Die Pflege eines geliebten Menschen in den eigenen vier Wänden ist eine verantwortungsvolle und oft herausfordernde Aufgabe. Wenn die Mobilität im Alter nachlässt oder eine plötzliche Pflegebedürftigkeit eintritt, wird die gewohnte Umgebung schnell zu einem Hindernisparcours. In der Region Cottbus stehen viele Familien vor der Frage, wie sie den Alltag für Senioren sicher, komfortabel und würdevoll gestalten können. Die Lösung liegt oft in den richtigen medizinischen und pflegerischen Hilfsmitteln. Vom Standardrollstuhl über das elektrisch verstellbare Pflegebett bis hin zum lebensrettenden Hausnotruf – die Bandbreite der Unterstützungsmöglichkeiten ist enorm.
Doch der Weg zum passenden Hilfsmittel wirft oft viele Fragen auf: Muss ich einen teuren Elektrorollstuhl selbst kaufen? Wie funktioniert die Miete eines Pflegebettes über ein lokales Sanitätshaus in Cottbus? Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse und was zahlt die Pflegekasse? Dieser detaillierte Ratgeber aus dem Jahr 2026 liefert Ihnen alle essenziellen Informationen, rechtlichen Rahmenbedingungen und praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen, damit Sie genau die Unterstützung erhalten, die Sie oder Ihre Angehörigen benötigen.
Viele Angehörige gehen zunächst davon aus, dass sie teure Hilfsmittel wie einen Rollstuhl oder ein Pflegebett aus eigener Tasche finanzieren müssen. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. In Deutschland gilt in der Hilfsmittelversorgung der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Das bedeutet, dass große, langlebige und kostspielige Hilfsmittel in der Regel nicht gekauft, sondern über ein Sanitätshaus gemietet beziehungsweise geliehen werden. Die Eigentümerin des Hilfsmittels bleibt dabei die jeweilige Kranken- oder Pflegekasse oder das beauftragte Sanitätshaus.
Dieses System, auch Wiedereinsatz genannt, bietet für Sie als Patient oder pflegender Angehöriger in Cottbus enorme Vorteile:
Keine hohen Anschaffungskosten: Ein hochwertiges elektrisches Pflegebett kann schnell zwischen 1.000 Euro und 3.000 Euro kosten. Bei einer Leihgabe über die Kasse entfallen diese Kosten komplett.
Kostenlose Reparaturen: Geht der Motor des Pflegebettes kaputt oder hat der Rollstuhl einen platten Reifen, übernimmt das Sanitätshaus die Reparatur ohne zusätzliche Kosten für Sie.
Kostenlose Wartung: Elektrische Geräte wie Elektromobile oder Patientenlifter müssen regelmäßig sicherheitstechnisch überprüft werden. Auch darum kümmert sich der Anbieter.
Unkomplizierte Rückgabe: Wird das Hilfsmittel nicht mehr benötigt – etwa nach einer Genesung oder beim Umzug in ein stationäres Pflegeheim –, wird es vom Sanitätshaus in Cottbus einfach wieder bei Ihnen zu Hause abgeholt.
Anpassung an den Krankheitsverlauf: Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, kann ein gemieteter Standardrollstuhl problemlos gegen einen Pflegerollstuhl oder Elektrorollstuhl ausgetauscht werden.
Lediglich bei sehr individuellen Maßanfertigungen (wie speziell angepassten Sitzschalen) oder bei Hygieneartikeln (wie Inkontinenzmaterial oder bestimmten Badehilfen) geht das Produkt in Ihren direkten Besitz über.
Um den Antragsprozess in Cottbus erfolgreich zu durchlaufen, ist es zwingend erforderlich, die Zuständigkeiten im deutschen Sozialversicherungssystem zu verstehen. Die Kostenübernahme teilt sich in zwei große Bereiche auf, die rechtlich streng voneinander getrennt sind:
1. Die gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) Die Krankenkasse ist für alle Hilfsmittel zuständig, die dem Ausgleich einer Behinderung dienen, den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern oder einer drohenden Behinderung vorbeugen. Die medizinische Notwendigkeit steht hier im Vordergrund. Typische Beispiele, die über die Krankenkasse abgerechnet werden, sind:
Manuelle Rollstühle und Elektrorollstühle
Elektromobile (Seniorenmobile) ab einer bestimmten medizinischen Indikation
Gehhilfen (Rollatoren, Krücken)
Hörgeräte und Sehhilfen
Prothesen und Orthesen
2. Die soziale Pflegeversicherung (SGB XI) Die Pflegekasse (die an Ihre Krankenkasse angegliedert ist) übernimmt die Kosten für sogenannte Pflegehilfsmittel. Diese sollen die Pflege erleichtern, die Beschwerden des Pflegebedürftigen lindern oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist in der Regel ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5). Zu den Pflegehilfsmitteln gehören:
Pflegebetten (behindertengerechte Betten)
Pflegebettzubehör (Aufrichthilfen, Bettgalgen, spezielle Matratzen)
Patientenlifter (zum Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl)
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen) für bis zu 40 Euro monatlich
Der Hausnotruf
Detaillierte und stets aktuelle Informationen zu den gesetzlichen Leistungen der Pflegeversicherung finden Sie im offiziellen Online-Ratgeber des Bundesgesundheitsministeriums.
Kompetente Beratung zu Kassenleistungen.
Damit das Pflegebett oder der Rollstuhl schnellstmöglich in Ihre Wohnung in Cottbus oder dem Umland geliefert wird, müssen Sie einen bestimmten formalen Ablauf einhalten. Ein eigenmächtiger Kauf mit der Hoffnung auf nachträgliche Erstattung führt fast immer zur Ablehnung durch die Kassen. Gehen Sie stattdessen wie folgt vor:
Schritt 1: Der Arztbesuch und die Verordnung Der erste Weg führt immer zu Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt (beispielsweise einem Orthopäden oder Neurologen) in Cottbus. Schildern Sie genau, welche Einschränkungen im Alltag bestehen. Der Arzt stellt dann eine ärztliche Verordnung (das sogenannte Muster 16, ein rosa Rezept) aus. Achtung: Auf diesem Rezept muss die Diagnose detailliert vermerkt sein. Ein einfacher Satz wie "Patient benötigt Rollstuhl" reicht oft nicht aus. Der Arzt sollte genau begründen, warum das Hilfsmittel medizinisch notwendig ist (z.B. "Gehunfähigkeit bei schwerer Arthrose, Rollstuhl zur Erschließung des Nahbereichs erforderlich"). Wenn möglich, sollte der Arzt die exakte 7-stellige Hilfsmittelnummer aus dem offiziellen Hilfsmittelverzeichnis angeben.
Schritt 2: Das richtige Sanitätshaus in Cottbus finden Mit der Verordnung in der Hand wenden Sie sich an ein Sanitätshaus. Wichtig: Sie können nicht jedes beliebige Geschäft wählen. Ihre Krankenkasse hat Verträge mit bestimmten Leistungserbringern geschlossen. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, welche Sanitätshäuser in Cottbus und Umgebung zu den Vertragspartnern gehören. Ein seriöses Sanitätshaus wird Sie bereits beim Erstkontakt fragen, bei welcher Kasse Sie versichert sind, um die vertragliche Situation zu klären.
Schritt 3: Beratung und Auswahl des Modells Das Sanitätshaus übernimmt nun die Beratung. Für einen Rollstuhl wird das Fachpersonal beispielsweise Ihre Sitzbreite, Sitztiefe und Unterschenkellänge ausmessen. Bei einem Pflegebett wird besprochen, ob spezielles Zubehör wie eine Wechseldruckmatratze zur Dekubitusprophylaxe (Vermeidung von Druckgeschwüren) benötigt wird. Das Sanitätshaus erstellt daraufhin einen Kostenvoranschlag.
Schritt 4: Genehmigung durch die Kasse Sie müssen sich nicht selbst um den Papierkram kümmern. Ein gutes Sanitätshaus reicht die ärztliche Verordnung zusammen mit dem Kostenvoranschlag direkt bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse ein. Nun prüft die Kasse den Antrag. In manchen Fällen wird der Medizinische Dienst (MD) eingeschaltet, um die Notwendigkeit zu begutachten. Die Kasse hat gesetzliche Fristen einzuhalten: In der Regel muss über einen Antrag innerhalb von drei Wochen entschieden werden.
Schritt 5: Lieferung, Aufbau und Einweisung Sobald die Genehmigung vorliegt, vereinbart das Sanitätshaus einen Liefertermin mit Ihnen. Große Hilfsmittel wie Pflegebetten oder elektrische Patientenlifter werden direkt in Ihre Wohnung in Cottbus geliefert und dort fachgerecht aufgebaut. Die Mitarbeiter sind nach der Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) gesetzlich dazu verpflichtet, Sie oder Ihre Pflegepersonen ausführlich in die sichere Bedienung des Gerätes einzuweisen.
Sichern Sie sich Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen und Verbandsmaterial direkt nach Hause geliefert – abgerechnet über die Pflegekasse.
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Auch wenn die Krankenkasse die Kosten für das Hilfsmittel übernimmt, bedeutet das nicht immer, dass es völlig kostenlos ist. Für Versicherte ab dem 18. Lebensjahr fällt eine gesetzliche Zuzahlung an. Diese Regelung gilt auch im Jahr 2026 unverändert:
Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Kostet die Miete für einen Rollstuhl die Krankenkasse beispielsweise 300 Euro, zahlen Sie lediglich die gedeckelten 10 Euro als Eigenanteil an das Sanitätshaus.
Ausnahmen und wirtschaftliche Aufzahlungen: Die Krankenkasse zahlt immer nur die sogenannte Regelversorgung. Das bedeutet, Sie erhalten ein zweckmäßiges und ausreichendes Hilfsmittel, das seinen medizinischen Zweck erfüllt. Wünschen Sie jedoch ein Modell, das über dieses Maß hinausgeht – beispielsweise einen Rollstuhl in einer besonderen Farbe, mit speziellen Leichtmetallfelgen oder ein Pflegebett mit edler Holzverkleidung, die nicht vertraglich vereinbart ist –, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen. Dies nennt man wirtschaftliche Aufzahlung. Das Sanitätshaus in Cottbus ist gesetzlich verpflichtet, Sie vorab transparent über aufzahlungsfreie Kassenmodelle zu informieren. Unterschreiben Sie niemals eine Mehrkostenvereinbarung, bevor Sie nicht das zuzahlungsfreie Standardmodell gesehen haben.
Sollten Sie chronisch krank sein oder nur über ein geringes Einkommen verfügen, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung stellen. Sobald Ihre Zuzahlungen (für Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Hilfsmittel) im Kalenderjahr 2 Prozent (bei chronisch Kranken 1 Prozent) Ihres Bruttoeinkommens überschreiten, werden Sie für den Rest des Jahres von allen weiteren Zuzahlungen befreit.
Cottbus mit seinem historischen Altmarkt, den teils kopfsteingepflasterten Straßen in der Innenstadt und den weitläufigen Parks wie dem Spreeauenpark oder dem Branitzer Park stellt besondere Anforderungen an die Mobilität. Ein Rollstuhl muss hier sorgfältig ausgewählt werden, um den Alltag tatsächlich zu erleichtern.
Man unterscheidet grundlegend zwischen verschiedenen manuellen Rollstuhlarten:
Der Standardrollstuhl: Er ist robust, aber mit oft über 18 Kilogramm sehr schwer. Er eignet sich primär für den gelegentlichen Einsatz, etwa für den Transport vom Bett ins Badezimmer oder für kurze Wege zum Arzt. Für längere Ausflüge in die Cottbuser Innenstadt ist er für die Begleitperson oft zu schwer zu schieben.
Der Leichtgewichtsrollstuhl: Er ist aus Aluminium gefertigt und wiegt meist nur zwischen 13 und 15 Kilogramm. Er lässt sich deutlich leichter im Auto verstauen und ist der heutige Standard für Menschen, die dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen sind.
Der Pflegerollstuhl (Multifunktionsrollstuhl): Dieses Modell verfügt über eine hohe Rückenlehne, eine verstellbare Kopfstütze und eine Sitzkantelung. Er ist für schwerstpflegebedürftige Senioren gedacht, die nicht mehr eigenständig sitzen können und viel Unterstützung benötigen.
Der Elektrorollstuhl und das Elektromobil: Wenn die Kraft in den Armen nicht mehr ausreicht, um einen manuellen Rollstuhl selbst anzutreiben, und keine Begleitperson ständig zur Verfügung steht, kann ein Elektrorollstuhl (E-Rolli) verordnet werden. Dieser wird über einen Joystick gesteuert und ermöglicht eine völlig eigenständige Mobilität im Innen- und Außenbereich.
Eine Alternative für Senioren, die noch kurze Strecken gehen können, aber für den Einkauf oder den Ausflug in den Park Unterstützung brauchen, ist das Elektromobil (Scooter). Elektromobile werden mit einem Lenker gesteuert. Wichtig für die Beantragung: Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für ein Elektromobil nur, wenn der Versicherte geistig und körperlich in der Lage ist, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen, und wenn das Mobil zwingend erforderlich ist, um die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens (wie Einkaufen oder Arztbesuche) zu befriedigen. Zudem muss in Ihrer Wohnanlage in Cottbus ein sicherer, ebenerdiger und wettergeschützter Stellplatz mit einer Steckdose zum Aufladen vorhanden sein.
Mobil im Freien mit dem E-Rollstuhl.
Wenn ein Angehöriger bettlägerig wird oder viel Zeit im Bett verbringt, stößt ein herkömmliches Ehebett schnell an seine Grenzen. Es ist zu niedrig für die Pflegekräfte, lässt sich nicht verstellen und bietet keine Sicherheit gegen Herausfallen. Ein Pflegebett ist hier das wichtigste Hilfsmittel für eine rückenschonende Pflege.
Ein von der Pflegekasse genehmigtes Standard-Pflegebett verfügt über folgende Eigenschaften:
Elektrische Höhenverstellbarkeit: Das Bett lässt sich per Fernbedienung stufenlos in der Höhe verstellen. So kann die Pflegekraft (oder der Angehörige) das Bett auf eine ergonomische Arbeitshöhe von etwa 80 cm fahren, um bei der Körperpflege zu helfen, ohne den eigenen Rücken zu belasten. Zum Schlafen oder zum eigenständigen Aufstehen wird das Bett wieder auf eine niedrige Position gesenkt.
Verstellbare Liegefläche: Das Kopf- und Fußteil ist elektrisch verstellbar. Dies ist unerlässlich für die Nahrungsaufnahme im Bett, zum Lesen oder zur Entlastung der Beine bei Venenleiden.
Seitengitter: Integrierte, hochziehbare Seitengitter verhindern ein nächtliches Herausfallen. Rechtlicher Hinweis: Das Hochziehen der Seitengitter gegen den Willen des Patienten gilt als freiheitsentziehende Maßnahme und bedarf einer richterlichen Genehmigung, es sei denn, der Patient wünscht dies ausdrücklich zu seinem eigenen Schutz.
Aufrichter (Bettgalgen): Ein Triangelgriff über dem Kopfende hilft dem Pflegebedürftigen, sich selbstständig im Bett aufzurichten oder die Position zu wechseln.
Besondere Bettformen für spezielle Bedürfnisse: Neben dem Standardbett gibt es Niederflurbetten (auch Alzheimer-Betten genannt). Diese lassen sich extrem weit auf den Boden absenken (bis auf ca. 20 cm). Sie werden eingesetzt, wenn bei demenzkranken Patienten eine hohe Sturzgefahr besteht, man aber auf einschränkende Seitengitter verzichten möchte. Rollt der Patient aus dem Bett, fällt er nur wenige Zentimeter tief auf eine weiche Vorlegematte. Für stark übergewichtige Menschen gibt es zudem spezielle Schwerlastbetten, die für ein Körpergewicht von über 150 Kilogramm ausgelegt sind.
Tipps für die Aufstellung in Cottbus: Bevor das Sanitätshaus das Pflegebett liefert, müssen Sie Platz schaffen. Ein Standard-Pflegebett hat ein Matratzenmaß von 90 x 200 cm, das Außenmaß des Rahmens ist jedoch größer (oft ca. 105 x 220 cm). Stellen Sie sicher, dass das Bett so im Raum platziert wird, dass es für die Pflegekräfte von mindestens zwei Seiten (besser drei) frei zugänglich ist. Eine Steckdose muss zwingend in Reichweite sein, um die Motoren zu betreiben.
Ein modernes Pflegebett bietet viel Komfort.
Neben den großen Hilfsmitteln wie Bett und Rollstuhl gibt es weitere Versorgungsbereiche, die für ein langes, sicheres Leben zu Hause in Cottbus unverzichtbar sind. Viele dieser Lösungen gehören zum Kernportfolio spezialisierter Dienstleister wie PflegeHelfer24.
Der Hausnotruf: Sicherheit auf Knopfdruck Ein Sturz in der eigenen Wohnung ist eine der größten Ängste von alleinlebenden Senioren. Ein Hausnotruf bietet hier sofortige Hilfe. Das System besteht aus einer Basisstation und einem wasserdichten Funksender, der als Armband oder Halskette getragen wird. Im Notfall drückt der Senior den Knopf, und es wird sofort eine Sprechverbindung zur 24-Stunden-Notrufzentrale aufgebaut. Die Pflegekasse unterstützt dieses System massiv: Liegt mindestens Pflegegrad 1 vor und lebt der Senior allein (oder mit jemandem zusammen, der im Notfall nicht helfen kann), übernimmt die Pflegekasse eine monatliche Pauschale von 30,35 Euro für den Betrieb des Hausnotrufs. Die Anschlussgebühr wird ebenfalls oft vollständig erstattet. Damit ist die Basisabsicherung für Pflegebedürftige de facto kostenlos.
Der Badewannenlift: Selbstständige Körperpflege Das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne wird im Alter oft zu einem gefährlichen Balanceakt. Ein Badewannenlift wird einfach in die vorhandene Wanne gestellt (er saugt sich mit starken Noppen am Boden fest) und benötigt keine baulichen Veränderungen. Der Sitz fährt elektrisch auf den Wannenrand hoch, der Senior setzt sich, schwenkt die Beine in die Wanne und fährt per wasserdichter Fernbedienung sanft ins Wasser hinab. Auch dieses Hilfsmittel kann bei entsprechender ärztlicher Verordnung komplett von der Krankenkasse übernommen werden (abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung von maximal 10 Euro).
Hörgeräte: Lebensqualität und Demenzprävention Ein gutes Gehör ist nicht nur wichtig für die Kommunikation mit den Enkeln oder dem Pflegepersonal, sondern medizinisch bewiesen auch ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung von Demenz. Moderne Hörgeräte sind winzig, leistungsstark und können oft mit dem Smartphone oder dem Fernseher gekoppelt werden. Der Weg zum Hörgerät führt über den Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO), der eine Verordnung ausstellt. Die Krankenkassen zahlen in Deutschland einen Festbetrag von bis zu ca. 700 Euro pro Ohr für die Basisversorgung. Wer kleinere, nahezu unsichtbare Geräte oder spezielle technische Zusatzfunktionen wünscht, muss eine private Aufzahlung leisten.
Manchmal stoßen selbst die besten mobilen Hilfsmittel an ihre Grenzen. Wenn die Wohnung in Cottbus im 3. Stock ohne Aufzug liegt, nützt der beste Rollstuhl nichts, wenn die Treppe nicht überwunden werden kann. Wenn die alte Badewanne einen so hohen Rand hat, dass selbst ein Badewannenlift nicht sicher erreicht werden kann, müssen bauliche Veränderungen her.
Die wohnumfeldverbessernde Maßnahme (Treppenlift und Badumbau) Der Gesetzgeber hat dieses Problem erkannt und im Paragraph 40 des SGB XI die sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen verankert. Die Pflegekasse gewährt Pflegebedürftigen (ab Pflegegrad 1) einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Person für bauliche Veränderungen, die die häusliche Pflege ermöglichen oder erheblich erleichtern. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen (z.B. ein Ehepaar, bei dem beide einen Pflegegrad haben), summiert sich der Zuschuss auf bis zu 8.000 Euro (maximal 16.000 Euro bei vier Personen in einer WG).
Dieser Zuschuss wird am häufigsten für zwei große Baumaßnahmen genutzt:
Der Einbau eines Treppenlifts: Ein Sitzlift, der entlang der Treppenstufen montiert wird, ermöglicht es Senioren, die Etagen ihres Hauses wieder sicher zu erreichen. Die Kosten für einen geraden Treppenlift beginnen bei etwa 4.000 Euro, bei kurvigen Treppen können sie schnell 10.000 Euro überschreiten. Der 4.000-Euro-Zuschuss der Pflegekasse ist hier eine essenzielle finanzielle Entlastung.
Der barrierefreie Badumbau: Der Klassiker ist der Umbau "Wanne zur Dusche". Dabei wird die alte, gefährliche Badewanne ausgebaut und innerhalb von ein bis zwei Tagen durch eine großzügige, bodengleiche Dusche mit Haltegriffen und Duschklappsitz ersetzt. Lokale Handwerker in Cottbus oder spezialisierte überregionale Anbieter führen diese Umbauten oft so durch, dass die Kosten exakt durch den 4.000-Euro-Zuschuss gedeckt sind, sodass für Sie kein Eigenanteil entsteht.
Ambulante Pflege, Alltagshilfe und 24-Stunden-Pflege Hilfsmittel erleichtern die Pflege, ersetzen aber keine menschliche Zuwendung und professionelle medizinische Versorgung. Wenn die Pflege durch Angehörige in Cottbus nicht mehr allein zu stemmen ist, kommen Dienstleistungen ins Spiel:
Ambulante Pflege: Pflegedienste kommen nach Hause, übernehmen die Grundpflege (Waschen, Anziehen) und die Behandlungspflege (Medikamentengabe, Wundversorgung). Die Kosten werden über die Pflegesachleistungen der Pflegekasse abgerechnet.
Alltagshilfen: Betreuungskräfte unterstützen beim Einkaufen, Putzen oder bei Arztbesuchen. Hierfür kann der monatliche Entlastungsbetrag von 131 Euro (verfügbar ab Pflegegrad 1) genutzt werden.
24-Stunden-Pflege: Bei schwerer Pflegebedürftigkeit zieht eine Betreuungskraft (oft aus Osteuropa) mit in den Haushalt des Seniors in Cottbus ein. Sie übernimmt die Grundpflege, den Haushalt und bietet eine ständige Rufbereitschaft. Dies ist oft die einzige Alternative zum Umzug in ein stationäres Pflegeheim.
Sicherheit im modernen, barrierefreien Badezimmer.
Ein elektrisches Pflegebett oder ein Elektrorollstuhl sind technische Geräte, die ausfallen können. Wenn am Freitagnachmittag der Motor des Pflegebettes streikt und das Bett in einer ungünstigen Position feststeckt, brauchen Sie schnelle Hilfe. Hier zeigt sich die Qualität eines guten Sanitätshauses.
Da das Hilfsmittel Eigentum der Kasse (bzw. des Sanitätshauses) ist, dürfen Sie niemals selbst Reparaturen durchführen oder einen unabhängigen Handwerker beauftragen. Wenden Sie sich bei einem Defekt immer sofort an das Sanitätshaus, das Ihnen das Gerät geliefert hat. Die Telefonnummer finden Sie meist auf einem Aufkleber direkt am Gerät (z.B. am Rahmen des Rollstuhls oder am Motor des Bettes).
Für lebensnotwendige Hilfsmittel (wie Heimbeatmungsgeräte oder spezielle Anti-Dekubitus-Systeme) müssen Sanitätshäuser einen 24-Stunden-Notdienst anbieten. Für Standardhilfsmittel wie ein Pflegebett erfolgt die Reparatur meist am nächsten Werktag. Ist eine Reparatur vor Ort in Cottbus nicht möglich, muss das Sanitätshaus Ihnen für die Dauer der Werkstattreparatur ein kostenloses Ersatzgerät zur Verfügung stellen.
Auch die regelmäßige Wartung (z.B. die jährliche sicherheitstechnische Kontrolle, STK, bei elektrischen Betten) wird vom Sanitätshaus proaktiv geplant und durchgeführt. Sie werden dazu rechtzeitig kontaktiert.
Die Wahl des richtigen Partners für die Hilfsmittelversorgung ist entscheidend für einen reibungslosen Ablauf. Wenn Ihre Krankenkasse Ihnen die Wahl zwischen mehreren Vertragspartnern in der Region Cottbus lässt, prüfen Sie die Anbieter anhand dieser Kriterien:
Erreichbarkeit und Nähe: Hat das Sanitätshaus eine Filiale in Cottbus oder Umgebung, sodass Sie bei Problemen einen direkten Ansprechpartner vor Ort haben?
Zuhören statt Verkaufen: Fragt der Berater detailliert nach Ihrem Wohnumfeld (Türbreiten, Aufzug vorhanden, Teppichböden), bevor er ein Produkt empfiehlt?
Transparenz bei Kosten: Werden Sie ungefragt und transparent über die zuzahlungsfreien Standardmodelle der Kasse aufgeklärt, bevor Ihnen teure Premium-Modelle mit privater Aufzahlung angeboten werden?
Probefahrt und Testen: Bietet das Haus die Möglichkeit, einen Rollstuhl oder ein Elektromobil vor der Verordnung ausführlich Probe zu fahren?
Hilfe bei der Bürokratie: Übernimmt das Sanitätshaus die komplette Kommunikation und Beantragung bei der Kranken- und Pflegekasse für Sie?
Qualifiziertes Personal: Werden Lieferung, Aufbau und Einweisung durch geschulte Medizinprodukteberater durchgeführt, die sich Zeit für Ihre Fragen nehmen?
Klare Notfallregelungen: Gibt es eine transparente Regelung und eine Notfallnummer für Reparaturen am Wochenende?
Die Versorgung mit Rollstuhl, Pflegebett und weiteren Hilfsmitteln in Cottbus muss nicht kompliziert sein, wenn Sie die richtigen Schritte kennen. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Ratgeber für Sie zusammengefasst:
Mieten ist der Standard: Große Hilfsmittel wie Pflegebetten, Patientenlifter und Rollstühle werden über die Krankenkassen gemietet, nicht gekauft. Dies erspart Ihnen hohe Anschaffungs- und Reparaturkosten.
Zuständigkeiten beachten: Die Krankenkasse zahlt Hilfsmittel zum Behinderungsausgleich (z.B. Rollstuhl, Hörgerät). Die Pflegekasse zahlt Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (z.B. Pflegebett, Hausnotruf), sofern ein Pflegegrad vorliegt.
Der Ablauf ist streng vorgegeben: Zuerst benötigen Sie eine detaillierte ärztliche Verordnung (Muster 16). Damit gehen Sie zu einem Sanitätshaus in Cottbus, das Vertragspartner Ihrer Kasse ist. Das Sanitätshaus holt die Genehmigung ein und liefert das Gerät.
Zuzahlungen sind gedeckelt: Die gesetzliche Zuzahlung für Hilfsmittel beträgt 10 Prozent, maximal jedoch 10 Euro pro Gerät. Aufzahlungen für Premium-Wunschmodelle müssen Sie selbst tragen.
Wohnumfeld verbessern: Reichen mobile Hilfsmittel nicht aus, bezuschusst die Pflegekasse bauliche Maßnahmen wie einen Treppenlift oder einen barrierefreien Badumbau mit bis zu 4.000 Euro.
Kostenlose Reparatur: Bei Defekten an gemieteten Geräten kümmert sich das Sanitätshaus kostenlos um die Reparatur oder stellt ein Ersatzgerät.
Mit diesem Wissen sind Sie optimal vorbereitet, um die häusliche Pflege in Cottbus sicher, komfortabel und finanziell abgesichert zu organisieren. Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen und die Beratungsangebote der lokalen Sanitätshäuser frühzeitig in Anspruch zu nehmen, um die Lebensqualität Ihrer Angehörigen bestmöglich zu erhalten.
Die wichtigsten Antworten auf einen Blick