prädiabetes greifen.

Risiko ermitteln und ärztlich abklären lassen

Nach Empfehlung der Fachgesellschaft sollten insbesondere Personen mit bestimmten Risikofaktoren ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen. Zu den typischen Risikofaktoren gehören:

  • Übergewicht, insbesondere vermehrtes Bauchfett
  • Bewegungsmangel im Alltag
  • Familiäre Vorbelastung mit Diabetes Typ 2
  • Bereits bestehender Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen
  • Ein höheres Lebensalter

Einfache Fragebögen wie der Diabetes-Risiko-Test sowie routinemäßige Blutuntersuchungen beim Hausarzt – etwa die Bestimmung des Nüchternblutzuckers oder des Langzeitblutzuckerwerts (HbA1c) – schaffen rasch Klarheit.

Prävention nach Maß: Den Lebensstil rechtzeitig anpassen

Die erfreuliche Nachricht: Ein Prädiabetes ist keine Einbahnstraße. Durch gezielte Lebensstiländerungen lässt sich der Blutzuckerspiegel häufig wieder normalisieren. Mediziner empfehlen dabei individuell abgestimmte Maßnahmen statt pauschaler Verbote.

Wichtige Säulen der Vorsorge:

  • Ausgewogene Ernährung: Ein hoher Anteil an Ballaststoffen aus Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten sowie der Verzicht auf stark zuckerhaltige Getränke und hochverarbeitete Lebensmittel stabilisieren den Glukosestoffwechsel.
  • Regelmäßige Bewegung: Bereits 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche – etwa zügiges Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – steigern die Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen erheblich.
  • Gewichtsreduktion: Schon ein moderater Gewichtsverlust von fünf bis sieben Prozent des Körpergewichts kann das Diabetesrisiko bei Menschen mit Prädiabetes um mehr als die Hälfte senken.

Pflegebedürftige, ältere Menschen sowie Angehörige und Pflegekräfte sollten bei regelmäßigen Gesundheitschecks wachsam sein. Eine frühzeitige Diagnose und einfache Anpassungen im Alltag können die Lebensqualität bis ins hohe Alter nachhaltig sichern.

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